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Luft und Licht zum Keimen: Heidekraut-Pflege in Dellbrück

21. Mai 2024 | Dellbrücker Heide, Heideflächen, regelmäßige Termine, Tiere und Pflanzen

Ginster und Heidekraut (Calluna vulgaris) in der Dellbrücker Heide (Foto: C. Seeger)

Wer in den letzten Wochen durch die Dellbrücker Heide wanderte, dem fiel wahrscheinlich vor allem die sonnengelbe Ginsterblüte ins Auge. Für die Ehrenamtlichen der Dellbrücker Heide stand währendessen jedoch eine Pflanze im Fokus, die erst im Spätsommer wieder zum Besuchermagnet für Mensch und Tier werden wird: Die landschaftsprägende Besenheide Calluna vulgaris.

Bei ihr handelt es sich um eine jener konkurrenzschwachen Arten, für deren Erhalt die Dellbrücker Heide als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Als ausgesprochener Spezialist benötigt sie trockenen, sandigen, sauren Boden - und Rohboden, um überhaupt zu keimen. Stickstoffeintrag über die Luft verändert jedoch stetig den ursprünglich geringen Nährstoffgehalt des Bodens. Zusätzlich drängen bodendeckende und sich letztlich zu Humus wandelnde Kräuter, Gräser und Moose das Heidekraut zurück. Wo ehemals landwirtschaftliche Kulturformen wie die Plaggenwirschaft oder der Einsatz von Heidschnucken dem Kraut optimale Bedingungen schufen, wird nun kleinteiliger nachgeholfen.

Überwuchernder Bewuchs - v.a. Gras und Moos – haben die Ehrenamtlichen kontinuierlich per Hand aus dem Heidekraut entfernt. Mit einem Wiedehopf wurde außerdem die obere Bodenschicht im Randbereich der Sträucher abgenommen. Wo Humus und Wurzelwerk abgetragen sind, haben Calluna-Samen die besten Chancen, sich auszusäen und zu keimen. Auch über Absenker (zum Boden gesunkene und dort anwurzelnde ältere Triebe) ist an diesen Stellen eine Ausbreitung begünstigt.

Mit großer Freude konnten die Beteiligten feststellen, dass die Arbeit aus den vergangenen Jahren Erfolge zeigt: Eine Verjüngung des Heidekrauts ist an vielen Stellen schon deutlich sichtbar.

Sandiger Rohboden wurde v.a. um die Calluna-Bestände, stellenweise jedoch auch auf der angrenzenden Wiese geschaffen. Durch eine schonende Mahd mit der Sense und anschließendem Abharken liegt auch hier Boden frei. Sand- und trockenheitsliebende seltene Pflanzen wie Vogelfuß (Ornithopus perpusillus) und das gefährdete Turmkraut (Turritis glabra) konnten sich hier bereits ansiedeln. Mit besonderer Faszination konnten auch zahlreiche Wildbienen bestaunt werden, die die freigelegten Flächen nutzen, um ihre Nistgänge anzulegen.

Eine ausführliche Darstellung zum Plaggenhieb als Pflegemaßnahme der Heidelandschaft finden Sie auch hier.

Die Gruppe in der Dellbrücker Heide trifft sich jeden Freitag von 10 bis 14 Uhr. Wenn Sie Lust haben, die Pflegemaßnahmen zu unterstützen und Flora und Fauna hautnah zu erleben, melden Sie sich gerne im Büro unter 0221 724710 oder buero@bund-koeln.de

 

(Text: Carina Seeger)

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