Stadtbäume: wichtige Verbündete gegen Hitzebelastung in Köln

13. Juli 2026 | Stadtökologie, Tiere und Pflanzen

Straßenbäume in Köln-Südstadt (Foto: Erika Christ)

Die jüngste Hitzebelastung in Köln ist ein Zeichnen dafür, dass die Stadt die Ergebnisse des Hitze-Checks 2026 der Deutschen Umwelthilfe (DUH) beachten und dringend handeln sollte. Der DUH-Analyse zufolge hat die Stadt Köln die „gelbe Karte“ bekommen. Mit anderen Worten: Die Stadt schnitt bei den Indikatoren für den Beschirmungsgrad, den Versiegelungstrend und den Hitzebetroffenheitsindex wegen zu hoher Flächenversiegelung sowie weiter schwindendem städtischen Grün nur mittelmäßig ab.

Besonders beunruhigend: Zwischen 2018 und 2025 hat die Stadt über 19.500 Bäume verloren, so die DUH-Übersicht deutscher Städte. Nur Duisburg, Bremen, Berlin und Hamburg haben beim Baumverlust noch schlechter abgeschnitten. 

Nach Einschätzungen der Stadt Köln gibt es noch 1,25 Mio. Bäume im gesamten Stadtgebiet, darunter etwa 81.000 Straßenbäume, 102.000 Bäume in Grünanlagen und fünf Waldinseln. Den jüngsten Baumverlust führen sie auf das Alter der in den Nachkriegsjahren gepflanzten Bäume, die zunehmende Bautätigkeit im Stadtgebiet und die Folgen des Klimawandels zurück. 

Nach Ansicht von Manuela Franke, Baumexpertin und Vorstandsmitglied des BUND Köln, dürfte die Bautätigkeit der Hauptgrund für die Verluste sein, und bei einigermaßen guten Bedingungen sollten Bäume „deutlich älter als nur etwa 80 Jahre werden.“ Der BUND stellte am Tag des Baumes die Gründe dafür vor, warum Bäume zu kämpfen haben.

„Der Erhalt unserer alten Bäume mit großen Baumkronen ist für ein gesundes Stadtklima in Köln extrem wichtig, denn besonders diese Altbäume produzieren viel Schatten und viel Sauerstoff, absorbieren CO2 und verbessern die Luftqualität,“ sagte Franke. „Mit Hohlräumen und Stammhöhlen weisen Altbäume zudem Strukturen auf, die jungen Bäumen noch fehlen, aber für viele Tiere wichtig sind. Heimische Bäume sind dabei besonders wichtig für die Biodiversität, da sie vielen Tieren sowohl Lebensraum als auch Nahrung bieten.“

Was macht die Stadt, um den Trend des Baumverlusts entgegenzuwirken? Vertreter des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen verweisen auf vier verschiedene Initiativen: 

  • Klimafit durch Straßenbäume – ein ressortübergreifendes Projekt zur Erprobung neuer technischer Möglichkeiten, um an mehr Standorten Bäume pflanzen zu können, z.B. durch Bündelung der Leitungen in der Straßenmitte oder durch physische Maßnahmen zum Schutz von Baum und Leitung bei geringeren Abständen zueinander.
  • Projekt „Wasser muss zum Baum“ – ein Förderprojekt, das bald ausläuft. Bis zum Abschluss der Maßnahme werden in den verschiedenen Stadtbezirken insgesamt knapp 100 klimaangepasste Straßenbäume gepflanzt und bereits bestehende Baum-Standorte optimiert.
  • Straßenbaumkonzept - Es wurde für jeden Stadtbezirk ein Straßenbaumkonzept erstellt und dieses durch die jeweilige Bezirksvertretung beschlossen. Insgesamt wurden bislang bereits über 300 Bäume in allen Bezirken außer Porz gepflanzt. In der Pflanzperiode 2026/2027 folgen 236 + X Bäume (Mülheim, Porz, Rodenkirchen). Das Förderprojekt soll bis Ende 2028 komplett umgesetzt sein.
  • „1.000 Bäume für Köln“ - Dieses gemeinsam mit der Kölner Grün Stiftung aufgelegte Projekt begann im Jahr 2013. Für eine Spende von 1.200 EUR kann eine Nachpflanzung für einen Straßenbaum realisiert werden. Aus einer stets aktuellen Liste können sich die Spender*innen einen ganz konkreten Baum an einer Kölner Straße aussuchen. Bisher sind bereits rund 1.300 Straßenbäume auf diesem Weg gepflanzt worden.

Neben der Teilnahme an der Straßenbaumaktion können die Einwohner Kölns weitere Schritte unternehmen, um zum Erhalt und zur Förderung von Bäumen beizutragen:

 

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