Einsatzleitung im Naturschutz: eine Ehrenamtliche erzählt

10. Juni 2026 | Dellbrücker Heide, Tiere und Pflanzen

"Kurzgesagt ─ Viele helfende Hände braucht die Heide, um Heide zu bleiben mit ihrer vielfältigen Flora und Fauna."

Anne zeigt dem Einsatzteam, wo sie invasive Pflanzen in der Dellbrücker Heide zupfen sollen. (Foto: Erika Christ)

In ihren zehn Jahren als Einsatzleiterin für die wöchentlichen Einsätze in der Dellbrücker Heide hat Anne eine deutliche Ausweitung der Pflegeaktivitäten erlebt. Die ehemalige Vermessungsingenieurin findet Befriedigung in ihrer ehrenamtlichen Arbeit für die BUND-Kreisgruppe Köln und ermuntert auch andere, mitzumachen. Wir haben Anne fünf Fragen zu ihrer Arbeit gestellt.

Seit wann leitest Du die Einsätze in der Heide, und was gefällt Dir am besten?

Ich bin seit 2012 oder 2013 in der Heide aktiv. Damals waren im Sommer nur einmal im Monat Einsätze. Die Leitung habe ich mittlerweile so ca. zehn Jahre ─ es könnten sogar elf sein. Ehrlich gesagt, macht mir irgendwie alles Spaß, solange die Ablagewege nicht zu weit weg sind. Es ist schon befriedigend zu sehen, wenn man invasive Bestände über die Jahre eindämmen kann oder erfolgreich Freiflächen geschaffen bzw. erhalten hat.

Aus welchem Veedel kommst Du? Was hast Du früher im Leben gemacht?

Ich komme aus dem südlichen Dellbrück und war Vermessungsingenieurin, die nach der Babypause aus verschiedenen Gründen nicht mehr in den Beruf zurückfand.

Wie sieht ein Arbeitseinsatz der Freiwilligen in der Dellbrücker Heide in letzter Zeit aus?

Neulich wurde japanischer Staudenknöterich gerupft, kanadische Goldrute ausgedünnt und Neuaustriebe von Robinien entfernt, die in den letzten Jahren gefällt bzw. abgeschnitten wurden. Der Knöterich und die Goldrute sind beide invasive, raumgreifende Neophyten. Auf einer vom Bagger anfangs dieses Jahres freigelegten Fläche wurden frische Baumsämlinge bzw. aus übriggebliebenen Wurzelresten austreibende Gehölze entfernt, um dort eine erneute Verbuschung frühzeitig zu unterbinden.

Was für Tätigkeiten können Ehrenamtliche in den kommenden Monaten erwarten?

Hauptthema bleibt in den Sommermonaten das Rupfen des japanischen Staudenknöterichs an unterschiedlich großen Standorten (er sollte idealerweise dreimal in der Wachstumsphase über Jahre hinweg bearbeitet werden, um ihn erfolgreich auszupowern ─ leider schaffen wir es oft nur zweimal). Unser zweiter neophytischer Hauptgegner in der Heide ist die Spätblühende Traubenkirsche, die durch Sämlingszupfen, Hacken oder Ringeln im Sommer bekämpft wird. Weitere Aufgaben sind auch Robinienneuaustriebe entfernen, Nachringeln von geringelten Robinien, Raushacken von neuen Robinienausläufern, denn Ringeln oder Fällen fördert bei Robinien vermehrte Wurzelausläuferbildung. Um die Ausbreitung der Besenheide (Calluna vulgaris) zu fördern, stellen wir diese frei von konkurrierendem Bewuchs und fördern durch Rohbodenfreilegen um diese herum ihre Aussaatmöglichkeit.

Warum sollten noch mehr Kölner*innen in der Heide mitmachen?

Kurzgesagt ─ Viele helfende Hände braucht die Heide, um Heide zu bleiben mit ihrer vielfältigen Flora und Fauna.  

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