BUND begrüßt politische Initiative für soziales Wohnen

26. Mai 2026 | AK Politik und Stadtentwicklung, Wohnungsbau

Ein erster Aufschlag für eine soziale und ökologische Bauwende

Der BUND Köln setzt sich für eine soziale und ökologische Wende im Wohnungsbau ein.

Köln-Innenstadt. Die Bezirksvertretung Innenstadt (BV1) empfiehlt mit großer Mehrheit das städtische Grundstück an der Helenenwallstraße in Deutz für sozial gebundenen Wohnungsbau vorzusehen, der klimaresilient und nachhaltig erfolgen soll. Sie lehnt damit den Verkauf an einen Privatinvestor für den Bau eines Büro- und Hotelkomplexes mit einem 45 m hohen Büroturm ab. Die Entscheidung darüber liegt allerdings beim Liegenschaftsausschuss und beim Ausschuss Stadtentwicklung und Regionales, der die Einleitung eines Bebauungsplans für die Büronutzung durch Wohnen ersetzen müsste.


„Der BUND Köln begrüßt ausdrücklich dieses Vorgehen der BV1. Es ist sehr lange her, dass
eine politische Initiative für sozial gebundenes Wohnen erfolgte. Immer mehr Wohnungen
fallen aus der Sozialbindung heraus, neue entstehen kaum noch. Nach unseren Recherchen
könnten hier ca. 140 Wohnungen entstehen, die für breite Schichten bezahlbar wären –
auch für Studierende und ältere pflegedürftige Menschen. Das gewachsene Deutzer
Wohnquartier würde durch die Nutzung einer Brachfläche sinnvoll ergänzt. So stellen wir
uns eine soziale und ökologische Bauwende vor“, erklärt Jörg Frank (AK Stadtentwicklung).


Bauen sollen am Gemeinwohl orientierte Bestandshalter, wie z.B. Genossenschaften, die
ein 80jähriges Erbbaurecht für 1,5% Erbbauzins des Bodenwert erhalten, wenn sie für diese
Dauer soziale Mietpreise gewährleisten. Der Bau würde über die Wohnraumförderung
NRW gefördert, so dass die Nettomieten zwischen 7,85 und 9,00 €/qm lägen. In Köln sind
die Mieten auf dem freien Markt bei Neubau auf durchschnittlich über 17 €/qm gestiegen.


„Angesichts der hohen Bodenpreise für Privatgrundstücke muss nun die Stadt endlich mit
ihren geeigneten Grundstücken beim Wohnungsbau in die Offensive gehen. Hat nicht OB
Burmester dies im Wahlkampf angekündigt? “, fordern Jörg Frank und Helmut Röscheisen,
BUND-Vorstandsmitglied.


Der wachsende Mangel an bezahlbaren Wohnraum kann in Köln im Rahmen einer sozialen
und ökologischen Bauwende gelöst werden, bei dem keine ökologisch hochwertigen
Freifächen, wie z.B. im Kreuzfeld, bebaut werden.


„Dies ist möglich, durch Schließung von Baulücken in den Stadtteilen, Verzicht auf
Einfamilien-Siedlungen. Durch Reduzierung überbordender Genehmigungsprozesse sollen
das Aufstocken von Bestandsbauten und die Bebauung mindergenutzte Grundstücke
vorangetrieben und vor allem die Quartiersplanung auf Konversionsflächen, wie z.B. in
Mülheim Süd, angegangen werden. Hier müssen nun OB, Verwaltung und Rat handeln“,
erklärt Helmut Röscheisen abschließend.


Kontakt:
Helmut Röscheisen, Vorstandsmitglied, mobil 0160 97 209 108
Hrsg.: BUND Kreisgruppe Köln, Melchiorstr. 3, 50670 Köln
Alle Pressemitteilungen des BUND Köln finden Sie unter: www.bund-koeln.de/service/presse/

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