BUND-Kreisgruppe Köln
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Stadtbäume - Straßenbäume

29. August 2023

Bericht zur Exkursion am 13. August 2023

BUND Köln  (Manuela Franke)

„Bäume sind wirklich wichtig“, so begrüßte Katja Kleinert am Sonntagnachmittag des 13. August 2023 rund 20 interessierte Menschen, die sich im Hof der Alten Feuerwache eingefunden hatten, um sich über Straßenbäume – Stadtbäume zu informieren.

An heißen Sommertagen entziehen Bäume der umgebenden Luft Wärme und sorgen so für Abkühlung. Je nach Kronendurchmesser liegt die Temperatur durch die Verschattung mehrere Grade unter der tatsächlichen Lufttemperatur. Bäume schützen aber auch den Boden, produzieren Sauerstoff und verbrauchen CO2, sind somit also wichtig für Klimaschutz und Klimaanpassung.

Dass es den ca. 75.000 Straßenbäumen in Köln leider oft schwer gemacht wird, fiel gleich nach Verlassen der Alten Feuerwache an einer Linde auf, die an einer viel zu kleinen Baumscheibe litt. Durch die starke Versiegelung gelangt kaum Regenwasser in den Boden und an die Wurzeln. Auch die um sie herum geparkten Autos im Wurzelbereich tragen nicht zur Vitalität der Linde bei.

So kamen wir auch gleich auf das Thema Trockenheit und Hitze. Trotz des guten Regens der vergangenen Wochen macht die Hitze und Trockenheit der vergangenen Jahre den Stadtbäumen insgesamt sehr zu schaffen, was an teilweise bereits gelb verfärbten Blättern deutlich erkennbar war.

Auch das Thema Baumbestimmung kam nicht zu kurz. Kompetent und fachkundig erläuterte Katja Kleinert die Merkmale und Besonderheiten der verschiedenen Bäume entlang der Straßen. So erfuhren wir Spitz-, Berg- und Feldahorn zu unterscheiden, dass man die giftigen Früchte der Eiben nicht essen sollte, dass die helle Blätterunterseite der Silberlinde ein Verdunstungs-/Sonnenschutz ist, und dass der Lederhülsenbaum (Gleditischie) zwar ein wenig aussieht wie ein afrikanischer Savannenbaum, aber aus Nordamerika stammt.

Viel Interessantes wusste Katja Kleinert auch über Platanen, Robinien, Baumhasel sowie weitere Baumarten am jeweiligen Objekt zu berichten.

Auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfügten bereits über einiges an Fachwissen, beispielsweise zur Baumbestimmung, und stellten interessiert Fragen.

In einer Seitenstraße entdeckten wir dann eine Baumreihe mit Ginkgos, die als recht widerstandfähig gelten. Gleich mehrere Exemplare (weiblich wie männlich) des Zierbaums wurden hier vor einigen Jahren gepflanzt. Die Stimmung wurde etwas nachdenklich, als Katja Kleinert darüber berichtete, dass ein Ginkgo sogar die Atombomben von Hiroshima 1945 überlebt haben soll. Zunächst scheinbar tot, soll der Ginkgo nach einiger Zeit wieder ausgetrieben haben.

Angeregt diskutiert wurde über die Gestaltung und Bepflanzung verschiedener Baumscheiben. Viele Anwohnerinnen und Anwohner machen sich hier viel Mühe. Aber gut gemeint ist nicht immer gut gemacht, so Katja Kleinert, und ergänzt, dass eine ökologisch wertvolle Bepflanzung mit Wildblumen und -kräutern sowie heimischen Stauden am sinnvollsten ist, um die Artenvielfalt zu fördern. Gute Ansätze fanden sich in den begutachteten Baumscheiben durchaus. So konnten wilde Möhre, Flockenblume, Schafgarbe und einiges andere identifiziert werden. Ein Kirschlorbeer, ökologisch völlig wertlos, erntete jedoch nur Kopfschütteln bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Am Neusser Platz wurde dann noch einmal das Thema Trockenheit und Hitze sehr deutlich, und das Thema Bäume gießen wurde engagiert diskutiert. Darüber, dass Gießsäcke an den ausgewachsenen Bäumen am Neusser Platz keinen Sinn machen, waren sich alle einig. Warum die jungen Bäume nicht mit einem Gießsack ausgestattet waren, konnten wir nicht herausfinden. Teilweise waren die jungen Bäume auch mit Gießringen ausgestattet. Aber weder Gießsack noch Gießring machen Sinn, wenn sie bei Trockenheit nicht auch befüllt werden.

Etwas abseits vom Neusser Platz entdeckte Katja Kleinert dann noch begeistert eine Rarität in Köln: eine echte Esche, eine in Auenwäldern und in feuchten Bachtälern häufige Baumart.

Auf der Neusser Straße wurde die Gruppe zum Abschluss noch auf eine japanische Wollmispel aufmerksam, die sogar Früchte trug, welche sehr lecker sein sollen, so Katja Kleinert.  „Yenidünya“ verriet uns ein Anwohner sogar noch die türkische Bezeichnung dieses Baumes.

 

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