BUND-Kreisgruppe Köln

Stadtnatur in Köln-Kalk

01. Oktober 2020 | Naturschutz

Chancen für ein Leben mit Pflanzen und Tieren in einem ehemaligen Industriestadtteil!

Es fällt auf, dass viele Beete nicht bepflanzt sind.  (Gabriele Falk)

Die Aufgabe von Industriestandorten in Städten bringt große Chancen für eine größere Tier- und Pflanzenvielfalt in der Stadt.

Flächen in Köln sind sehr begehrt. Beispielsweise durch Investoren, die Gewinne durch Wohnungsbau erwirtschaften wollen, aber auch durch Konkurrenz zu Kultur und Sozialem Leben. Dabei werden Freiräume für Stadtnatur, in denen Mensch, Tier und Pflanze im Fokus stehen, kaum berücksichtigt. Wie dringend der Bedarf nach diesen Freiräumen ist, zeigt der Andrang auf die Grünflächen, der zu Beginn der Corona Zeiten extrem zugenommen hat.

Der Stadtteil Kalk hat in Köln den signifikant geringsten Anteil an Grünflächen. Der Anteil liegt unter 10 Prozent, wo andere Stadteile über 40 Prozent aufzeigen.

Jetzt gibt es die Chance, diesen Missstand aufzuheben. Natur kann direkt vor der Haustür erlebbar werden.

Der BUND Köln möchte Sie aus diesem Grund an dem Rundgang zur Stadtnatur teilhaben lassen:

Schon die neu gebaute Schule in der Neuerburgstraße mit langweiliger Ödnis zeigt den Bedarf an Grünflächen, denn so können Kinder wohl kaum ein Verhältnis zur Natur aufbauen. Auch bei der Stadtmöblierung, ist kein Fokus auf Grün zu erkennen.

Die benachbarten Flächen bieten bei einer Entwicklung unter Berücksichtigung von Stadtnatur, Raum zum Toben, Erleben, freien Spielen und Erholung.

In direkter Nähe breiten sich spannende Pflanzen aus. So zum Beispiel der Steppen-Salbei (Salvia nemorosa), der auf der Dillenburger Straße munter blüht und sich vermehrt. Durch die BUND-Patenschaft auf der Dillenburger Straße wurde erreicht, dass weniger gemäht wird, wovon viele Pflanzen profitieren. Nicht nur der Steppen-Salbei, sondern auch weitere blühende Pflanzen profitieren, bieten Futterquellen für Insekten und schaffen Vielfalt in der Stadt.

Die Versieglung von Böden mit Asphalt oder Beton greift massiv in den Naturhaushalt ein. Bei dem Rundgang fallen viele Flächen auf, die entsiegelt werden könnten. Regenwasser könnte versickern und Pflanzen sich ansiedeln, die Stadt würde abkühlen und Erholung für Mensch und Tier bieten. Planungen zur Stadtentwicklung dauern oft einige Jahre. Die letzten drei Dürresommer mit extremen Temperaturen und die besondere Situation der Corona-Pandemie zeigen jedoch, dass wir diese Zeit nicht haben. Entsieglung hilft sofort- bis zur Umsetzung der Planung können die Flächen ökologisch genutzt werden – Natur auf Zeit.

Neben den ungenutzten Parkplätzen in Kalk, bieten sich auch im Bereich der Kapellenstraße und der Kalker Hauptstraße Flächen für mehr Stadtnatur an. Im Bereich der Kalker Hauptstraße böte eine mit Berberitzen bepflanzte Fläche neben Blüten, Früchten und ein wenig Schallschutz, durch die Dornen auch Schutz vor Assi-Parkern, die Ihren Lack einbüßen müssten. Sträucher statt Autos auf den Gehwegen.

Auch Begrünung im Vertikalen wird nicht entsprechend den Möglichkeiten genutzt. Das Parkhaus an der Dillenburger Straße beispielsweise birgt viel Fläche für Pflanzen und Lebensraum für Tiere, füllt diese Potentiale aber durch das wenige Grün nicht aus. Diese Situation ist inakzeptabel. Bei Baugenehmigungen muss die Begrünung künftig mitberücksichtigt werden und Eigentümer müssen in die Pflicht genommen werden.

Leere Beete und Einfriedungen von Bäumen, in denen Pflanzen nicht ersetzt wurden, bieten ein trauriges Bild. Diese mangelnde Grünpflege fördert in keiner Weise das Bewusstsein der Bevölkerung, dass Pflanzen ein wertvoller Beitrag für ein gesundes, ökologisches Leben in der Stadt sind. Insbesondere bei dem derart niedrigen Grünanteil in Kalk kann auf keine einzelne Pflanze verzichtet werden und muss jeder entfallene Baum und Strauch ersetzt werden. Selbstredend muss bei der Auswahl der Pflanzen darauf geachtet werden, dass diese auch mit ihren Blüten und Früchten den Tieren nützen.

Der BUND Köln setzt sich dafür ein, dass die Potentiale genutzt werden:

  • Wohnungen und weitere Funktionen in vorhandenen Gebäuden (Hallen) unterbringen
  • Entsieglungspotentiale nutzen
  • Die wenigen Freiflächen erhalten und eine ökologisch sinnvolle Pflege entwickeln
  • Leere Baumscheiben und Beete nachbepflanzen und pflegen

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