BUND-Kreisgruppe Köln

Es wird wieder Friday!

12. August 2020 | Flüsse & Gewässer, Heideflächen, Klimawandel, Lebensräume, Naturschutz, Planung und Stellungnahmen, Porz-Langeler Rheinaue

Am Freitag wird wieder demonstriert!

Der Ausblick auf den Rhein in Porz-Langel.  (Marita Hammer)

Am 14.August um 14:30 Uhr (Kundgebung: 15:30 Uhr) demonstrieren Köln-Porz-Langel und Niederkassel gegen die geplante Autobahnbrücke und für Klimasschutz, Verkehrswende und Erhalt der Artenvielfalt im Langler Auwald und in den Feldern - mit Traktor, Prominenz und Kind & Kegel. 

Die Kreisgruppe Köln des BUNDes für Umwelt und Naturschutz Deutschland unterstützt die Demo.

  1. Statement BUND KG-Köln zur ersten Demo im Porzer Süden
  2. Alles Wichtige zur historischen Demonstration: Ablauf & Anfahrten
  3. Hintergrundinfos zur Rheinspange
  4. Links

1. Statement BUND Kreisgruppe Köln zur ersten Demo im Porzer Süden

Sabine Hammer, Vorstandsmitglied der Kreisgruppe Köln des BUNDes für Umwelt und Naturschutz Deuschland:

"Die Klimakrise hat uns eine weitere Hitzewelle und Dürre gebracht. Das Artensterben nimmt bedrohliche Züge an. Die Corona-Pandemie führt uns vor Augen, dass es so nicht weitergehen kann: Der Schutz von Natur und natürlichen Lebensgrundlagen muss ins Zentrum aller Politik gerückt werden. Das bedeutet: Verkehrswende sofort!

Es ist unerträglich, dass weiter an einer unnötigen neuen Autobahnquerung im Kölner Süden geplant wird. Die offizielle Umweltverträglichkeitsuntersuchung hat unsere Warnungen untermauert: Es gibt hier keinen Raum für eine Lösung, die für Mensch und Natur verträglich wäre.  Eine “Rheinspange” würde den kühlenden Rheintalwind blockieren und Köln in heißen Sommern unerträglich machen.

Das erst vor kurzem für Millionen errichtete Retentionsbecken  darf nicht durch Autobahnbau  zerstört werden.  Köln und die Kommunen rheinabwärts müssen vor verheerendem Hochwassern geschützt werden, die der Klimawandel mit sich bringt. Auch müssen unsere wertvollen Trinkwasserquellen streng geschützt bleiben.

Wir fordern mit Nachdruck: Die Planungen zur sog. “Rheinspange” müssen sofort gestoppt werden!

Eine A553 würde zum Verkehrsinfarkt im Kölner Süden führen, denn der Verkehr kann über die Anschlussstellen nicht abfließen. Er würde sich auf den viel zu engen Dorfstraßen stauen.

Stattdessen müssen der öffentliche Nahverkehr und Radfahren  gestärkt werden: Unsummen für eine unnötige und zudem umweltzerstörende Brücke zum Fenster hinauswerfen? Damit würde man besser den BürgerInnen Bus und Bahn  kostenfrei zur Verfügung stellen. Der Langeler Auwald darf in keinem Fall gefährdet werden. Er steht unter strengsten Schutz der EU und ist unersetzlich.

Ich gratuliere den Initiativen aus Porz und Niederkassel, ganz besonders der "Bürgerinitiative Porz-Langel gegen die Autobahnquerung 553" für ihr beeindruckendes Engagement und die Organisation des wahrscheinlich ersten Demonstrationszuges im Porzer Süden überhaupt. Sie schreiben Stadtteilgeschichte! Wir vom BUND unterstützen den kreativen Protest und wünschen den OrganisatorInnen von Herzen gutes Gelingen!"

2. Alles Wichtige zur historischen Demonstration: Ablauf & Anfahrten

  • 14:30 Uhr: Begrüßung in Porz-Langel (rrh.), Eulenplatz (an der Kirche St. Clemens) durch die Bürgerinitiative Porz-Langel und die Vernetzung der BIs
  • 14:45 Uhr: Auftakt mit Jana Boltersdorf, Fridays For Future Niederkassel
  • anschließend Demo-Zug zum Parkplatz in der Nähe des ehem. Schäferhofes, Nähe Bushaltestelle Lülsdorf Nord, an der möglichen Trasse am Retentionsbecken zwischen Ndk.-Lülsdorf und Porz-Langel,  mit Trecker, Fridays for Future, Kind & Kegel und VertreterInnen aus Politik, Verkehr und Naturschutz
  • ca. 15.30 Uhr: Abschlusskundgebung am Lülsdorfer Retentionsbecken

Es sprechen:

  • für die OrganistorInnen und Bürgerinitativen: Sabine Glöckner, Gerhart Renner, Susanne Reiß-Kober, Ralph Weihermann
  • Sabine Hammer, Vorstandsmitglied der Kreisgruppe Köln des BUNDes für Umwelt und Naturschutz  Deutschland
  • für die kommenden Generationen: Gina Kistenich mit Leni & Lene
  • für die GRÜNEN Markus Politz, Sprecher der Porzer GRÜNEN sowie
  • Bundestagsmitglied Sven Lehmann, ehem. Landesvorsitzender der Grünen NRW
  • Rolf Beierling-Hemonet für Verkehrswende Köln
  • sowie der Niederkasseler Bürgermeisterkandidat Matthias Großgarten (SPD)
  • (vorab/ 13.30h Grüne Niederkassel Fahrradkorso ab Rheidt (ab Rheidter Marktplatz))

Anreisemöglichkeiten mit dem ÖPNV aus Köln Zentrum:

  • Linie 7 bis Haltestelle Zündorf, umsteigen in die Buslinie 164 Richtung Lülsdorf bis Haltestelle Porz-Langel-Kirche, von dort Fußweg 3 Minuten bis zum Eulenplatz neben der Kirche.
  • S-Bahn Linie S12/13/19 bis Bahnhof Porz-Wahn, umsteigen in die Buslinie 164 Richtung Lülsdorf bis Haltestelle Porz-Langel-Kirche, von dort Fußweg 3 Minuten bis zum Eulenplatz neben der Kirche.

Mit dem Rad aus Köln:

  • aus dem Rechtsrheinischen:  immer rheinauf bis zur Frongasse Langel, dann dorfeinwärts.
  • aus dem Linksrheinischen: über die Südbrücke oder Rodenkirchener Brücke
  • oder schöner über Köln-Weiß, wenn man genug Zeit mitbringt: Fähre Kleines Krokodil (maximale Wartezeit ca. 20 Minuten; ab 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Wg. der Corona-Einschränkungen können jedoch nur je 12 Pers. befördert werden. Keine Fahrtgarantie: Telefon 02236-68334)

Mit ÖPNV aus Bonn:

  • Bus Nr. SB55 von Bonn HBF bis Haltestelle Porz-Langel Kirche, von dort 3 Minuten zu Fuß bis zum Eulenplatz neben der Kirche

Mit dem Auto aus Köln:

  •  über A59, Ausfahrt Porz-Wahn, von dort über Zündorf nach Porz-Langel Kirche

Mit dem Auto aus Bonn:

  • über A59, Ausfahrt Porz-Wahn, von dort über Zündorf nach Porz-Langel Kirche
  • oder über Landstraße Mondorf- Niederkassel - Lülsdorf - Porz-Langel

Achtung bei Anreise mit dem Auto: keine Parkmöglichkeiten am Eulenplatz oder an der Kirche.

*** Corona- Schutzregeln beachten!***

Mit Alltagsmasken und Social Distancing zeigen wir Respekt und Verantwortung für alle!

Organisatoren der Demonstration:

  • Bürgerinitiative Porz-Langel gegen die Autobahnquerung 553, "Keine Rheinspange"
  • Bürgerinitiative "Bürger-gegen-die-Brücke", Niederkassel
  • Bürgerinitiative "Umweltfreundliche VerkehrsInfrastruktur für den Raum Köln-Bonn-Niederkassel-Troisdorf -Vernetzung Kölner und Niederkasseler Bürgerinitiativen"

3. Hintergrundinfos zur Rheinspange von BUND KG Köln

Erste Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung zum Bau der A553 „Rheinspange“ zeigen dramatische Effekte – BUND fordert Stopp des Projektes

Der Neubau einer Autobahnverbindung und Rheinbrücke zwischen der A555 (Köln-Godorf) und A59 (Köln-Lind) wurde 2016 vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans beschlossen. Die neue A553 solle die Anbindung des Flughafens Köln/Bonn und der chemischen Industriestandorte Godorf und Niederkassel verbessern.

NRW wurde daraufhin vom BMVI mit der Planung beauftragt. Aber bereits die 2016 vom BUND eingereichte Machbarkeitsstudie zeigte: Die erwartete Umweltbelastung ist so groß, dass sie in keinem Verhältnis zu einem eventuellen Nutzen steht. Doch die Planungen liefen weiter.

Auch die  im "Dialogforum Bürgerbeteiligung" vorgetragenen Bedenken wurden nicht berücksichtigt.

Inzwischen liegen erste Ergebnisse der offiziellen Umweltverträglichkeitsprüfung durch einen externen Dienstleister vor. Sie  belegen die gravierenden Auswirkungen auf die Umwelt.

In einem offenen Brief hat das Landesbüro der Naturschutzverbände auf Initiative des BUNDs das Bundesverkehrsministerium aufgefordert, die Planung zu beenden und den Bau der A553 nicht weiter zu verfolgen.

Im Planungsgebiet befinden sich mehrere Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiete (FFH), die gemäß Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union besonderem Schutz unterliegen. Dazu gehört als prioritäres Schutzgut der besonders wertvolle Langeler Auwald, ein artenreicher Weichholz-Auenwald, in den Eingriffe nur in Notstandsituationen möglich sind. Ein solcher Notstand liegt mit Blick auf die A553 nicht vor.

Der Bau der Autobahn würde wichtige Vogel-, Säugetier- und Fischbiotope zerschneiden und Freiräume für bedrohte Arten wie z.B. Rauhautfledermaus, Wendehals, Pirol, Kiebitz, Feldlerche und das bereits auf der Roten Liste als stark gefährdet ausgewiesene Rebhuhn unwiederbringlich zerstören.

Die zusätzliche Luft-, Lärm- und Lichtverschmutzung würde nicht nur Schleiereulen, Waldkäuze und Fledermäuse belasten, sondern auch die Anwohnerinnen und Anwohner.

Wichtige Funktionen des betroffenen Gebietes als Hochwasserschutz für Köln und Düsseldorf, als Wasserschutzgebiet für die Trinkwasserversorgung und als Belüftungssystem für die Kölner Innenstadt wären durch die A553 gefährdet. Die Kühlleistung des Bodens ginge verloren, so dass die Frischluftversorgung aus dem Siebengebirge und dem Rheintal in die Kölner Bucht gefährdet wäre. Damit wäre der Bau der "Rheinspange" nicht mit dem kürzlich in Köln und Bonn beschlossenen Klimanotstand vereinbar.

Gemäß der vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) erstellten Fachstudie „Klimawandelgerechte Metropole Köln“ stellt das Planungsgebiet einen "stadtklimatisch ausgleichenden Bereich Klasse 5" dar, in dem "auf Bebauung verzichtet werden muss".

Außerdem bezweifelt der BUND, dass der im Jahr 2016 per Bundestagsbeschluss festgestellte Bedarf zum Zeitpunkt der geplanten Fertigstellung im Jahr 2030 überhaupt noch besteht. Im Zuge der Verkehrswende wird sich die Mobilität der Menschen in der Region Köln/Bonn bis dahin deutlich verändert haben. Es ist mit einer geringeren Anzahl von Autos und einer Zunahme des ÖPNV zu rechnen, die den Neubau von weiteren Autobahnen unnötig machen. Mit der Coronakrise und dem Digitalisierungsschub wird Home Office zum Arbeitsstandard und der Berufsverkehr ganz erheblich gemindert.

Der BUND fordert daher  die Planung der A553 einzustellen. Stattdessen soll die Situation des Individualverkehrs durch Sanierung der bestehenden Straßen verbessert und der Ausbau von ÖPNV und Radwegen gefördert werden.

Hier finden Sie die Presse-Mitteilung nochmal als Pdf-Datei.

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