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BUND-Kreisgruppe Köln

Gefährliches Silvester!

19. Dezember 2019 | Chemie, Energiewende, Klimawandel, Lebensräume, Nachhaltigkeit, Nachhaltige Zukunft, Naturschutz, Stadtökologie, Tiere und Pflanzen, Vogelschutz

Dicke Luft zum neuen Jahr - wollen wir 2020 wirklich mit Rauch und Lärm willkommen heißen?

Ein explodierender Silvesterböller kann gefährlich für Mensch, Tier und Umwelt sein.  (Till_Frers_Photography/Pixabay)

An Silvester werden noch immer viele Böller und Raketen abgefeuert, die zwar schön anzusehen sind, aber teils dramatische Auswirkungen auf unsere Gesundheit und die Umwelt haben können. Der BUND Köln vertritt diesbezüglich eine klare Position:

Was vor hunderten von Jahren als Brauch zur Vertreibung von bösen Geistern begann, hat sich heute in eine unsinnige Belastung für Natur und Umwelt verwandelt. Jahr für Jahr beweist ein großer Teil der deutschen Bevölkerung, was es heißt, unverantwortlich mit Kleinsprengstoff umzugehen. Vor allem in den Städten kann es zu immensen negativen Auswirkungen kommen - Menschen werden – teils schwer - verletzt und verlieren ihren Gehörsinn. Haustiere geraten in Panik und entlaufen. Wildtiere leiden unter Todesangst und so unnötigem Energieverlust in der kalten Jahreszeit. Die Unmengen an Müll, die durch meist einzeln in Plastik eingepackte Feuerwerkskörper entstehen, verschmutzen riesige Flächen. Oftmals fallen diese Überreste auch auf Privatgrundstücke oder Gewässer und vergiften ganze Lebensräume. Besonders Kleinstlebewesen in Gewässern, die wichtig für das Ökosystem sind, können so bereits großen Schaden nehmen.

Die Feinstaubbelastung ist eine Gefahr für Umwelt, Mensch und Tier. Etwa 16 Prozent (Umweltbundesamt) der gesamten im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge innerhalb eines Jahres wird in der Silvesternacht erzeugt. Feinstaub ist für uns Menschen der gefährlichste Luftschadstoff und kann vor allem Atembeschwerden auslösen. Außerdem erhöht er das Risiko für Herzinfarkte, Lungenerkrankungen und sogar Lungenkrebs.

Für den BUND ist der Tier- und Artenschutz natürlich ein besonderes Anliegen. Wildtiere reagieren sehr empfindlich auf potenzielle Gefahren. Tagtäglich müssen sie ihr Überleben durch Achtsamkeit, Flucht oder Verteidigung sichern. Da sie im Winter nur begrenzte Energie- und Nahrungsreserven zur Verfügung haben, müssen sie gut mit ihren Kräften haushalten. Ein hoher Energieverlust durch Störungen oder Panik kann lebensbedrohliche Folgen haben. Für die Vögel kann die Silvesternacht vor allem in den Städten zum Verhängnis werden. Selbst wenn die Tiere an dem Schock nicht sterben, dauert es häufig Tage oder sogar Wochen, bis sie sich davon erholen.

So kritisch die Benutzung der Feuerwerkskörper ist, so gefährlich ist auch die Produktion. Diese wird in den meisten Fällen in Ländern wie Indien oder China unter ausbeuterischen Bedingungen bewerkstelligt. Regelmäßig sterben Arbeiter*innen bei der Herstellung und Verarbeitung des Sprengstoffs, sogar ganze Fabriken wurden schon in die Luft gejagt. Die langen Transportwege hinterlassen außerdem noch einen großen ökologischen Fußabdruck, den es zu vermeiden gilt.

Es ist unsere Entscheidung, ob wir den kommerziellen Irrsinn unterstützen wollen, oder diese unvernünftige Tradition aufgeben und uns umorientieren. Ein besinnlicher Silvesterabend ohne Krach und Nebel über unseren Köpfen bietet ohnehin viel mehr Raum für Dankbarkeit und gute Vorsätze.

Der BUND Köln wünscht Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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