BUND-Kreisgruppe Köln
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Vogel- Eltern in Not

24. Juni 2021 | Spatzen, Vogelschutz

Renovierungen mit Gerüsten an Gebäuden stören Tiere bei der Aufzucht der Brut

Die Hecken rund um den Nikolausplatz sind ein Lebensraum für Spatzen.  (Andrea Essfeld)

Häuser brauchen ab und an einen neuen Anstrich oder sogar eine Renovierung von Dach und/oder Fassade. Das ist begrüßenswert, da durch Erhalt und Pflege von Gebäuden das Stadtbild attraktiv bleibt.

Die Mitbewohner der zu renovierenden Häuser sind jedoch wenig angetan von Gerüsten mit Netzen und Baulärm. Gemeint sind die Gebäudebrüter, die keine Miete zahlen und dennoch für uns Menschen unersetzlich sind. Eine Welt ohne diese Insektenfresser wäre mehr als unangenehm. Beispiele aus anderen Ländern, wiewie China zeigen die fatalen Folgen Die bekanntesten Vertreter der Gebäudebrüter sind Spatzen, Fledermäuse und Mauersegler. Leider haben Schwalben mittlerweile einen so starken Rückgang im Bestand, dass sie als Stadtbewohner kaum noch wahrgenommen werden.

Überwiegend sind den Bewohnern der Häuser, den Eigentümern und den ausführenden Firmen die Vorkommen dieser Tiere nicht bekannt.  Der BUND Köln dokumentiert jedes Vorkommen, was gemeldet wird oder durch aktive Mitglieder beobachtet wird, in einer Gebäudebrüterkarte.

Die Nistplätze der ortstreuen Gebäudebrüter sind gesetzlich durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Dies aus gutem Grund, denn die Vogeleltern kommen im Fall von Baustellen mit Gerüsten und Netzen nicht mehr zu ihrer Brut, um diese zu füttern. Die Kleinen verhungern und die Eltern wandern ab.

Was nun tun, wenn eine Renovierung ansteht. Eine umsichtige Planung ist immer der beste Rat. Eine Planung außerhalb der Brutzeiten ist ratsam. Die Altvögel bleiben jedoch treu an ihren Plätzen. Frühzeitig einen Ersatz zu schaffen, ist daher auch ein kluger Ansatz.

Sind Gerüste schon da, dann genügen Öffnungen von ein bis zwei Quadratmetern in den Staubnetzen vor dem Nistplatz, damit die wendigen Flieger diesen weiter anfliegen können, um die Jungen zu versorgen. Die Etagen sollten so aufgebaut werden, dass die Tiere so wenig wie möglich gestört werden.

Ist keine der Maßnahmen möglich, so kann auch angeordnet werden, dass die Baustelle stillgelegt wird und abgebaut werden muss.

Wir hoffen nun, dass Ämter und der BUND eine gute Lösung für die Spatzen am Nikolausplatz in Köln-Sülz finden und sind im Gespräch mit den Ämtern.

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