BUND-Kreisgruppe Köln

Exkursion in die Holweider Brache

08. März 2020 | Holweider Brache, Lebensräume, Naturschutz, Tiere und Pflanzen, Umweltbildung

Ein informativer Ausflug in das neue Betreuungsgebiet.

Die Teilnehmer*innen der Exkursion des BUND Köln in der Holweider Brache hören interessiert zu.  (Gunter Falk)

Heute besuchte der BUND Köln, im Rahmen einer Exkursion, das neuste Betreuungsgebiet der Kreisgruppe mit dem Namen "Holweider Brache". Bei dem Gelände handelt es sich um ein Landschaftsschutzgebiet, welches entlang der S-Bahn Linie S11 führt und früher zeitweise als Deponie verwendet wurde.

Die verschiedenen Lebensräume wurden bei der heutigen Exkursion vorgestellt sowie zahlreiche Pflege-Maßnahmen erläutert, welche die Vielfalt an Pflanzen und Tieren optimieren können. Diese Maßnahmen sind so individuell wie die verschieden kleinteiligen Habitate in der Holweider Brache.

Insbesondere ist hier die Wiese zu nennen, die ohne regelmäßiges Mähen zum richtigen Zeitpunkt, für Schmetterlinge und weitere Insekten keinen geeigneten Lebensraum darstellen würde, da ansonsten artspezifische Nahrung fehlen würde.

Auch die, bei einem Spaziergang eher lästigen, Pfützen (oft temporäre Gewässer genannt) sind tatsächlich wertvolle Lebensräume. Sei es für Frösche und Kröten, die dort laichen, Vögel die dort trinken und baden oder Libellen, die sich dort vermehren. Diese Kleingewässer können im Laufe der Jahre durch verschiedene Pflanzen, wie zum Beispiel Brombeere, zuwachsen und würden somit nicht mehr als Lebensraum zur Verfügung stehen.

Außerdem wurde heute die negative Einwanderung des Essigbaums (Rhus typhina L), auch "Kolben-Sumach" genannt, aus den benachbarten Gärten thematisiert. Innerhalb weniger Jahre werden blühende, krautige Pflanzen von dem Essigbaum überwachsen und wo vorher viele Blüten Nahrung für Insekten boten, entsteht ein Reinbestand dieser einen Pflanze. Der Essigbaum ist eine etablierte, neophytische Art. Neophyten sind Pflanzen, welche nicht von Natur aus an einem Ort wachsen, sondern durch menschlichen Einfluss dort hingekommen sind. Deshalb sind sie nicht heimisch. Eine Art gilt als „invasiv“, wenn sie unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten, Lebensgemeinschaften oder Biotope haben. Der Essigbaum zählt in Deutschland zu den invasiven/ potenziell invasiven Arten, da er mit anderen heimischen Arten in einem Konkurrenz-Verhältnis steht und sie durch rasanten Aufwuchs verdrängt.

Aus diesem Grund mäht der BUND Köln ab sofort die Wiesen, entfernt die aufwachsenden Bäume, schneidet die Gewässer frei, beobachtet die Entwicklung des Gebietes und macht der Stadt Köln weitere Vorschläge. Denn solche Pflegeeinsätze sind ohne Genehmigung des Eigentümers, hier der Stadt Köln, nicht durchzuführen. Somit bat der BUND Köln um ein Gespräch und stellte bei einem Ortstermin jegliche Maßnahmen vor.

Wir haben uns gefreut, dass unsere bisherigen Vorschläge gerne entgegengenommen wurden und der BUND Köln jetzt los legen kann.

Jede*r ist eingeladen, dem Team bei der Pflege mit zu helfen. Alle Informationen dazu sind in unseren Terminen zu finden.

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