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BUND-Kreisgruppe Köln

Vögel richtig füttern

Nur im Winter oder auch im Sommer? Und wenn, was?

Wenn man sich über das Füttern von Vögeln Gedanken macht, muss man sich als erstes fragen, um welche Vögel es geht. Wir haben kurze Empfehlungen für Wildvögel, Wasservögel und Stadttauben im folgenden zusammengefasst.

Wildvögel

Blaumeise an Sonnenblumenkernen Blaumeise an Sonnenblumenkernen  (Pixabay)

Bevor man sich der Frage stellt ob, und wie man Wildvögel füttern soll, ist es wichtig vorab zu klären ob schon alles dafür getan wurde, dass die Vögel von sich über genügend Nahrungsquellen verfügen. Wichtig sind hierfür im privaten Bereich insektenfreundliche Gärten, Terrassen oder Balkone. Ein vermeintlich "ordentlicher" Garten entspricht oft menschlichen Ästhetikempfindungen. Für Wildtiere bietet er meist allerdings keinen geeigneten Lebensraum.

Wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind den Tieren eine natürliche Nahrungsquelle zu bieten, kann man ihnen zusätzliche Nahrung anbieten. Hierbei gibt es allerdings einiges zu beachten. Bei der Wahl des Futterhauses kann man vieles verkehrt machen. Der Großteil, der im Bau- oder Gartenmarkt angebotener Futterhäuser, ist ungeeignet. Die Körner und Sämereien sollten nicht mit dem Kot der Vögel vermischt werden da es sonst zur Ausbreitung von gefährlichen Krankheiten kommen kann. Daher sind breite Flächen wo der Vogel direkt auf den Körnern steht ungeeignet. Am geeignetsten sind sogenannte Futtersäulen. Meisenknödel scheinen zwar hygienisch, jedoch besteht die Gefahr dass Vögel in den Netzen hängen bleiben oder sich strangulieren. Aus diesen Gründen sollte darauf verzichtet werden.

Wasserschalen können, sofern sie nicht täglich frisch befüllt und regelmäßig gereinigt werden, ebenfalls ein Risiko darstellen wenn viele verschiedene Tiere aus ihr trinken. In ihr können sich Bakterien ansammeln und diese können übertragen werden. Sieht man einen aufgeplusterten Vogel an der Tränke, so sollte man die Tränke umgehend entfernen. Krankheitserreger wie Trichomonaden sind hochansteckend und können bei Nichtbehandlung  zum Tode führen.

Auch ist die Auswahl des Futters von verschiedenen Faktoren abhängig. So sollte beispielsweise ab dem Frühjahr auf Fettfutter verzichtet werden, da dies den Küken schadet. Körner und Sämereien können jedoch jederzeit problemlos angeboten werden.

Wasservögel

 (2554813/Pixabay)

Schilder mit Hinweisen darauf dass man Wasservögel nicht füttern soll findet man mittlerweile an fast jedem innerstädtischen See. Denn was sicher gut gemeint ist, kann unter Umständen schlimme Folgen für die Tiere haben. Gerne werden Brot- und Brötchenreste verfüttert. Industriell hergestellte Backwaren enthalten viel zu viel Salz, Zucker und Triebmittel. Diese quellen allerdings im Magen auf und führen im schlimmsten Fall zum Tod. Aber auch Körner und Sämereien können den Tieren schaden. Oft finden Wasservögel genug Nahrung in ihrer Umgebung.

Die zusätzliche Nahrungsquelle kann nicht immer vollständig aufgenommen werden. Dies führt vor allem in den wärmeren Jahreszeiten dazu, dass ganze Tierpopulationen sterben. Herumliegende Essensreste sind ein geeigneter Nährboden für gefährliche Bakterien. Durch das Graben im Schlamm nehmen die Tiere die Bakterien auf. Der sogenannte Botulismus ist eine Krankheit die dadurch entsteht. Diese Krankheit schädigt die Nerven und lähmt die Wasservögel. Was folgt ist ein qualvoller Tod.

Durch ein erhöhtes Nahrungsangebot steigt auch die Population der Tieren. Dies bedeutet, dass mehr Tiere am gleichen Ort um Nahrung kämpfen. Diese einseitige Fütterung und der Stress durch Konkurrenz macht die Tiere zusätzlich anfälliger für Krankheiten. Darüber hinaus verdrängen somit wenige Arten womöglich seltenere Wasservögel.

Aufgrund dessen sollten Wasservögel nicht gefüttert werden.

Stadttauben

Stadttauben sind verwilderte, domestizierte Tiere und nicht mit Wildtauben zu verwechseln. Stadttauben sind verwilderte, domestizierte Tiere und nicht mit Wildtauben zu verwechseln.  (Couleur/Pixabay)

Anders sieht es bei den Stadttauben aus. Stadttauben (lat. Columba livia f. domestica) sind, wie der wissenschaftliche Terminus schon vermuten lässt, domestizierte Tiere. Domestizierte Tauben stammen von den Felsentauben ab, die ganzjährig im Mittelmeerraum beheimatet sind. Ihr Lebensraum erstreckt sich über Felsenklippen und Berggebiete. Bevorzugt werden von ihr Felsenhöhlen und -spalten. Diese Gene stecken auch heute noch in den Stadttauben weswegen es kaum verwunderlich ist, dass sie Städte aufsuchen da dieser Lebensraum aus Stein und Beton dem ihrer wilden Vorfahren ähnelt.

Die Stadttauben, die in Fußgängerzonen so lästig erscheinen, sind nichts anderes als Brieftauben und deren Nachkommen. Viele Tauben sind den Anforderungen der Wettflüge nicht gewachsen und bleiben in Städten zurück und vermehren sich dort. Durch selektive Zucht sind diese Tiere dazu gezwungen viel öfter Eier zu legen als ihre wilden Verwandten (wie zum Beispiel Ringeltauben, die auch in der Stadt leben). Daran ändert auch kein Fütterungsverbot etwas, welches von immer mehr Städten ausgesprochen wird. Als Hartkörner-fresser finden sie in der Innenstadt keine artgerechte Nahrung. Sie sind gezwungen von menschlichen Essensresten zu leben.

Hier wäre eine artgerechte Fütterung mit Weizen, Gerste und Mais sinnvoll. Der Versuch die Tiere aushungern zu lassen ist nicht nur aus Tierschutzsicht äußerst fragwürdig, auch ändert dies nichts an der Häufigkeit der Fortpflanzung. Als Lösung für das Populationsproblem bietet sich das Augsburger Modell an. Hier werden Tauben in einem Schlag mit artgerechtem Futter regelmäßig versorgt und die Eier gegen Attrappen ausgetauscht um eine Geburtenkontrolle zu gewährleisten. So können sich die Tiere nicht mehr unkontrolliert vermehren.

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