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BUND gegen Karneval Festival im Inneren Grüngürtel

21. Dezember 2022 | Kölner Grüngürtel, Naturschutz, Stadtökologie

Parallelveranstaltungen nur auf versiegelten Flächen

Pressekonferenz am Aachener Weiher ©Marian Engels

Bei einer Pressekonferenz am Aachener Weiher forderte heute die Kreisgruppe Köln des BUND zusammen mit betroffenen Anwohnerinnen, Karnevals Auswüchse zukünftig nicht mehr zu Lasten des Naturschutzes zu gestatten. Die Verlagerung von Feiernden am 11.11.22 in den Bereich des Landschaftsschutzgebietes am Aachener Weiher und der Uniwiesen sei nicht im Rahmen eines Sicherheitskonzeptes der Stadt Köln, sondern durch polizeiliche Entscheidung erfolgt. Es sei darum gegangen, große Gefahren für die Gesundheit der Menschen durch den massenhaften Ansturm an den Sperrstellen und Absperrungen im Bereich der Zülpicher Straße zu vermeiden. In dieser Situation hätten Leben und Gesundheit der Menschen Vorrang vor anderen zu schützenden Rechtsgütern gehabt. Als Folgeerscheinung beklagte Anwohnerin Aleke Schücking „Vandalismus und Unmengen an Müll, wie zahlreiche Glasscherben auf den Grünflächen und im Aachener Weiher, die vor allem dortige Wasservögel gefährden.“

Im Landschaftsschutzgebiet des Inneren Grüngürtels sehe der Landschaftsplan der Stadt Köln ein Verbot ungenehmigter privater und gewerblicher Veranstaltungen, Ansammlungen, Partys sowie unorganisierter Zusammenkünfte über soziale Netzwerke vor. Hierdurch sollen Beeinträchtigungen des Naturhaushalts vermieden und Schäden verhindert werden. Die Untere Naturschutzbehörde bei der Stadt Köln kann auf Antrag im Einzelfall von diesem Verbot eine Befreiung erteilen, wenn überwiegende Gründe des Wohls der Allgemeinheit die Befreiung erfordern. Der Naturschutzbeirat bei der Unteren Naturschutzbehörde kann der Befreiung jedoch widersprechen.

„Stadtdirektorin Andrea Blome sollte dafür sorgen, dass ein zu schützendes Rechtsgut nicht gegen ein anderes ausgespielt, sondern ein überzeugendes Sicherheitskonzept erarbeitet wird“, sagte BUND Vorstandsmitglied Helmut Röscheisen. Der Orientierungsrahmen des Innenministeriums von NRW zur Sicherheit von Veranstaltungen im Freien mit erhöhtem Gefährdungspotenzial vom November 2021 betone die Bedeutung von Alternativangeboten wie Bühnen mit attraktivem Musikprogramm zur Entzerrung der Besuchermassen. Für Weiberfastnacht seien ähnlich wie früher beim Medienfest auf den zur Zülpicher Straße nahe gelegenen Ringen, etwa auf dem Rudolfplatz und dem Hohenzollernring, solche Angebote vorstellbar. Bei einem Verbot von Glasflaschen in diesem Bereich zur Vermeidung von Verletzungsgefahren und die Bereitstellung von gegenüber dem 11.11.22 deutlich mehr und qualifiziertem Sicherheitspersonal durch die Stadt Köln, könnten mögliche Veranstalter eher angesprochen werden.

 

Kontakt und weitere Infos:

Dr. Helmut Röscheisen, 0160/ 97 209 108

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Kreisgruppe Köln, Melchiorstraße 3, 50670 Köln, Mail: bund.koeln(at)bund.net,, Phone: 0221 – 724710, Internet: www.bund-köln.de, www.facebook.com/bund-kreisgruppe-köln

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