Erde am Limit

Die Menschheit steht in der Kreide - Der Earth Overshoot Day fällt auf den 8. August 2016

Das Jahresbudget an Ressourcen unserer Erde ist für dieses Jahr aufgebraucht. Der Erdüberlastungstag, auch Earth Overshoot Day oder Ecological Dept Day genannt, ist der Tag, an dem der ökologische Fußabdruck der Menschheit die (jährliche) Biokapazität der Erde überschreitet. Der Earth Overshoot Day geht auf den britischen Think Tank New Economics Foundation zurück und wird jährlich ermittelt.

Berechnungen des Globalen-Fußabdruck-Netzwerkes (Global Footprint Network, GFN) zufolge wurde die für das Jahr 2016 verfügbare Gesamtleistung der Natur somit in weniger als 9 Monaten aufgebraucht. Damit fällt der Tag erneut auf ein noch früheres Datum seit Beginn der Berechnungen (19. Dezember 1987, 26. Oktober 2007, 08. August 2016).

Die Berechnung des Erdüberlastungstags ergibt sich aus der jährlichen Biokapazität der Erde (die Summe der jährlich von der Erde bereitgestellten ökologischen Ressourcen) geteilt durch den ökologischen Fußabdruck (die menschliche Nachfrage nach natürlichen Ressourcen) multipliziert mit der Anzahl der Tage des Jahres.

Der Ökologische Fußabdruck der Menschheit übersteigt die Biokapazität der Erde heute bereits um mehr als die Hälfte. Die Naturressourcen und ökologischen Dienstleistungen, die ab morgen verbraucht werden, können in diesem Jahr nicht mehr regeneriert werden. Die Menschheit verbraucht aktuell Ressourcen und Ökosystemdienstleistungen von den sie umgebenden Ökosystemen, die mehr als eineinhalb Planeten Erde entsprechen - ein prekärer Umstand auf den zahlreiche Umweltorganisationen hinweisen. Wäre der Verbrauch überall auf der Welt so hoch wie bei uns, wäre dieser Tag noch bedeutend früher im Jahr erreicht. Diesem negativen Trend können wir durch ressourcenschonendere und -effizientere Wirtschafts- und Konsumformen entgegenwirken.

Unser Erde braucht Freunde. Mittlerweile benötigt der Planet über ein Jahr und sechs Monate um den weltweiten Verbrauch der Menschheit in einem Jahr zu decken. Dabei verringern wir natürliche Ressourcen und füllen Abfallsenken (wie z.B. unsere Atmosphäre) von denen Biodiversität und das gesamte Leben auf unserem Planeten abhängen.

Vor allem der Energiesektor, die Industrie, der Verkehrssektor und die konventionelle Landwirtschaft emittieren klimawirksame anthropogene Gase, erstere v.a. Kohlenstoffdioxid, letztere v.a. Methan und Distickstoffmonoxid (Lachgas).

Mit diversen kleineren Maßnahmen können wir unseren Alltag ressourcenschonender gestalten.

Transportmittel: Zufußgehen oder mit dem Fahrrad fahren und bei längeren Strecken auf öffentliche Verkehrsmittel setzen. Denn der Verkehrssektor emittiert Kohlendioxid, Methan, Distickstoffmonoxid, Schwefeldioxid, Stickoxide, Kohlenmonoxid, flüchtige organische Verbindungen und Feinstaub – 95 Prozent davon entfallen auf den Straßenverkehr.

Industriesektor: Teilen, Tauschen, Gebraucht kaufen und beim Kauf von Neuware auf Qualität und Langlebigkeit achten. Denn die Produktion von Waren und Gütern emittiert energie-und prozessbedingt v.a. die klimawirksamen Gase Kohlenstoffdioxid und Distickstoffmonoxid. Zudem verbrauchen auch die Recyclingprozesse von Wertstoffen Ressourcen und emittieren Treibhausgase.

Energiesektor: Strom Sparen und Ökostrom wählen. Licht aus in leeren Räumen. Strom aus erneuerbaren Energiequellen verusacht weniger Kohlenstoffdioxid. Aber auch Energie aus Wind- und Wasser sind dabei nicht völlig CO2-neutral, da beim Bau der Anlagen Kohlenstoffdioxid emittiert wird. Zertifizerte Ökosstromanbieter finden Sie z.B. hier.

Landwirtschaft: Bevorzugt Lebensmittel nichttierischen Ursprungs aus regionaler (kurze Lieferwege), saisonaler (weniger aufwendig gelagert und gekühlt) und ökologischer Landwirtschaft konsumieren. Der landwirtschaftliche Sektor ist neben dem Energiesektor und der Industrie ein zentraler Verursacher von Treibhausgasen in Deutschland. Vor allem die Emissionen von Methan- und Distickstoffmonoxid sind aufgrund ihrer hohen Klimawirksamkeit besonder schädlich, so ist Methan 25-fach und Monostoffdioxid 298-fach klimaschädlicher als Kohlenstoffdioxid. Diese fallen v.a. bei der ressourcenintesiven Produktion von tierischen Erzeugnissen an. Im gentechnikfreien Biolanbau werden u.a. aufgrund des Verzichts von künstlichen Düngern und Pflanzenschutzmitteln etwa 20 Prozent weniger Treibhausgase emittiert als bei intensiver konventioneller Landwirtschaft.

Abfall- und Abwasser: Weniger wegwerfen. Konsequente Mülltrennung. Vermeidbaren Müll tatsächlich auch vermeiden: Wiederverwenbare Taschen, Körbe und Behälter statt Plastiktüten und Papiertaschen für den Einkauf verwenden, verpackungsfreie Waren bevorzugen, zu Mehrweg statt Einweg greifen, Leitungswasser trinken, Lebensmittel umsichtiger einkaufen - v.a. bei verderblichen Waren. Den Papierkonsum einschränken sowie aufladbare Batterien verwenden. Wenn möglich im Garten und auf dem Balkon kompostieren. Das Verrotten organischer Materialien unter Luftabschluss verursacht klimaschädliches Methan. Foglich tragen Mülldeponien, Senkgruben und offene Klärschlammfaulung maßgeblich zur Emission klimawirksamer Gase bei.

Viele weitere hilfreiche Tipps und Informationen zu mehr Nachhaltigkeit im Alltag finden Sie auf der Seite des BUND-Bundesverbandes

 

 

 



Unsere Bürozeiten:


Montag, Dienstag, Donnerstag:

10:00 - 13:00 Uhr

Telefonisch erreichen Sie uns unter:   0221 - 724710

Öffentliches Plenum:
Jeden dritten Montag im Monat um 19:30 Uhr in unserem Büro.



Suche