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Die Vielfalt kehrt zurück auf den Nikolausplatz – Ein Erfolg des Pflegeteams

24. Juni 2022 | Nikolausplatz, Spatzen, Stadtökologie

Wer sich dem Nikolausplatz nähert, hört schon von Weitem den fröhlich munteren Lärm von Kindern und Spatzen. Hier hat das Nikolausplatz-Team des BUND KÖLN durch sensible Gehölz- und Grünpflege den Lebensraum der dort ansässigen Haussperlinge und aller anderen dort lebenden Tiere deutlich verbessert.

Der Nikolausplatz an der gleichnamigen Kirche. Dieser Platz mitten in Köln-Sülz wurde ökologisch aufgewertet und beheimatet eine große Spatzenkolonie!  (Andrea Eßfeld)

Die Spatzen können nun auch Futterinsekten für ihre Jungenaufzucht finden, da zahlreiche heimische
Wildkräuter zwischen den Gehölzen wachsen dürfen. Leider werden diese wichtigen Nektar-Pollenpflanzen wie Vogelmiere, Gundermann, Knoblauchsrauke, purpurrote Taubnessel, Löwenzahn, Schöllkraut, Giersch, Labkraut und viele andere heimische Wildkräuter immer noch aus überzogenem Ordnungswahn als Unkraut bekämpft, was zu einem Wegfall der wichtigsten Nahrungsquellen unserer heimischen Insekten führt. Die Konsequenz: es gibt immer weniger Insekten für die Jungenaufzucht unserer heimischen Singvögel.


Mut zur Wildnis, mehr Natur in der Stadt zulassen, ist der Schlüssel zur Förderung der Biodiversität.
Der Wert der heimischen Wildkräuter und eine naturnahe Grünpflege muss den Anwohnern immer wieder erklärt werden. Vielen mag es zunächst nicht „ordentlich“ genug sein. Doch wenn sie dann das rege Treiben der jungen Haussperlinge am Nikolausplatz erleben und sehen wie die Spatzeneltern kleine Raupen , Käfer, Falter und Florfliegen für ihre Jungen zwischen Schöllkraut und anderen Wildkräutern finden, verstehen auch sie die ökologische Bedeutung dieser Pflanzen.


Die Kinder, die auf den Nikolausplatz zum Spielen kommen, lieben die wilden, abwechlungsreich gestalteten Sträucher. Hier sind naturnahe Erlebnisse möglich. Die Sträucher werden als Spielbüsche genutzt, in denen man sich verstecken kann. Die Kornelkirschen sind viel spannender als jedes Einheitsklettergerüst – hier wird Fantasie und Naturverständnis gefördert.
Einfach nur draußen sein – eine Höhle bauen, durch Büsche streifen, Schnecken sammeln, Wildbienen auf den Taubnesseln oder die Spatzen bei ihrem täglichen Ausflug in ihre Schutzgehölze beobachten - all das ist auf dem Nikolausplatz nun möglich.


Wir brauchen mehr davon - Da Köln weiter kinderfreundliche Kommune bleiben will, sollten alle Kölner Spielplätze so naturnah gepflegt und bepflanzt werden.
Zu guter Letzt noch eine schöne Nachricht. Im Herbst werden vom Amt für Landschaftspflege und
Grünflächen der Stadt Köln wieder vier neue Ebereschen gepflanzt - das sorgt für ein besonders
reiches Futterangebot für die Vögel und Insekten.

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