Bild: Sabine Hammer / NOlympia-Campaign / BUND Kreisgruppe Köln
(Sabine Hammer)
Vertreter der Kreisgruppe Köln des BUND werteten die Ergebnisse des Ratsbürgerentscheids zur Bewerbung der Stadt Köln für die Olympischen Spiele 2036, 2040, 2044 als wenig überzeugend. Erfreulich sei die Wahlbeteiligung von 39,68%. BUND Köln und die anderen Mitglieder von NOlympia Köln mussten ihre Argumente gegen eine millionenschwere massive Werbekampagne des Landes NRW und der Stadt Köln mit bescheidenen Mitteln publik machen.
BUND-Köln Vorstandsmitglied Helmut Röscheisen: „Unser FAQ-Katalog www.bund-koeln.de zu den unten genannten fünf Themenbereichen, entsprechend den fünf olympischen Ringen, ist in der Bevölkerung auf viel Zustimmung gestoßen. Hätte uns auch nur ein Teil des Werbebudgets der Olympiabefürworter zur Verfügung gestanden, gäbe es in Köln vermutlich mehr Nein- als Ja-Stimmen.“
Stadtnatur und Flächenverbrauch: Der geplante Bau des Olympiastadions und des Olympischen Dorfes zerstören in Kreuzfeld ein wichtiges Kaltluftentstehungsgebiet.
Kosten und kommunale Finanzen: Das Haushaltsdefizit der Stadt Köln vergrößert sich durch die Kosten der Olympischen Spiele. Es fehlen Finanzmittel für eine leistungsfähige KVB und zur Sanierung von Schulen und Schwimmbädern.
Verkehr und Alltag: Das zusätzliche Verkehrsaufkommen durch die Olympischen Spiele überfordert die vorhandenen Kapazitäten.
Demokratie und Mitbestimmung: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) lastet die Risiken einseitig der Stadt Köln an.
Nachhaltigkeit und Greenwashing: Die Umweltauswirkungen der Olympischen Spiele werden nicht frühzeitig und umfassend ermittelt.
Jörg Frank vom BUND-Köln AK Politik/Stadtentwicklung: „Köln hat von allen beteiligten NRW-Städten die mit Abstand schwächste Ja-Quote und bleibt damit als Leading-City deutlich hinter dem Ergebnis von München zurück. Die relativ besseren Ergebnisse der übrigen NRW-Kommunen werten aufgrund der deutlich geringeren Beteiligung das Kölner Ergebnis nicht auf. Das NRW-Votum ist nur Mittelmaß. In Köln hat die Ja-Kampagne eine sozial gespaltene Stadtgesellschaft erzeugt. Das ist keineswegs eine komfortable Ausgangslage für die Entscheidung des DOSB Anfang September.“