Zypressenwolfsmilch-Blüte in der Sürther Aue (Foto: Holger Sticht)
Der BUND Köln hat die neusten Ausgaben unserer jährlichen Berichte über die Pflanzen- und Vögelwelt im Westareal der Sürther Aue am Godorfer Hafen veröffentlicht. Der Autor der Berichte ist Holger Sticht, der als Projektleiter die Wiederherstellung des Naturschutzgebiets und das folgende Naturschutzmanagement verantwortet.
Highlights von der Vogelwelt:
- Insgesamt konnten in 2026 77 Vogelarten als Reviervogel/Brutvogel, Nahrungsgast, Durchzügler oder Wintergast festgestellt werden, von welchen sich 28 Arten auf den Roten Listen für Brutvögel befinden. Im Vergleich zu den 72 festgestellten Arten (bei 25 RL-Arten) des Vorjahres hat sich die Zahl nochmals erhöht.
- Reviervogelarten: Insgesamt konnten in 2026 27 Vogelarten festgestellt werden, die in dem Untersuchungsgebiet auf 17 ha insgesamt 146,5 Reviere bzw. Brutplätze besetzt hatten. Somit ist die Zahl reproduzierender Arten im Vergleich zum Vorjahr leicht angewachsen und hat einen neuen Höchststand erreicht.
- Nahrungsgäste: Der für die Niederrheinische Bucht inzwischen als stark gefährdet eingestufte Turmfalke nutzt das Naturschutzgebiet, hier alltäglich und ganzjährig als Nahrungsrevier. Hier finden zudem Kopulationen statt und wird territoriales Verhalten gegenüber anderen Greifvogelarten.
- Durchzügler: Mit nunmehr 48 festgestellten Vogelarten seit 2023, welche den Untersuchungsraum als Rastplatz nutzten, besitzt der Westteil des Naturschutzgebiets eine große Bedeutung als Rastgebiet. 33 dieser Arten konnten in 2026 beobachtet werden. Trauerschnäpper, Grauschnäpper, Wiedehopf, Ringdrossel und Heidelerche gehören zu den Rastvogelarten, die in 2026 erstmals festgestellt werden konnten. Beim landesweit vom Aussterben bedrohten Braunkehlchen ist die Zahl festgestellter Vögel insbesondere auf dem Rückzug auch in 2026 hoch gewesen.
Highlights von der Pflanzenwelt:
- Im Rahmen der vorliegenden Erhebung zwischen März und einschließlich Oktober 2026 konnten insgesamt 355 Gefäßpflanzenarten (von 418 seit 2023, 18 weitere im Vergleich zum Vorjahr) aufgenommen werden.
- 31 der 293 auf der Maßnahmenfläche festgestellten Arten werden auf den Roten Listen geführt, damit 7 mehr als im Vorjahr. Es gab 6 neue Arten: Feld-Steinquendel, Frühlingssegge, Knolliger Hahnenfuß, Feld-Klettenkerbel, Wirtgens Labkraut und Erdbeer-Klee.
- Zudem ist seit 2023, bei gleicher Untersuchungsintensität in den jeweiligen Jahren, die Zahl der RL-Arten kontinuierlich angestiegen. Damit wurde innerhalb dieser vier Vegetationsperioden die Anzahl gefährdeter Arten im gesamten N 5 ungefähr vervierfacht!
- Der bemerkenswerteste Neufund stellt sicher der des Feld-Klettenkerbels dar. Sechs nahe nebeneinander blühende Pflanzen waren auf einem gemähten Halbtrockenrasenstandort, der im Winter 2022/23 durch maschinelles Abschieben wiederhergestellt worden war, gefunden worden.
- Das erneute Auftreten des Blauen Gauchheils auf dem nur rund 100 qm kleinen Naturschutzacker ist allein auf eine gezielte Naturschutzmaßnahme zurückzuführen.
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