Exkursion zur Gleueler Wiese
(Gunter Falk, BUND Köln)
Eingeladen hatte BUND-Mitglied Andrea Eßfeld, die auch in der Bürgerinitiative „Grüngürtel für alle“ (BI) aktiv ist. Die BI hat bisher mit Erfolg gegen das städtische Vorhaben geklagt, die wertvolle Wiese dem 1. FC Köln zu übergeben. Der plant auf der Glatthaferwiese Kunstrasen und Flutlichtmaste. Allen Sommerspaziergängern war klar, dass dies für die Fauna und Flora der Gleueler Wiese eine Katastrophe sein würde. Im Revisionsverfahren wird das Oberverwaltungsgericht Münster am 14. August ein neues Urteil sprechen.
Viele bedrohte Tierarten
Das Gericht hatte einen früheren Termin verschoben, weil eine Liste mit mehr als 60 gefährdeten Tierarten auf der Wiese eingereicht worden war. Die über Jahre entstandenen Fotos sind für jedermann online einsehbar (Verlinken: wildeskoeln.de/gleueler-wiese/). Die Anwesenden zeigten großes Interesse an einer Auswahl der Bilder, die Andrea Eßfeld für sie mitgebracht hatte. Zugleich wunderten sie sich über ein Gutachten, das der Stadt als Grundlage für ihre Entscheidung pro Fußballclub diente: Dort wird nämlich behauptet, es gäbe gar keine seltenen und geschützten Arten auf der Gleueler Wiese.
BUND-Köln bot vergebens an, die Pflege zu übernehmen
Im vergangenen Jahr hatte der BUND-Köln angeboten, die Pflege der Wiese artenschutz- und umweltgerecht zu übernehmen. CDU und SPD lehnten das im Stadtrat ab. Unter anderem wurde argumentiert, dass die Verwaltung der Stadt Köln sich um die Pflege der Gleueler Wiese kümmert. Allerdings wird die Wiese seit mehreren Jahren gar nicht gepflegt. Sie wird noch nicht einmal gemäht, was für artenreiche Wiesen unerlässlich ist. Wären besagte Politiker*Innen auf unserem Spaziergang dabei gewesen, hätten sie sehen können, dass ihre Behauptung nicht den Tatsachen entspricht. Ob sie auch nicht wissen, dass eine dermaßen vernachlässigte Wiese früher oder später zerstört ist?
Text: Cristina Krippahl