Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

BUND-Kreisgruppe Köln

Grüngürtel statt "Sportband"

26. März 2019 | Gleueler Wiese, Kölner Grüngürtel, Lebensräume, Naturschutz, Planung und Stellungnahmen, Stadtökologie

Naturschutzverbände NRW lehnen Erweiterung des RheinEnergie Sportparks in den Gleueler Wiesen ab

 (Pixel2013/Pixabay)

Der 1.FC Köln plant eine Erweiterung des RheinEnergie Sportparks zu einem "Sportband" unter Versiegelung von etwa 40.000 m² Fläche im äußeren Grüngürtel. Dieses Vorhaben widerspricht aber den rechtlich bindenden Vorgaben des Regionalplans Köln. Für die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans hat die Stadt Köln daher im Juli 2018 bei der zuständigen Bezirksregierung Köln die Durchführung eines Zielabweichungsverfahren nach § 6 Abs. 1 Raumordnungsgesetz i.V.m. § 16 Abs. 3 Landesplanungsgesetz NRW beantragt.

In einer heute im Rahmen einer Pressekonferenz veröffentlichten Stellungnahme lehnt der BUND gemeinsam mit den anderen anerkannten Naturschutzverbänden in NRW die vorgesehene Änderung aus den folgenden Gründen ab:

Der Regionalplan sieht die Nutzung des Gebietes als Bereich zum Schutz der Landschaft und der Erholung sowie zum Grundwasser- und Gewässerschutz vor. Die geplanten Baumaßnahmen verhindern diese Nutzung.

"Die Versiegelung hat massive Auswirkungen auf die Kühlleistung, CO2-Speicherkapazität, Luftschadstoffbindung und Grundwasserbildung des Bodens. Besondere Gefahr geht dabei von Nanopartikeln aus, die aus dem Kunstrasen mit Gummigranulaten ins Grundwasser gelangen. Die Auswirkungen auf das zukünftige Trinkwasserschutzgebiet für das Wasserwerk Hürth müssen daher dringend untersucht werden", betonte Helmut Röscheisen vom BUND-Vorstand Kreisgruppe Köln.

Durch die Bebauung der Gleueler Wiese werden die klimaaktiven Flächen verringert und die durch den zusammenhängenden Grünzug gebildete Frischluftschneise unterbrochen. Dies heizt die bereits hoch belasteten Stadtteile Lindenthal, Sülz und Klettenberg weiter auf und beeinträchtigt das Klima des gesamten Kölner Stadtgebietes.

Lebensraum für zahlreiche Greifvögel, geschützte Fledermausarten und Insekten geht verloren, Jagdgebiete von Vögeln und Fledermäusen werden durch Ballfangzäune und Flutlicht unterbrochen. 

Dies steht im Widerspruch zur Darstellung der Stadt Köln, dass die geplanten Baumaßnahmen keinen Einfluss auf das Ökosystem der Gleueler Wiese haben werden.

Das landschaftlich attraktive Gebiet in direkter Nähe dichter Bebauung wäre nicht mehr frei zugänglich. Die Kölner Bevölkerung hat sich in Diskussionen, Petitionen und der Bürgerinitiative "Grüngürtel für Alle" mehrheitlich gegen die Ausbaupläne ausgesprochen. Ein offener Brief an die Oberbürgermeisterin wurde von 43 Organisationen mit 170.000 Mitgliedern und Unterstützern unterzeichnet. Die Bezirksvertretung Lindenthal forderte eine "moderatere Entwicklung" des sensiblen Gebietes.

Die geplanten Gebäude sollen auf der Fläche eines existierenden Sportplatzes errichtet und zwei weitere Sportplätze rückgebaut werden. Vorgesehen sind drei neue Sportplätze im äußeren Grüngürtel. Durch diesen Flächentausch wird hochwertiges Grünland versiegelt, ohne dass zusätzliche Sportplätze entstehen. "Alternative Planungen unter Nutzung der existierenden Gebäude oder an anderen Standorten wurden nicht ausreichend geprüft. Dies gilt insbesondere für den Standort Marsdorf, nachdem im Jugendfußballbereich durch die Verlagerung der Stufen 8-13 der Elsa-Brandström-Schule an der Berrenrather Straße nach Müngersdorf eine wichtige Änderung erfolgte", sagte Roland Schüler.

Darüber hinaus wird die fehlende Transparenz des Verfahrens bemängelt. So entspricht der aktuelle Plan nicht mehr dem, der in den Ratsausschüssen der Stadt Köln beraten wurde. Der Naturschutzbeirat wurde nicht ordnungsgemäß beteiligt.

Es entsteht der Eindruck, dass seitens der Stadt Köln hier entgegen den rechtlich bindenden Vorgaben Fakten geschaffen werden sollen, um Bauvorhaben nachträglich zu legalisieren – auf Kosten der Natur und der Bevölkerung.

Kontakt:

Holger Sticht, Landesvorsitzender, mobil: 0152-34289594, holger.sticht(at)bund.net

Dr. Helmut Röscheisen, mobil: 0160-97209108, helmut.roescheisen(at)bund-koeln.de

Roland Schüler, 0221-9521945, RolandPolitik(at)t-online.de

Zur gemeinsamen Stellungnahme der anerkannten Naturschutzverbände (2019): RheinEnergieSportpark (2019)

Zur Stellungnahme des BUND Köln (2016): RheinEnergierSportpark (2016)

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb