Uniwiesen nach Karnevalsanfang
(Silvia Pérez)
Köln. Anlässlich der heutigen Pressekonferenz der Stadtverwaltung Köln zum „Straßenkarneval 2026 – feiern, aber sicher“ und der öffentlichen Äußerungen von Oberbürgermeister Burmester Köln vor einer zunehmenden „Ballermannisierung“ zu bewahren und neue nicht benannte Regeln einzuführen, erinnert der BUND daran, dass im letzten Jahr in Aussicht gestellte Verbesserungen bislang nicht weiterverfolgt wurden.
„Wir erwarten nach wie vor, dass die Uni-Wiesen im Landschaftsschutzgebiet nicht weiter als ‚Ausweichflächen zu Gefahrenabwehr‘ missbraucht werden, indem Ströme von feierfreudigen jungen Menschen dort hingelenkt werden. Wer Exzesse im Straßenkarneval eindämmen möchte, muss hier anfangen und damit auch die BewohnerInnen des Zülpicher Viertels entlasten.“, fordert Helmut Röscheisen, Vorstandsmitglied des BUND Köln.
„Seit 2017 tagt der „Runde Tisch Karneval“, der inzwischen ein Bündel von konstruktiven Vorschlägen an die Stadt gerichtet hat, z.B. durch dezentrale Angebote am 11.11. und an den Karnevalstagen für junge Leute den weiterhin großen Zulauf in das Zülpicher Viertel wirksam abzumildern. Außerdem haben wir in den letzten Jahren den konkreten Vorschlag für eine gut erreichbare versiegelte Karneval-Eventfläche für das junge Publikum in der Innenstadt eingebracht und darüber auch konstruktive Gespräche mit dem Ordnungsamt geführt. Ein Wille zur Änderung war erkennbar, aber geschehen ist nichts und somit wird weitergewurschtelt.“, kritisiert Jörg Frank, BUND-Kommunalexperte.
Der BUND hatte 2024 das Konrad-Adenauer-Ufer zwischen Goldgasse und Bastei vorgeschlagen, dass sich für das Public Viewing zur Fußball-WM 2024 mit 50.000 Menschen bewährt hatte und genehmigungsfähig wäre. Da das junge Publikum zum Großteil von außerhalb über den Hauptbahnhof anreist, wären die Besucherströme optimal lenkbar.
„Als ersten Schritt sollte die Stadt ihre öffentliche Kommunikation ändern und dafür sorgen, das Zülpicher Viertel nicht weiter von KölnTourismus und Partnern als Karnevalshotspot bewerben zu lassen.“, fordern Röscheisen und Frank.