Die zukünftige Baustelle auf der Fläche des bisherigen Siemens-Standortes in Ehrenfeld (Foto: Erika Christ)
Soll Köln dem zunehmenden Hitzechaos während der Sommermonate nicht völlig ausgeliefert sein, muss nach Ansicht der Kölner Kreisgruppe des BUND zweierlei geschehen: „Einmal dürfen die letzten größeren Kaltluftentstehungsgebiete in den Außenbereichen wie Kreuzfeld, Zündorf-Süd und Rath-Heumarer-Feldflur nicht einem überholten Entwicklungskonzept geopfert werden. Zum anderen brauchen wir in der Stadt eine doppelte Innenentwicklung: also eine sinnvolle Nutzung von Flächenreserven im Bestand und gleichzeitige Schaffung urbanen Grüns“, verlangte Vorstandsmitglied Helmut Röscheisen.
Kurz vor Ablauf der Öffentlichkeitsbeteiligung am 17. Juli 2026 zum Bebauungsplanentwurf auf der Fläche des bisherigen Siemens-Standortes an der Franz-Geuer-Straße in Ehrenfeld weist BUND Köln auf erhebliche Defizite beim Grünflächenschutz hin. Das dem Baugebiet zugrundeliegende Kooperative Baulandmodell (KoopBLM) Köln sieht bei einer Geschossfläche Wohnen in Vollgeschossen von 35.000 qm eine öffentlich zugängliche Grünfläche von 8.950 qm vor, so auch Baudezernent Markus Greitemann in seinem Brief an BUND-Vertreter Röscheisen vom 15. Juni 2023.
„Wenn jetzt nur noch kümmerliche 644 qm öffentlich zugängliche Grünflächen übrig bleiben und die Differenz durch einen Ablösebetrag ausgeglichen werden soll, ist das einfach blamabel“, betonte Pablo Steinberg vom BUND AK Politik/Stadtentwicklung. Das sind nur rund 7% der vom KoopBLM geforderten Grünflächen. Die Flächen sind zudem kleinteilig und aufgesplittert, klimatisch kaum wirksam und auch sozial wenig nutzbar. Mit dem Ablösebetrag können auch keine zusätzlichen Grünflächen im Baugebiet geschaffen werden.
Neben weiteren kritischen Ausführungen der Bewohner*innen des Stadtteils Judyta Kasprzyk und Michael Grün liegt die anonyme Stellungnahme eines Anwohners vor, in der die Sache auf den Punkt gebracht wird.