Gemeinsam für das Gremberger Wäldchen

25. Juli 2025 | Infostände, Tiere und Pflanzen

Das 2. Waldfest im Gremberger Wäldchen mit vielen Möglichkeiten für Austausch, Information und Waldgenuss Das 2. Waldfest im Gremberger Wäldchen mit vielen Möglichkeiten für Austausch, Information und Waldgenuss  (Foto: Manuela Franke)

Am 20. Juli 2025 war der BUND Köln mit einem Infostand zum Thema Gartenschläfer auf dem 2. Waldfest der Initiative „Gremberger Wäldchen bleibt!“ vertreten.

Schon lange wehren sich Umweltschützer*innen und Initiativen gegen den Ausbau der A4, die entlang des Südrandes des Wäldchens verläuft. Hier unter anderen zuhause: Der Gartenschläfer (Eliomys quercinus). Auf der Roten Liste wird er als „stark gefährdet“ eingestuft – und würde mit dem geplanten Autobahn-Ausbau wohl noch mehr potenziellen Lebensraum verlieren. Eine kleine Population ist am Rande des Wäldchens nachgewisen, weitere auch im Umfeld der Gremberghovener Seen. Mit dem Waldfest machte die Initiative aufmerksam auf die große ökologische Bedeutung des Wäldchens nicht nur als als Habitat mehrerer geschützter Arten sondern auch als Naherholungsgebiet, Luftreiniger und Wasserspeicher für die Stadt.  

An unterschiedlichen Ständen konnten sich die Besucher*innen informieren, ein spannendes Baummodell erkunden oder an Bastelstationen selbst aktiv werden und zum Beispiel Banner zur Rettung des Wäldchens gestalten. Auch Kuchen, Kaffee, Limo und das abwechslungsreiche Musikprogramm trugen zur durchweg angenehmen Stimmung bei. 

Eine Wald-Exkursion mit Holger Sticht, Vorsitzendem des BUND NRW, zog rund 30 Teilnehmende an und vermittelte Einblicke in das Leben und den Schutz des Gartenschläfers sowie die Ökologie des Waldes selbst. Am Nachmittag fand außerdem eine Führung zur Gedenkstätte des ehemaligen Krankensammellagers für Zwangsarbeiter*innen aus der NS-Zeit statt.

Redebeiträge stellten die Situation des Wäldchens dar und schlugen den Bogen zu Themen der globalen Klimagerechtigkeitsbewegung. Es wurde deutlich, wie breit die die Unterstützung für einen vollständigen Erhalt dieses einzigartigen Kölner Naturraums bereits ist. Man war sich hier einig: Der Ausbau der A4 von sechs auf acht Spuren zwischen Kreuz Gremberg und Kreuz Köln Süd, mithin Abriss und Neubau der Rodenkirchener Brücke sind weder notwendig noch alternativlos. Die starken Belastungen, die für Mensch und Umwelt einher gehen würden, sind unbedingt zu vermeiden und stehen in drastischem Widerspruch zur Reduktionsverpflichtung von Treibhausgasen im Klimaschutzgesetz als auch den Zielen des Koalitionsvertrags 2025 zur Klimaneutralität und den Vorgaben der EU für eine nachhaltige Verkehrspolitik und Emissionssenkung im Verkehrssektor. (Eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Vorhaben der Autobahn GmbH findet sich auf der Website der Initiative A4minus.)

Das Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“, das von 2018-2024 unter anderem vom BUND getragen wurde, untersuchte die Gründe für den starken Rückgang der Art in den letzten Jahrzehnten und brachte Gegenmaßnahmen auf den Weg. Neben Pestiziden, welche die Gartenschläfer über ihre Nahrung aufnehmen, zählt v.a. das Verschwinden strukturreicher Landschaften mit ausreichenden Versteck-, Nahrungs- und Nistmöglichkeiten als Hauptursache für das Aussterben der Tiere. Doch es gibt auch gute Nachrichten und Beispiele für "best practice": Wo der Einsatz von Giften unterbunden wird, Anpflanzungen vermieden werden und alte Bäume zu Totholz werden dürfen, kann der Gartenschläfer ehemaliges Terrain wiederbesiedeln. Auch in Gartenanlagen, die ausreichende Wasserversorgung sowie Nahrung in Form von Insekten, Spinnen, Schnecken oder Früchten bieten, finden Gartenschläfer einen Lebensraum.  

Sie haben einen Gartenschläfer beobachtet? Weiterhin helfen Meldungen unter www.gartenschlaefer.de bei der Kartierung und Erforschung. Auf der Website gibt es auch weitere Infos sowie Tipps zur naturnahen Gestaltung von Gärten, in denen sich nicht nur Gartenschläfer wohl fühlen. 

Wer den BUND zukünftig bei Infoständen unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen, sich im Büro unter buero@bund-koeln.de zu melden!

 

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