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BUND-Kreisgruppe Köln

Besuch der BUNDten Inseln in der Lindenthaler Stadtnatur

14. April 2019 | BUNDte Insel Stadtnatur, Lebensräume, Nachhaltigkeit, Naturschutz, Schmetterlinge, Stadtökologie, Tiere und Pflanzen, Umweltbildung, Wildbienen

Hilfsbedürftige pflanzliche Raritäten mitten in der Stadt

Bei der Exkursion BUNDte Insel Stadtnatur in Lindenthal: Teilnehmer der Exkursion.  (Thomas Fischer)

Der Stadtbezirk Lindenthal hat was zu bieten: buntes Treiben, eine lebendige Kultur sowie eine beliebte Gastronomie und vieles mehr.

Der BUND Köln ist trotz dieser tollen Angebote in anderer Richtung unterwegs: Wir entschleunigen und schauen uns Pflanzen an; Pflanzen in Baumscheiben, an Wegrändern oder in Vorgärten.

Gemeinsam genießen die Exkursionsteilnehmer*innen das blühende Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis) in einem Vorgarten, das auch den schönen Aurorafaltern, unverwechselbar durch die orangenen Flügelenden, Nahrung und Raum für die Eiablage bietet. Selbst auf Baustellen finden wir interessante Pflanzen, die ihre ganz speziellen Überlebensstrategien haben. Der Huflattich (Tussilago farfara) blüht zum Beispiel bevor er seine Blätter ausbildet. Er kann so früher als andere Pflanzen Bestäuber einladen, um sein Überleben zu sichern. Nach öden gemulchten und unerbittlich bis zur pflanzenfreien Wüste zugeparkten Flächen auf unserem Weg diskutieren wir mit den Teilnehmer*innen über die vielen Areale, die sehr unterschiedliche Kleinbiotope sind, wie diese bunter und lebendiger sein können. Bei der selten gewordenen Acker-Glockenblume (Campanula rapunculoides), die in einer Pflasterritze in der Gyrhofstraße überlebt hat, ist ein Weg zum Erhalt, viele Menschen aufmerksam zu machen, dass diese Pflanze wertvoll für Insekten ist und somit bitte an der Stelle geduldet wird. Nicht alle gesehenen Pflanzen sind hier erwähnt, denn wir hatten eine kleine Sensation versprochen: Rote Liste 0, also laut den heutigen Floren in NRW ausgestorben, jedoch schon in ganz alten Floren von 1860 erwähnt: der Wendich (Calepina irregularis). Der wärmeliebende, mittlerweile etablierte Neuankömmling, der auch unsere vielen Nährstoffe verträgt, trotzt hier in Köln seinem dokumentierten Status und blüht und fruchtet munter bei uns nur in Lindenthal.

Hier wird der BUND direkt aktiv: Die Arbeiter auf der Baustelle bitten wir, die Materialien zu verlagern. Seitens der Stadt Köln haben Umweltamt und Amt für Landschaftspflege und Grünflächen Hilfe zugesagt: Im Rahmen des Projektes "BUNDte Inseln Stadtnatur" entnimmt der BUND Köln angemessenes Saatgut, verteilt dies auf die nebenliegenden Baumscheiben und bittet die zuständigen Garteningenieure, erst nach der Samenreife zu ernten, denn diese Pflanze ist einjährig und kann sich nur über die Samen vermehren.

Dies ist nicht die letzte Exkursion zum Thema des BUND Köln und wir laden ein, mitzumachen! Alle Infos zu weiteren Terminen...

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