Freiwillige packen beim Bau eines Grabenverschlusses in Köln-Dünnwald mit an (Silvia Pérez)
Seit dem 30. August 2023 arbeitet das BUND-Team um Martin Grund, Diana Kann und Alina Schulz (Projektleitung) gemeinsam mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern daran, Entwässerungsgräben zu verschließen und den natürlichen Wasserhaushalt wiederherzustellen. Dabei zeigt sich: Schon kleine Eingriffe können große Wirkung entfalten.
Mit Querverbauten aus Holz, sogenannten Spundwänden, die mit Erde abgedeckt werden, werden Gräben blockiert und das Wasser zurückgehalten. Oft zeigt sich schon am nächsten Tag, dass sich das Moor beginnt zu regenerieren: Die Gräben füllen sich wieder mit Wasser. Das verwendete Material ist einfach. Schweres Gerät kommt bewusst nicht zum Einsatz, um die empfindlichen Böden zu schonen und die Natur möglichst ungestört zu lassen.
Warum Moore so wertvoll sind
Intakte Moore sind Hotspots der Biodiversität. Hier leben Amphibien, Libellen und seltene Pflanzen wie der fleischfressende Sonnentau, die Moorlilie und das Kleine Helmkraut. Ihre Erhaltung ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz gefährdeter Arten.
Noch bedeutender ist jedoch ihre Rolle im Klimaschutz. Trockengelegte Moore sind für rund sieben Prozent der deutschen CO₂-Emissionen verantwortlich. Denn entwässerte Moorböden zersetzen sich, und dabei wird der in Form von Torf gespeicherte Kohlenstoff als klimaschädliches CO₂ freigesetzt. Umgekehrt binden nasse Moorböden Kohlenstoff dauerhaft. Sie wirken also wie natürliche CO₂-Speicher.
Darüber hinaus regulieren Moore den Wasserhaushalt in der Landschaft. Sie speichern Niederschläge, dämpfen Hochwasserspitzen und geben in Trockenzeiten Wasser langsam wieder ab. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an die Folgen der Klimakrise.
Mitmachen und anpacken
Das Besondere an diesem Projekt ist die Möglichkeit zur aktiven Beteiligung. Beim Bau von Grabenverschlüssen, beim Entfernen gebietsfremder Arten oder bei der Pflege sensibler Biotope sind die Freiwilligen direkt in die praktischen Naturschutzmaßnahmen eingebunden. Dabei erfahren sie nicht nur, wie Moore renaturiert werden, sondern auch warum dies so wichtig ist.
Zum Schutz der Böden erfolgt die Arbeit in Handarbeit mit Akkuschrauber, Säge und Hammer. Die Anleitung übernehmen erfahrene Projektkoordinatorinnen und Projektkoordinatoren. So entsteht ein direkter Bezug zwischen Engagement, Naturerlebnis und Umweltbildung.
Jetzt mitmachen!
Alle, die sich für den Moorschutz engagieren möchten, sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen.
Bitte beachten Sie: Um Werkzeug, Handschuhe und Material passend planen zu können, bitten wir um eine kurze Anmeldung per E-Mail an moore(at)bund-nrw.de.
Weitere Informationen zur Anmeldung, den Terminen sowie eine Anfahrtsskizze finden Sie hier: https://www.bund-koeln.de/schutzgebiete/moorprojekt-duennwald/
WDR-Beitrag zum Moorprojekt Dünnwald:
Text: Silvia Pérez