BFD-Seminar am Ammersee: BUND-Freiwillige erfahren den Wert von Wasser

10. August 2026 | Umweltbildung

Sonnenuntergang am Ammersee (Foto: Erika Christ)

Mit 47 Quadratkilometern ist der Ammersee der drittgrößte See in Bayern, ein beliebtes Urlaubsziel und ein wichtiges Ökosystem für Pflanzen und Tiere. Außerdem schrumpt er, unter anderem weil immer mehr Sedimente aus den Alpen in ihn hineinfließen.

Für die 18 BUND-Freiwillige, die Ende Juli am BFD-Seminar “Die Wasserwelt des Ammersees Erleben” im Naturschutz und Jugendzentrum Wartaweil teilgenommen haben, waren die Auswirkungen des Klimawandels vor Ort deutlich zu spüren – an allen drei Tagen lagen die Temperaturen weit über 30 Grad, und es war kein Regen in Sicht. Eine gute Stunde nordöstlich vom See galten in München von Mitte Juli bis Anfang August eine Allgemeinverfügung zur Wassernutzung und eine Wasser-Sparanordnung. 

In Wartaweil konnten die Seminarteilnehmer dank der neuen “Klima-Wasserbaustelle” ihre eigenen Maßnahmen zur Kanalisierung fließender Gewässer und zum Wasserrückhalt entwickeln und umsetzen.

Wasserkonsum war ebenfalls ein heiß diskutiertes Thema – mit besonderem Schwerpunkt auf Wasserverbrauch in der Ernährung. Es mag zwar stimmen, dass jede Person in Deutschland durchschnittlich 126 Liter Trinkwasser pro Tag im Haushalt nutzt, doch wenn man den indirekten oder versteckten Wasserverbrauch bei der Herstellung und dem Vertrieb von Konsumgütern mit einrechnet, liegt die Zahl deutlich höher …  laut dem Umwelt Bundesamt bis zu 7.200 Litern pro Person und Tag. 

Insbesondere die gesunden Nahrungsmittel wie Gemüse, Früchte und Nüsse schneiden schlecht beim Wasserverbrauch ab, denn sie benötigen die größten Mengen “blauen Wassers” – das heißt, das Wasser das aus Grund- und Oberflächengewässern entnommen wird, um Felder und Plantagen zu bewässern. Um dieses Konzept besser zu verstehen, suchten Kleingruppen von BUND-Freiwilligen ihre eigenen Rezepte aus, bereiteten eine Mahlzeit zu und berechtneten ihren gesamten Wasserverbrauch. 

Im Rahmen einer Rollenspielübung lernten die Seminar-Teilnehmer die unterschiedlichen Perspektiven der Akteure in der Lebensmittelversorgungskette kennen und erfuhren wie schwierig es sein kann, sich auf eine gemeinsame Lösung für das Problem der Wasserknappheit zu einigen. 

Am letzten Tag des Seminars ging es um die “Grüne Stadt der Zukunft.” Dabei lernten die Bufdis das Konzept einer Schwammstadt kennen und bauten in Teams ihre eigenen nachhaltigen Städte. 

Der Referentin zufolge dienen Schwammstädte dazu, Wasser bei Niederschlagsereignissen zu speichern und dieses in Trocknenzeiten wieder abzugeben. So können die Auswirkungen des Klimawandels in Dörfen und Städten gemildert werden. Die Stadt Hamburg wurde als Beispiel einer potentziellen Schwammstadt hervorgehoben. 

Nun sind die BUND-Freiwilligen, von denen die meisten junge Erwachsene sind, an ihre Einsätzstellen zurückgekehrt, um ihre umweltbewusste Arbeit fortzusetzen. In den kommenden Jahren könnten sie wohl Teil der Lösung der deutschen Wasserkrise sein.

Für mehr Informationen zum Bundesfreiwilligendienst beim BUND Köln: https://www.bund-koeln.de/mitmachen/bundesfreiwilligendienst/bundesfreiwilligendienst-beim-bund/.

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