BUND-Kreisgruppe Köln

Wiesenblumen haben es schwer!

27. November 2020 | Hecken, Köln kartiert, Nachhaltige Zukunft, Naturerlebnisgarten

In Klettenberg gibt es eine neue Heimat.

Im Rahmen des Projekts BUNDte Inseln Stadtnatur bereiten Aktive des BUND Köln den Boden im Naturerlebnisgarten Klettenberg für die Einsaat von seltenen Wiesenkräutern vor.  (Ramin Astaki)

In dem Projekt „Köln kartiert“ hat der BUND Köln mit dem Kölner Botaniker Hubert Sumser von 2013 bis 2015 die wild wachsenden Pflanzen in Köln kartiert. Ein Ergebnis war, dass von den fast 1400 gefundenen Pflanzen über 151 Pflanzen auf der Roten Liste Nordrhein-Westfalens der bedrohten Arten stehen. Sehr viele davon sind Wiesenpflanzen.

Wiesen werden traditionell nur ein- bis zweimal im Jahre gemäht. Wird die Mahd abschnittsweise durchgeführt (Staffelmahd), so bieten die Wiesen idealen Lebensraum für viele verschiedene Pflanzen und Tiere. Diese Praxis ist heute nicht mehr gängig. Die Gründe sind vielfältig. Die Orientierung in der Bewirtschaftung am Profit ist nur einer dieser. Somit sind die Wiesenpflanzen, wie zum Beispiel Wiesen- Glockenblume (Campanula patula), Wiesen-Silau (Silaum silaus) oder Wiesen-Strochschnabel (Geranium pratense), die früher in Massen vorkamen, sehr selten geworden.

Im Naturerlebnisgarten Klettenberg wurde fast 100 Quadratmeter Fläche unter Obstbäumen so bearbeitet, dass hier Wiesenblumen wachsen können. Im kommenden Jahr werden die ersten Pflanzen sprießen. Bis das stabile Gefüge einer Wiese entsteht, in der die Wiesenblumen überleben wird, dauert es noch einige Jahre, denn Wiesen brauchen Zeit, um stabile Pflanzengemeinschaften zu entwickeln. Die Pflege erfolgt, auch über das geförderte Projekt hinaus, über den BUND Köln.

Dies wurde durch die Postcode Lotterie möglich, die seit September 2019 bis Ende 2020 das Projekt BUNDte Inseln Stadtnatur finanziell fördert.

Da der Naturerlebnisgarten in einer Kleingartenanlage liegt und sich viele Menschen dort für die Pflanzen interessieren, gibt es hier viele Abnehmer für das kommende Saatgut. Bei dem Workshop in den Zollstocker Kleingarten im August dieses Jahrs, der trotz Corona-Bedingungen gut besucht war, gab es schon die ersten Interessenten.

Zu dem Projekt haben wir einen kurzen Infofilm für euch zusammengeschnitten. Schaut gerne vorbei!

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