Den Garten ökologisch winterfest machen

17. November 2025 | Naturerlebnisgarten, Stadtökologie, Umweltbildung

Oder: Wie mache ich meinen Garten zu einem guten Winterquartier für heimische Tiere?

Der Fruchtstand der Karde enthält zahlreiche Samen, die im Winter besonders gerne von Stieglitzen herausgepickt werden (J. Hansen)

Wer Wert auf ökologisches Gärtnern legt, stellt sich vermutlich die Frage, wie man den Garten so winterfest macht, dass auch die Tierwelt davon profitiert und gut durch den Winter kommen kann?

Unsere heimischen Gartentiere nutzen vier Überwinterungsstrategien: den Winterschlaf, die Winterruhe, die Winterstarre sowie die Aktivität über den Winter hinweg.

Egal welche Strategie eine Tierart nutzt, sie profitiert in jedem Fall von einem nicht zu „aufgeräumten“ Garten. 

Schlupflöcher, Höhlen und Haufen von Steinen, Reisig oder Laub bieten vielen Arten Schutz vor Kälte und Niederschlag.

So sind z.B. Trockenmauern oder Steinhaufen im Sommer wie im Winter, ein toller Lebensraum für Reptilien und bieten auch Amphibien Schutz.

Eine Benjeshecke ist einfach zu bauen und ein sinnvoller Ablageort für Schnittgut. Zwischen zwei Reihen von dicken, pfahlartigen Stöcken, die senkrecht in den Boden gesteckt werden, schichtet man dünne und etwas dickere Äste locker auf. Es entsteht ein Lebensraum für viele verschiedene Tiere zum Beispiel Igel, Vögel, Kröten und Eidechsen.

Ein Komposthaufen kann, vor dem Winter einmal umgesetzt, dann isoliert mit Pappe, Jutesäcken, Vlies oder einer dicken Laubschicht, zum Beispiel Erdkröten sowie verschiedenen Insekten Schutz bieten.

Wenn größere Stücke Totholz bei der Gartenarbeit anfallen, können diese ebenfalls als Haufen auf unversiegeltem Boden liegenbleiben. Molche und Erdkröten verkriechen sich gern darunter und viele andere Bodentiere können sich unter der abblätternden Rinde zurückziehen. 

Auch einfache Reisig- oder Laubhaufen bieten sich als Überwinterungsquartier an. Auf den allseits beliebten Laubbläser oder -sauger sollte definitiv verzichtet werden.

Wer sich außerdem handwerklich betätigen möchte, kann einen Nistkasten bauen und diesen im Herbst aufhängen. Er ist nicht nur ein geeigneter Nistplatz in den Frühlings- und Sommermonaten, sondern dient auch als Quartier für überwinternde Tiere. Im nächsten Spätsommer sollte der Kasten saubergemacht werden, damit er wieder frisch bezogen werden kann.

Und was fressen die Tiere im Winter? Stauden, die über den Winter stehen gelassen werden, tragen häufig Fruchtstände mit unzähligen Samen, die von Vögeln ausgepickt werden können. Zudem überwintern auch Insekten in den hohlen Stängeln.

Fruchttragende Gehölze sind ebenfalls eine wichtige Nahrungsquelle. Besonders bedornte Gehölze wie zum Beispiel Weißdorn oder Schlehe sind außerdem sichere Nistplätze für Vögel im Frühjahr.

Da es für Vögel immer schwieriger wird ausreichend Nahrung zu finden, bietet es sich an, ihnen zusätzliches Futter zur Verfügung zu stellen. Zum Beispiel in Form eines Futtersilos, das mit Kernen befüllt wird und an einem möglichst trockenen Ort hängen sollte.

Für die Weichfutterfresser unter dem Vögeln, z.B. Rotkehlchen, Zaunkönig und Star, bietet sich ein Futter mit Rosinen, Kleie, Haferflocken und Mohn an, das in Bodennähe platziert wird.

Körnerfresser, wie Finken und Sperlinge, erfreuen sich mit ihren kräftigen Schnäbeln an härteren Sämereien wie Sonnenblumenkernen und Hanfsamen.

Allesfresser, zu denen u.a. Meisen und Spechte gehören, nutzen besonders gerne Fett-Körner-Mischungen.  

Ein klassisches Futterhäuschen, das zur Vogelbeobachtung einlädt, sollte regelmäßig mit heißem Wasser und Handschuhen gereinigt werden. So kann die Übertragung vieler Vogelkrankheiten verhindert werden. Da die Vogelgrippe nur für Wasser- und Hühnervögel gefährlich ist, können Singvögel auch weiterhin bedenkenlos von November bis Februar gefüttert werden.

Mit all diesen einfachen Mitteln lässt sich ein lebenswerter und sicherer Garten für viele heimische Lebewesen schaffen - auch im Winter.

Viel Freude beim Ausprobieren und Beobachten der Tiere!

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