BUND-Kreisgruppe Köln

Praktikumsbericht -Veganismus-

26. Oktober 2020 | Naturschutz, BUND, Klimawandel, Nachhaltige Zukunft, Nachhaltigkeit

Vegan. Obwohl die Auswahl in deutschen Supermärkten wächst, wird die vegane Ernährungsweise zum Teil immer noch belächelt. Zu Unrecht!

Frisches Obst und Gemüse.  (pixabay)

Es gibt etliche Möglichkeiten lecker und einfach vegan zu kochen. Durch meine Rezepte möchte ich Euch einige Beispiele dafür geben.

Ich bin Franzi und seit Anfang Oktober Praktikantin beim BUND. Als ich gefragt wurde, welches Projekt ich mir vorstellen könnte, kam mir sofort ein veganer Rezeptblog in den Sinn. Ich selbst lebe seit meinem 14. Lebensjahr vegetarisch und nun seit mehr als 6 Jahren vegan. Kochen und Backen gehören zu meinen größten Hobbies und ich freue mich sehr, dies in Form meiner Lieblingsrezepte an Euch weiterzugeben. Jede Woche Mittwoch werde ich Euch ein veganes Rezept aus meiner eigenen Sammlung präsentieren und wünsche jetzt schon mal viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit!

 

Der ausschlaggebende Grund für mich, auf die vegane Lebensweise umzusteigen, war der Umwelt zuliebe. Durch mein Studium der Agrarwissenschaften lernte ich einiges über die Landwirtschaft und die Viehhaltung. Um die Umwelt zu schonen, verzichtete ich auf ein eigenes Auto, Kurztrips mit dem Flugzeug und Online-Shopping. Was mir damals jedoch nicht bewusst war, ist, wie viel Treibhausgase durch die Landwirtschaft, insbesondere durch die Viehhaltung ausgestoßen werden. Hierbei handelt es sich einerseits um Methan, welches bei Verdauungsprozessen im Magen-Darm-Trakt von Kühen oder bei der Behandlung von Wirtschaftsdünger entsteht. Der Anteil der Landwirtschaft an den Methan-Emissionen beträgt ganze 62%. Lachgas ist ein zusätzliches klimaschädliches Gas, welches bei der Ausbringung von organischem und mineralischen Dünger freigesetzt wird. Der Anteil beträgt hier sogar 79%. Zusammen betrug der Anteil an Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2018 7,4%. Zwar ist die stationäre und mobile Verbrennung mit rund 82% immer noch Vorreiter im Treibhausgasausstoß, der Anteil der Landwirtschaft ist jedoch nicht zu unterschätzen.

Des Weiteren ist Fleischkonsum u.a. ein Grund für die Abholzung des Regenwaldes. Auch deutsche Handels- und Steakhausketten kaufen Fleisch von Firmen, die für die Abholzung des Regenwaldes verantwortlich sind. Um dem wachsenden Fleischkonsum gerecht zu werden, muss mehr produziert werden. Dazu wird mehr Platz benötigt. Einerseits Weidefläche, andererseits Ackerfläche, um Futter, insbesondere Soja für Rinder anzubauen. Für diese Fläche weicht mehr und mehr eins der wichtigsten Ökosysteme unserer Erde. Würde sich die gesamte Weltbevölkerung vegan ernähren, könnte die landwirtschaftlich genutzte Fläche um 75% reduziert werden.

 

Der Regenwald ist nicht nur ein wichtiger Speicher von CO2, er ist auch das Zuhause von einem Drittel aller Tier- und Pflanzenarten, die auf unserem Planeten leben. Diese sind durch die Brandrodungen, aber auch durch Monokulturen, die für den Anbau von Soja als Viehfutter dienen, bedroht. Umso wichtiger ist es, dieses wertvolle Habitat zu schützen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Massentierhaltung. Schweine, Rinder und Hühner werden in kürzester Zeit und auf engstem Raum so gemästet, wie es den Ansprüchen der Menschen genügt. Auf Tierwohl wird vor allem beim Billigfleisch in den seltensten Fällen Rücksicht genommen. Gegenseitiges Verstümmeln, Antibiotikaeinsatz und Kükenschreddern stehen auf der Tagesordnung. Einer Legehenne, welche unter normalen Umständen intensive, fürsorgliche Brutpflege betreibt, wird nach wenigen Augenblicken nach dem Legen ihr Ei weggenommen. Meist werden die Eier direkt auf ein Rollband gelegt und im Anschluss abtransportiert. Schweine werden normalerweise um die 15 bis 20 Jahre alt. In einem Mastbetrieb erreichen sie ein Höchstalter von nur 6 Monaten. Sauen, die zur Ferkelerzeugung dienen, dürfen immerhin 3 Jahre leben. Bei der Milchproduktion werden Kühe jedes Jahr künstlich befruchtet, damit sie ein Kalb zur Welt bringen. Nur so wird die Milchproduktion angeregt. Die künstliche Befruchtung erfolgt bereits 2 bis 3 Monate nach der Geburt. Das Kalb wird nach wenigen Tagen von der Mutter getrennt. Ab diesem Zeitpunkt ist die Milch nicht mehr für das Kalb, sondern für den Menschen bestimmt.

 

Es gibt einige gute Gründe, sich zumindest ab und zu vegan zu ernähren. Diese sind nur ein paar davon. Für weitere Informationen schaut euch gerne den Fleischatlas vom BUND an: https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/fleischatlas-2018/

 

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb