Ein Feldhase springt durch die Aue. (Foto: Holger Sticht)
Die Nächte sind oft noch kühl, aber das machen die Sonnentage wieder wett. Dies ist auch in der Sürther Aue derzeit erlebbar. Dabei ist das Gelb die dominante Farbe.
Die wachsende Kolonie der Bluthänflinge balzt in wechselnden Trupps von insgesamt rund 35 Vögeln und „knobelt“ noch lautstark die Saisonehen aus. Die Populationsdichte dieser bundesweit gefährdeten Art im BUND-Betreuungsgebiet ist auch in diesem Jahr wieder herausragend. Sogar der erste Orpheusspötter ist bereits Ende April aus seinem tropischen Winterquartier zurückgekehrt und hat ein aus dem Vorjahr bekanntes Territorium besetzt.
Auch der im vergangenen Jahr erstmals für das Naturschutzgebiet festgestellte und landesweit gefährdete Malven-Dickkopffalter ist wieder aufgetaucht. Er profitiert von den sonnenexponierten Moschusmalven, die sich Dank des BUND-Naturschutzmanagements der letzten Jahre ausbreiten konnten.
Besonders beeindruckend ist die Vielzahl von Postillonen, die auf ihrem Durchzug die offenen Bereiche der Sürther Aue knapp über dem Boden schwebend durchstreifen. Ihre Erscheinung passt zu dem durch gelbe Farben dominierten Blütenmeer aus Frühlings-Fingerkraut und Zypressen-Wolfsmilch, das sich in diesem Jahr deutlich ausdehnen konnte.
Und wie bisher alljährlich gelangen schon wieder Neufunde mehrerer Pflanzenarten, allen voran jener der in NRW gefährdeten Frühlings-Segge. Sie ist ein vergleichsweise unscheinbares Sauergras, das aber für Halbtrockenrasen typisch ist und hier zum Beispiel mit der ungleich auffälligeren, aber erst im Juni blühenden Bienen-Ragwurz vergesellschaftet ist.
Beim nächsten Sürther Auenspaziergang am 20. Juni wird sich das gerettete Naturschutzgebiet wieder in anderen, aber nicht weniger bunten Farben zeigen. Darauf dürfen wir gespannt sein.