Ökologisch sinnvolle Heckenpflege

Zum Schutz der Kölner Stadtnatur

Durch beherztes Auftreten konnte Andrea Eßfeld, BUND-Aktive im Bereich Stadtökologie, einen vier Meter breiten und etwa 15 Meter langen Gehölzstreifen im linksrheinischen Köln-Sülz retten. Dieser besteht aus einheimischen, standortgerechten Gehölzen wie Weißdorn, Pfaffenhütchen, Holunder, Feldahorn und leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz der heimischen Kölner Flora und Fauna. Die restliche Hecke wurde gemäß der vorgesehenen Pflege über viele Meter hinweg auf den Stock gesetz, dass heißt bis auf den Boden abgeschnitten. Hierdurch sind Winterverstecke, Nahrungsquellen und Brutplätze für das kommende Frühjahr verloren. Der BUND fordert schon seit langem die Umstellung hin zu einer ökologischen Pflege.

Eichhörnchen (Sciurus vulgaris)

Hecken und Sträucher sind ein vitaler Bestandteil der Kulturlandschaft. Diese Linienbiotope verbessern nicht nur das städtische Mikroklima sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Steigerung der Artenvielfalt, ohne dabei auf ästhetische Ansprüche verzichten zu müssen. Gleich auf mehreren Etagen bilden Blüh- und Schnitthecken wertvolle Brut- und Nistplätze und bieten zudem einen wichtigen Lebensraum für viele weitere einheimische Kleintiere. Den hohen Baumbestand nutzen Eichhörnchen oder Vögel, wie der Stieglitz und der Erlenzeisig. In den mittleren Etagen der Hecken finden sich Haussperlinge, aber auch Insekten und Schnecken, denen die Hecke als Schutz vor Fressfeinden dient. Dicht über dem Boden nutzen Heckenbraunellen die Hecken als Brutplatz. Die Moos- und Krautschicht beherbergt die meisten Heckenlebewesen wie Igel, Hasen, Mäuse, Eidechsen, Kröten sowie Käfer, Ameisen und diverse andere Insekten. Darüber hinaus spielen Hecken und Sträucher eine wichtige Rolle bei der Vernetzung von Einzellebensräumen.

Erlenzeisig (Carduelis spinus)

In der Stadt gewinnen Hecken, v.a. aufgrund des zunehmenden Drucks auf freie, unbebaute Flächen, für den Schutz und Erhalt der einheimischen Flora und Fauna zunehmend an Bedeutung.

Um Ihre Hecken und die darin lebende Artenvielfalt zu schützen, können Sie sich hier die vom BUND herausgegebenen Empfehlungen zur landschaftsgerechten Heckenpflege durchlesen.
Für eine umweltgerechte kommunale Grünpflege bedarf es der Umsetzung des Maßnahmenkatalogs zu Biodiversitätstandards für das ökologische Management kommunaler Grünflächen, da etwaige Folgen falscher Pflege immer wieder zu starken Beeinträchtigungen führen, die auf Dauer nicht rückgängig zu machen sind.
Die BUND-Kreisgruppe Köln fordert die Umsetzung bereits seit Jahren.



Stieglitz (Carduelis carduelis)

Bei Neupflanzungen ist es zum Schutz und Erhalt der heimischen Artenvielfalt sinnvoll auf heimische Bäume und Sträucher regionaler Herkunft zurückzugreifen, da dieses Pflanzgut automatisch den Schutz ansässiger Tiere bedeutet. Der Erhalt der sich spontan ansiedelnden Stauden- und Krautschicht bzw. die Schaffung eines naturnahen Krautsaumes sind von besonderer Bedeutung. Die Flora und Fauna hat sich sehr gut an die hiesigen Bedingungen angepasst. Auf Eichen können beispielsweise bis zu 300 Insektenarten leben, während es bei Kastanien lediglich vier Arten sind. Ähnliches gilt für den weißen Hartriegel asiatischen Ursprungs, welcher nur 8 Vogelarten beherbergt, während sein heimischer Verwandter, der rote Hartriegel von über 40 Vogelarten genutzt wird.
Eine Auswahl geeigneter, einheimischer Sträucher finden Sie bei der BUND-Ortsgruppe Markdorf.

Weiter Information darüber wie Sie mittels umweltgerechter Pflegemaßnahmen im heimischen sowie städtischen Grün einen Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Kölner Artenvielfalt leisten können finden Sie hier und hier.

Admiral (Vanessa atalanta)

Menschen, die nicht die Kapazitäten zur Pflege einer Hecke aufbringen können, aber gerne zur Kölner Biodiversität beitragen möchten, bietet die Übernahme einer Patenschaft für Kölner Baumscheiben eine mögliche Alternative.

Weiter Informationen zu einem umweltgerechten Gärtnern frei von Pestiziden finden Sie hier.

So schaffen Sie Vögeln und Insekten ein reichhaltiges und pestizidfreies Angebot im Garten und auf dem Balkon. Bezugsquellen für samenfestes und ökologisch konsequentes Saatgut finden Sie beispielsweise hier, hier und hier.

Eine Linksammlung mit weiterführenden Informationen zu samenfesten Saatgut und weiteren Bezugsquellen finden Sie beim BUND der Region Hannover.

                                      
Die BUND-Kreisgruppe Köln fordert bei der Pflege von öffentlichen Grünflächen:

  • Keine Pflegemaßnahmen zwischen dem 1. März und dem 30. September.

  • Hecken sollen künftig alle 1-2 Jahre nach guter fachlicher Praxis ausgelichtet werden, um eine Überalterung der Sträucher zu vermeiden und diese blühfreudig zu erhalten.

  • Dornige Sträucher mit mehr als 2 m Durchmesser sollen über einen randlichen Verjüngungsschnitt hinaus nicht geschnitten werden, da sonst die besondere biologische Funktion des unberührten inneren Dickichtes verloren geht.

  • Bei den Hecken, die auf den Stock gesetzt werden müssen, ist abschnittsweise zu arbeiten. Die Abschnitte sollen nicht nebeneinander liegen, 10 Meter nicht überschreiten und nach Altersstruktur jährlich wechseln.

  • Es sind nicht mehr als 30 Prozent der Hecke zu bearbeiten.

  • Eine Beschädigung des Wurzelbereiches und der Wildkrautzone soll vermieden werden.
    Es soll eine Laubschicht verbleiben.

  • Bei Nachpflanzungen sind heimische, blühende und fruchtende Sträucher zu verwenden.
    Nicht heimische Sträucher sollen sukzessive durch heimische, blühende und fruchtende Sträucher ersetzt werden. Je hundert Meter sollen nicht mehr als drei Überhälter in der Hecke stehen.

Die Forderungen der BUND-Kreisgruppe Köln finden Sie als PDF hier.




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