Stadt reagiert auf Forderung der Naturschutzverbände: Bewässerung der Belvedere-Platane wird deutlich verstärkt

17. August 2026 | Platane Belvedere, Stadtökologie, Tiere und Pflanzen

Nach Initiative der BUND-Kreisgruppe Köln jetzt 2.000 Liter Wasser pro Woche für Platane 1 – Bewässerungsbedarf der gesamten geschützten Platanengruppe bleibt zu klären.

Platane 1 mit schwarzem Stamm liegt vor dem Wintergarten am Bahnhof Belvedere.  (Foto: Erika Christ)

Köln. Ein weiterer BUND-Teilerfolg für die geschützten Platanen am Bahnhof Belvedere: Nach einem gemeinsamen Schreiben von BUND, NABU und LNU auf Initiative der BUND-Kreisgruppe Köln hat die Stadt angekündigt, die Bewässerung der unmittelbar am historischen Gebäude stehenden Platane 1 deutlich zu verstärken. Statt bislang nach Angaben der Stadt rund 500 Litern im Abstand von etwa zwei Wochen soll der Baum in den Sommermonaten nun wöchentlich 2.000 Liter Wasser erhalten – das ist etwa achtmal so viel. Die Bewässerung soll dokumentiert werden.

Die geschützten Platanen beschäftigen den BUND Köln seit Jahren. Gegen die Genehmigung zur Fällung von Platane 1 ging der BUND gerichtlich vor. Mit Erfolg: Die Stadt nahm die Fällgenehmigung zurück, die Platane blieb erhalten.

Von der Stadt selbst beauftragte Gutachten waren bereits zuvor zu dem Ergebnis gekommen, dass die gebäudenahen Platanen zukunftsfähig sind und ihr Erhalt mit Schutz und Nutzung des historischen Gebäudes vereinbar ist. Dennoch wird in der öffentlichen Auseinandersetzung trotz dieser eindeutigen Gutachtenergebnisse bis heute immer wieder fälschlich behauptet, die historischen Platanen bedrohten die Bausubstanz des Gebäudes.

Platane 1 wurde inzwischen sogar dreimal Ziel vorsätzlicher rechtswidriger Angriffe: zweimal mit einer Kettensäge, später durch einen Brandanschlag. Die Vorfälle waren Gegenstand polizeilicher Ermittlungen; zum aktuellen Stand liegen dem BUND keine Informationen vor. Der Brandanschlag vor etwa einem Jahr brachte auch das historische Gebäude in erhebliche Gefahr: Das Feuer war bereits bis an das Gebäude vorgedrungen; nur durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr  konnte ein Übergreifen der Flammen verhindert werden. Die Vegetationsbrände der vergangenen Tage führen zudem vor Augen, wie schnell sich Feuer unter trockenen Sommerbedingungen großflächig ausbreiten können.

Für BUND, NABU und LNU folgt daraus eine besondere Verantwortung der Stadt für Schutz und Pflege des Baumes.

Vor dem Hintergrund der lang anhaltenden Dürre hatten die drei Verbände eine fach- und bedarfsgerechte Bewässerung der gesamten geschützten Platanengruppe gefordert. Die nun angekündigten 2.000 Liter pro Woche für Platane 1 sind deshalb ein wichtiger Schritt.

Offen bleibt allerdings, auf welcher aktuellen fachlichen Grundlage die Stadt für die übrigen Platanen derzeit keinen zusätzlichen Bewässerungsbedarf sieht. Ebenfalls zu klären ist, wie die 2.000 Liter so eingebracht werden, dass das Wasser tatsächlich langsam und flächig in den durchwurzelten Boden gelangt.

Die BUND-Kreisgruppe Köln begrüßt die Reaktion der Stadt. Die Angelegenheit ist damit jedoch noch nicht erledigt. Ziel bleibt der dauerhafte Erhalt der gesamten geschützten Platanengruppe am historischen Gebäude.

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