BUND-Kreisgruppe Köln

Weichen für innerstädtische Nachverdichtung jetzt stellen!

28. Oktober 2020 | Stadtökologie, Lebensräume, BUND

Das Potential für Gebäudeaufstockungen in Köln ist erheblich.

Gebäude sollen aufgestockt werden, statt neue Flächen zu versiegeln.  (Pixabay)

Bei einer Pressekonferenz im Kölner Stadtteil Sülz vor einem aufstockungsfähigen Gebäude hat heute die Kölner Kreisgruppe des BUND auf das große Potential für eine innerstädtische Nachverdichtung hingewiesen. „Die sich zuspitzende Klimakrise und der fortschreitende Verlust an biologischer Vielfalt zwingen uns, überbaute Flächen durch Aufstockungen zu verdichten, anstatt neue Baugebiete mit der erforderlichen Infrastruktur zu erschließen und weitere Flächen zu versiegeln“, betonte Helmut Röscheisen vom Kölner BUND-Vorstand.

In einem Forschungsmodul der TU Darmstadt wurde ermittelt, dass im vergleichsweise kleinen Stadtteil Sülz zahlreiche Wohnhäuser um ein bis zwei Geschosse unter Einhaltung der Bedingungen des Bebauungsplans ergänzt werden können. Autorin Julika Wilken sagte: „Eine qualitätsvolle Dichte durch Aufstockungen und Schließen von Baulücken bedeutet nicht nur Entstehung von neuem Wohnraum, sondern eine Entwicklung des Quartiers zu einem urbanen Stadtteil mit noch mehr Lebensqualität“. Bei einem Gebäude mit einer Grundfläche von 154 m2 und einem Aufstockungspotential von mindestens zwei Vollgeschossen könnten nach Abzug der Verkehrs-, Funktions-und Konstruktionsflächen eine Nutzfläche von 246,4 m2 und damit drei zusätzliche Wohneinheiten von ca. 75 m2 entstehen. Im ausgewählten Quartier mit 1.525,4 Haushalten lassen sich ohne Änderung des Bebauungsplanes 136 zusätzliche Wohneinheiten durch Aufstockungen, Baulücken-Schließung und Bestandsersatz gewinnen.

Der BUND verweist auf die Analyse der Hamburger HafenCity Universität in einem Geoinformationssystem von 2017 zum Potential einer zunächst nur eingeschossigen Erhöhung von Wohngebäuden in Hamburg. Dadurch lassen sich 75.000 zusätzliche Wohnungen schaffen! Wir brauchen eine Analyse über das innerstädtische Nachverdichtungspotential vor allem durch Aufstockungen nicht nur für Sülz, sondern für die gesamte Stadt, forderte Helmut Röscheisen.

Kontakt und weitere Infos:

Dr. Helmut Röscheisen, FONE: 0160/ 97 209 108, Mail: bund.koeln@bund.net

Hier finden Sie die Pressemitteilung noch einmal als PDF.

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