Der 25. April ist Tag des Baumes. An diesem Tag möchten wir die Bedeutung unserer Kölner Stadtbäume für das Ökosystem und den Menschen hervorheben und das Bewusstsein für den Schutz dieser Bäume stärken.
Stadtbäume haben es schwer
Bäume stehen unter enormem Stress, der oft nicht auf den ersten Blick sichtbar ist. Sie kämpfen täglich ums Überleben in unseren Städten.
🌳Hitzestress und Wassermangel
Durch die Klimakrise nehmen extreme Dürreperioden zu.
🌳Beton und Asphalt (Bodenversiegelung)
In Städten leben Bäume oft in "Beton-Käfigen". Sie haben zu wenig Wurzelraum und können sich kaum ausbreiten. Durch Bodenverdichtung gelangt kaum noch Luft an die Wurzeln. Dadurch kommt es zu Wurzelschäden.
🌳Bodenverdichtung
Bodenverdichtung, z.B. durch parkende Autos (aber auch bei Bauarbeiten durch das Abstellen schweren Geräts auf den Baumscheiben) schädigt Bäume massiv. Die Folgen: Feinwurzelsterben, geringere Vitalität, Kronenverlichtung.
🌳Verletzungen durch Bauarbeiten
Oft werden Wurzeln bei Bauarbeiten unachtsam gekappt oder Stämme durch Fahrzeuge beschädigt. Solche Wunden sind Eintrittspforten für Fäulnis und Pilze.
🌳Unsachgemäße Baumpflege, die den biologischen Aufbau von Bäumen ignoriert
Zu radikale oder unsachgemäße Schnitte sowie Verstümmelungen, die das natürliche Wachstum zerstören (sogenannte „Hausmeisterschnitte“). Zur unsachgemäßen Baumpflege gehören aber beispielsweise auch Schnitte, die zu nah am Stamm ausgeführt werden sowie Kappungen.
🌳Streusalz
Das Salz reichert sich im Boden an und verhindert, dass der Baum Wasser aufnehmen kann – er "verdurstet" trotz nasser Erde.
Der Baumkiller schlechthin:
🌳Bauvorhaben
Wohnraum schaffen ohne Kahlschlag: Wir müssen aufhören, Wohnungsbau und Baumschutz gegeneinander auszuspielen. Die Lösung liegt in der intelligenten Flächennutzung: Beispielsweise durch die Nutzung von Leerständen, Überbauung, Umnutzung oder die Aufstockung von Gebäuden sowie Nutzung von Konversionsflächen schaffen wir viel Platz für Menschen, ohne die 'grüne Lunge' unserer Stadt zu opfern.
Wir fordern deshalb die Schaffung von neuem Wohnraum ohne zusätzlichen Flächenverbrauch
Ein weiteres Problem: Oft wird aus Kostengründen ein Grundstück komplett „freigemacht“ (gerodet), anstatt bestehende Bäume in die Architektur zu integrieren.
Erhalt vor Ersatz: Wir fordern deshalb ein Umdenken in der Bauplanung! Ein gefällter Altbaum kann nicht durch einen dünnen Setzling ersetzt werden. Wir brauchen eine Architektur, die sich um den Baumbestand herum entwickelt, statt ihn für Beton zu opfern.
Warum Baumschutz wichtig ist
- Klimaretter vor der Haustür: Ein einziger ausgewachsener Baum filtert nicht nur Staub und Schadstoffe aus der Luft, sondern produziert täglich Sauerstoff. Als natürliche CO2-Speicher sind Bäume eine starke Waffe gegen den Klimawandel.
- Klimaanlage der Stadt: Bäume senken die Temperatur durch Verdunstung und Schatten um mehrere Grad. Ohne sie werden unsere Städte in den kommenden Sommern zur Hitze-Falle.
- Artenvielfalt: Alte Bäume sind komplexe Ökosysteme. Besonders die standortheimischen Bäume bieten wertvollen Lebensraum und Nahrung für viele Insektenarten, Vögel und Säugetiere.
Der BUND Köln setzt sich deshalb für einen konsequenten Baumschutz ein.