BUND-Kreisgruppe Köln

Die schönste Weißdorn-Hecke von Köln

11. Dezember 2020 | Tiere und Pflanzen, Hecken, BUNDintern, BUND

Die Pflege machts.

Weißdorn in der kalten Jahreszeit.  (Gabriele Falk)

Die wohl schönste Weißdorn-Hecke von Köln steht nach Ansicht des BUND Köln auf dem jüdischen Friedhof in Köln Deutz.

Dass diese so prächtig ist, kommt nicht von ungefähr. Der Stadtgärtner Erich Reichard pflegt diese seit 20 Jahren mit Sachkenntnis und Rücksicht den tierischen Nutzern gegenüber. Seit vielen Jahren unterstützen Ehrenamtliche der BUND Kreisgruppe Köln die Arbeit unter Anleitung des Gärtners.

Ein Weißdorn kann bis zu 500 Jahre alt werden. Die Anlage der hier beschriebenen Hecke ist vor über 300 Jahren erfolgt.

Was besonders an der Pflege von Erich Reichard ist, möchten wir im Folgenden erklären.

Die Erfahrung des ausgebildeten Gärtners und seine Gabe zu beobachten, ermöglicht mehr als nur die zu einer Hecke geformten Weißdornpflanzen zu sehen. Neben der Formschönheit und dem Erhalt der Hecke ist auch der Schutz von Tieren und heckenbegleitenden Pflanzen, die kleinen krautigen im Saum, im Fokus. So ergibt sich ein Ensemble, das für Flora und Fauna harmonisch und ökologisch wertvoll ist.

Weißdorn trägt an zwei bis dreijährigen Ästen Blüten und später, falls Befruchtern die Blüte gefallen hat, auch Früchte sind. Nun muss eine Hecke aber geschnitten werden, da sie sonst ein Gehölzriegel und später ein Wald wird. Hier ist die Lösung abschnittsweise einzukürzen. Dies an frostfreien Tagen im Winter. Je nach Aufwuchs muss in wenigen Fällen auch schon mal ins alte Holz geschnitten werden. Da regelmäßig gepflegt wird, ist dies selten der Fall.

Im Sommer erfolgt nach der Kontrolle ob Nester in der Hecke sind, maximal ein Rückschnitt dessen, was zu arg quer steht oder die Optik kritischer Besucher stört.

Bloß ein einfacher Kasten- beziehungsweise Hausmeisterschnitt würde dazu führen, dass sich die Hecke verdichtet. Sie würde also im Inneren an Biomasse zulegen und dadurch weniger in die Breite oder Höhe wachsen. In solch engen Gehölzen fühlen sich selbst die kleinsten Bewohner, wie zum Beispiel der Zaunkönig nicht mehr willkommen.

Vögel fressen die Beeren des Weißdorns und scheiden die Kerne, sprich den Samen, aus. Diese keimen und wachsen auf diesem Friedhof außerhalb der Hecke auf. Schon in der Phase des Wachstums ist ein Lebensraum gegeben. Ein Teil dieses baumförmigen Aufwuchses darf bleiben. Grund dafür ist, dass auch in der hier beschriebenen Hecke schon mal Pflanzen sterben. Die von Vögeln gesäten Sträucher werden genutzt, um die Lücken zu schließen.

Somit könnte fast poetisch interpretiert werden, dass diese Hecke ewig lebt, sofern diese Pflege so bleibt. Da diese Pflege zum Wohl von Pflanzen und Tieren an diesem besonderen Ort schon über dreihundert Jahre funktioniert, empfehlen wir dies zur Nachahmung und helfen ganz praktisch als BUND Köln mit.

Für die weitere Pflege von Weißdorn hat der BUND Köln einen Pflanzensteckbrief veröffentlicht. 

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