Nach der Earth Hour ist vor der Earth Hour

30. März 2026

 (Manuela Franke)

Am vergangenen Samstag wurde bei der Earth Hour weltweit ein Zeichen gesetzt und für eine Stunde einige Lichter ausgeschaltet. Doch der Schutz unserer Natur und Umwelt hört nach diesen 60 Minuten nicht auf – besonders direkt vor unserer Haustür, im eigenen Garten oder auf dem Balkon, können wir einen großen Unterschied machen.

Im Garten Licht? Bitte nicht!

Haben Sie sich schon einmal bewusst umgeschaut, welche Außenlichter bei Ihnen eigentlich die ganze Nacht brennen? Oft beleuchten wir Ecken, die wir gar nicht nutzen, oder lassen dekorative Strahler leuchten, während wir längst schlafen.

Warum weniger Licht so wichtig ist:
Für uns ist es nur ein Knopfdruck, doch für die Tierwelt hat künstliches Licht große Folgen. Nachtaktive Insekten verenden an hellen oder heißen Lampen, Vögel verlieren die Orientierung und sogar Pflanzen geraten in ihrem Wachstumsrhythmus durcheinander. Dabei stören bereits kleine Lichtquellen. Ein dunkler Garten ist ein lebendiger Garten!

Der Check: Was muss wirklich sein?
Gehen Sie abends einmal durch den Garten. Muss der Baum angestrahlt werden? Braucht der Balkon Dauerbeleuchtung? Oft reicht es, Licht nur dort einzusetzen, wo es wirklich der Sicherheit dient (z. B. an Stufen). Alternativ können auch lichtunabhängige Lösungen wie Markierungen oder Reflektoren eingesetzt werden. Ein Bewegungsmelder kann ebenfalls hilfreich sein, aber nur wenn er gut eingestellt ist, d. h. „weniger ist mehr“:

  • Kein Flutlicht-Effekt: Nur Leuchtmittel mit geringer Beleuchtungsstärke verwenden.
  • Warmes Licht einsetzen: Warmweiß oder bernsteinfarben (1.200–1.700 Kelvin)
  • Soft-Start-Funktion: Das Licht sanft hoch dimmen, statt es schlagartig „anzupeitschen“. Das gibt Tieren kurz Zeit, in den Schatten zu huschen.
  • Kurze Leuchtdauer: Den Timer auf die kürzest mögliche Zeit einstellen (z. B. 30 bis 60 Sekunden)

Sorgen wir gemeinsam dafür, dass unsere nächtliche Umgebung wieder etwas natürlicher wird. Ein dunklerer Garten schenkt uns nicht nur einen besseren Blick auf die Sterne, sondern gibt unseren heimischen Tieren den Lebensraum zurück, den sie brauchen.

Machen Sie mit! Jede ausgeschaltete Lampe zählt!

Warum die Dunkelheit für unsere tierischen Nachbarn lebenswichtig ist:

Für uns ist die Nacht oft nur die Zeit, in der wir schlafen. Doch in unseren Gärten beginnt dann für viele nachtaktiven Tiere der wichtigste Teil des Tages. Künstliches Licht wirkt hier wie ein massiver Störfaktor:

  • Die „Staubsauger-Falle“ für Insekten: Nachtfalter und andere Insekten werden vom Licht magisch angezogen. Sie kreisen erschöpft bis zum Tod um die Lampen oder verbrennen an ihnen. Weniger Insekten bedeuten auch weniger Futter für Vögel und Fledermäuse. Auch die Bestäubung unserer Nahrungspflanzen leidet.
  • Orientierungslosigkeit: Igel und Erdkröten meiden zu helle Flächen, was ihren Lebensraum unnötig einschränkt und sie auf gefährliche Umwege zwingt.
  • Gestörter Bio-Rhythmus: Dauerlicht signalisiert Tieren (und auch Pflanzen), dass es noch Tag ist. Das bringt ihren Rhythmus durcheinander. Singvögel fangen beispielsweise viel zu früh an zu singen, was wertvolle Energie kostet, die sie eigentlich für die Aufzucht ihrer Jungen brauchen.

Ein dunkler Garten ist also kein „toter“ Ort, sondern ein wertvoller Rückzugsort. Wenn wir das Licht ausschalten, geben wir den Tieren ihren natürlichen Rhythmus zurück und fördern die Artenvielfalt direkt vor unserer Balkon- und Terrassentür.

„Doch nicht nur die Natur profitiert von weniger Licht – auch für uns selbst hat das bewusste Abschalten klare Vorteile:

  • Besserer Schlaf: Zu viel Licht von draußen kann unseren eigenen Melatoninspiegel stören und unsere Gesundheit beeinträchtigen. Ein dunkleres Umfeld hilft uns, schneller zur Ruhe zu kommen und tiefer zu schlafen.
  • Geldbeutel schonen: Jede Lampe, die nicht brennt, spart Stromkosten.
  • Sternenhimmel genießen: Je weniger künstliches Licht uns umgibt, desto brillanter leuchten die Sterne über uns. Es ist ein Stück Lebensqualität, den Nachthimmel in seiner vollen Pracht zu sehen.“

Auch auf dem Balkon macht das Ausschalten einen großen Unterschied. Oft hängen hier Lichterketten oder Solarleuchten direkt an der Hauswand oder in der Nähe von Fenstern. Da Insekten von Licht angezogen werden, locken wir sie mit heller Balkonbeleuchtung oft unfreiwillig an.

Ein dunkler Balkon ist zudem ein wichtiger Trittstein für Nachtfalter, die sich in der Stadt von Balkonkasten zu Balkonkasten hangeln.

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