Hecken sind keine Angsträume!
(Gabriele Falk / Dr. Raimo Becker-Haumann)
Die Argumentation, dass Hecken entfernt werden, da diese Angsträume sein, ist wohl die absurdeste aller Argumente, um diesen Lebensraum zu vernichten.
Schon das alte Lied von den Kindern unterm Hollerbusch zeigt, dass Kinder sich gerne in Gebüschen verstecken. Dem ist bis heute so geblieben. Werden die Büsche entfernt, so verstecken sich die Kinder anderswo- Verstecken spielen wird immer ein Kinderspiel bleiben.
Ein heimeliges Plätzchen ist bei vielen Menschen beliebt. Geschützt vor Wind, zu vielen Blicken, draußen sein mit dem Gefühl doch in einem Zimmer zu sein, all dies wird gerne genutzt und brachte sogar anspruchsvolle Gartenensembles hervor, die bis heute hochgeschätzt sind.
Im urbanen Raum, wie zum Beispiel in Parks, rahmen Hecken Flächen ein und geben Strukturen, bieten Lebensraum für viele Tiere und Schall- und Emissionsschutz.
Jedoch werden zunehmend Hecken mit dem Argument entfernt, dass durch die Sträucher, die den offenen Blick verhindern, Angsträume entstehen.
Als Gründe werden unter anderem Müll in den Sträuchern, der dringe Toilettengang und Drogenhandel, sowie Konsum dessen, dies vor allem in den größeren Städten und ganz erschreckend die Gefahr von Überfällen genannt.
Die vorgenannten Herausforderungen sind alle sozialer Art. Der Kontakt zu einigermaßen mit Grünem bestücktem Umfeld oder, falls die Chance besteht, zu naturnahem Umfeld, ist nachgewiesen förderlich für einen lebensbejahende, soziale Lebendweise.
Bei zu viel Müll in den Hecken Sträuchern und Gebüschen kann Wegräumen, Aufstellung zusätzlicher Mülltonnen und Aufklärung helfen. Je gepflegter die Anlage, desto weniger Müll.
Bei Grünanlagen, die allzu oft als Toilette genutzt werden, sollten öffentliche Toiletten installiert werden. Sind die Hecken weg, werden die Bedürfnisse anderweitig in der Nähe erledigt
Bei Drogenproblem können Streetworker und Drogenräume helfen. Werden die Sträucher entfernt, werden an sich gleiche Situationen an anderer Stelle finden.
Schrecklicher Weise hat es immer Überfälle auf Menschen in schlecht einsehbaren Geländen gegeben. Es kann helfen diese zumindest in der Dunkelheit zu meiden und der Polizei zu melden, wenn Auffälligkeiten bestehen.
Eine Hecke, Sträucher oder ein Gebüsch aus vorgenannten Gründen zu roden, kann nicht die Lösung sein und hat sich bisher auch nicht als solche erwiesen.
Alle vorgenannten Begründungen führen zu dem Schluss, dass die Entfernung des Grüns nicht die Lösung der Probleme sein kann.
Resultat wäre eine Stadt ohne Hecken, Sträucher und Gebüsche, sicher aber nicht eine Stadt ohne soziale Probleme.