BUND-Kreisgruppe Köln

Übersehenes Pflänzchen

26. März 2020 | BUNDte Insel Stadtnatur, Lebensräume, Naturschutz, Stadtökologie, Tiere und Pflanzen

Ein winzig kleines Vergissmeinnicht

Der BUND Köln fand in Mülheim das bedrohte blühende Hügel-Vergissmeinnicht.  (Gabriele Falk)

Wenn ihr Menschen seht, die ewig lange auf ein Fleckchen Boden schauen, dann könnten das Botaniker sein. Auch wenn momentan nur einzeln, statt wie sonst in Gruppen, und nur wenn es mit Wegen zum Einkauf verbunden ist, schauen die Aktiven des BUND Köln in der Stadt nach seltenen Pflanzen.
In Köln Mülheim an zwei Flächen unter Bäumen (sogenannten Baumscheiben) und einem daneben liegenden, unscheinbaren Fleckchen entlang der Straßenbahnschienen der Linie 4, war genau dieses zu beobachten.

Die Begeisterung galt dem winzig kleinen Hügel-Vergissmeinnicht (Myosotis ramosissima). Dies ist so selten, dass es in Nordrhein Westfalen auf der Roten Liste der bedrohten Arten steht.

Die Funde dieser Raritäten meldet der BUND Köln dem Amt für Landschaftspflege und Grünflächen. Sofern die Flächen unter der Regime dieses Amtes fallen, wird eine geänderte Pflege abgesprochen. So ist es wichtig, dass keine Patenschaft angeregt wird, die eine Bepflanzung erlaubt, um die vorhandenen nicht durch neu gepflanzten Pflanzen zu verdrängen. Auch das die Pflanze zur Blüte und somit zur Samenreife kommt, damit sie sich vermehren kann, muss zum Erhalt sicher gestellt werden. Die Funde können auch auf einer Karte eingesehen werden. 

Diese eigentlich anspruchslose Pflanze wird immer seltener, da der Lebensraum, sandige Böden ohne viele Nährstoffe und frei von Beschattung durch Bäume, immer seltener werden. Gründe sind zum Beispiel die Neuanlagen von Grünflächen, Überbauung und das Zuwachsen von ehemals Baum und buschfreien Flächen.
Ein anderer Grund ist auch, dass diese Pflanze oft übersehen wird. Das Vergissmeinnicht eindeutig zu Bestimmen ist bei den vielen verschiedenen Arten auch nicht einfach. Es gibt nicht allzu viele Menschen, denen die kleinen, hellbau leuchtenden Blüten auffallen, die sich die Behaarung der Kelche und des Stängels anschauen und die Länge der Fruchtstängel analysieren. Wenn, dann sind es mit großer Wahrscheinlichkeit die Menschen, die ewig lange auf ein Fleckchen Erde schauen.

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