BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Stadtnaturschutz

In Deutschland leben derzeit mehr als 80% der Menschen in Städten. Daher steht der städtische Naturschutz im Spannungsfeld vielfältiger Interessenkonflikte. So ist die heutige Flächenplanung in Städten überwiegend von wirtschaftlichen Interessen geprägt.
Flächenversiegelung, Zerschneidung von Lebensräumen und eine fortschreitend gestalterisch geprägte Natur sind die Folgen. Im "Standpunkt Stadtnaturschutz" hat der BUND im Jahr 2012 seine Vorstellungen und Forderungen zu einer ökologischen Stadtentwicklung dargestellt.
"Stadt" und "Natur" scheinen sehr gegensätzlich zu sein, widersprechen sich aber keineswegs. Der BUND setzt sich deutschlandweit dafür ein, die Natur in der Stadt zu erhalten und auszuweiten.

Heumarkt: Garten für einen halben Tag

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Photo Zu einem Pop-up Garden am Heumarkt hatten der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen e.V. (VGL NRW) und der Bundesverband mit der Initiative „Grün in die Stadt“ eingeladen. Damit die Kölner und Kölnerinnen die Bedeutung grüner Oasen in der Stadt schätzen lernen, konnte man bei kühlen Getränken chillen, Reden anhören und ins Gespräch kommen, Straßenmalern zusehen, Fotos mit Requisiten machen und selbst zur Tat schreiten: z. B. hinterher einen Obstbaum pflanzen, denn davon wurden 1.000 verschenkt – für jeden Wunsch zum Kölner Grün, als Blatt an einen »Wunschbaum« gehängt, einer. »Mehr Wildnis in der Stadt wagen«, hieß es da beispielsweise.
Beim Grünanteil liegt Köln unter dem Bundesdurchschnitt. Ständig neue Projekte für Wohnbebauung, Gewerbe- und Verkehrsflächen oder versiegelnde Sporteinrichtungen mit Kunstrasen gehen zulasten von Grünflächen. Auch der einzigartige Kölner Grüngürtel ist heute, so scheint es, nicht mehr tabu. Es ist eine Binsenweisheit: Der Raum in der Stadt ist begrenzt, der Nutzungsdruck hoch. Das Grün zieht gegenüber wirtschaftlichen Interessen fast immer den Kürzeren. So wird Lebensraum für die Natur immer knapper. Nachhaltig ist das nicht und irgendwann schlägt der Bumerang zurück. Dann wird die Stadt auch für die Menschen lebensfeindlich.
Photo Photo Am Wunschbaum zeigte sich, dass die Kölnerinnen und Kölner gar nicht so zufrieden mit dem Kölner Grün sind, wie es immer heißt.
Beim Grün in Köln geht also noch was – und muss es auch. Schließlich filtert z.B. eine große Buche die Jahresemission von Feinstaub eines PKWs aus der Luft: Angesichts von wahrscheinlichen Fahrverboten darf Köln also nicht 300 Bäume etwa für eine neue, unbedachte Verkehrsplanung an der Bonner Straße unnötig opfern, obwohl es auch anders, umweltschonender, ginge. Grünflächen sind auch angesichts des Klimawandels unverzichtbar – sie bringen wenigstens etwas Kühlung in die überhitzten Straßenschluchten und mindern die Folgen von Starkregen und Sturzfluten.
Also: Mehr Grün in die Stadt! Mehr Natur in Köln! Und nicht nur für vier Stunden als Pop-up Garden.

Die WDR Lokalzeit berichtete auch:
http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-koeln/video-pop-up-park-auf-dem-heumarkt-100.html

Text: Sabine Hammer
Photos: Marita Hammer

Der Buchsbaumzünsler breitet sich aus

Was man bei Befall tun kann
Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) wurde in den frühen 2000ern vermutlich durch gewerbliche Schifffahrt von Ostasien nach Deutschland eingeschleppt und hat sich seit dem bis nach Großbritannien und in die Türkei ausgebreitet.

Die 4 bis 5cm langen, grün-schwarzen Raupen sind dafür bekannt, große Schäden an verschiedenen Arten von Buchsbäumen in Gärten anzurichten.

 

Häufig wird zur Bekämpfung auf chemische Pestizide zurückgegriffen. Diese treffen aber nicht nur die Raupen des Buchsbaumzünslers sondern auch viele heimische Arten. Auf keinen Fall sollte man auf Gifte zurückgreifen, die Neonicotinoide (meist Thiacloprid) enthalten. Diverse Studien ergaben, dass Pestizide die Neonicotinoide enthalten, mitverantwortlich für das Weltweite Bienensterben sind. Es besteht außerdem der Verdacht, dass Vögel, welche diese Insekten fressen, ebenfalls negativ betroffen sein könnten.

Auch reicht es nie, nur einmal die Chemiekeule zu schwingen. Um die Raupen in Schach zu halten, muss mehrmals pro Saison gespritzt werden. In Mitteleuropa muss man alle 2 bis 3 Monate mit einer neuen Generation des Zünslers rechnen.

Zudem bilden die Larven des Zünslers zum Überwintern aus Seidenfäden und Buchsbaumblättern Hüllen. Nur sehr selten erreichen Pestizide die Larven im Innern.

 

 

 

Als Alternative werden Pflanzenschutzmittel auf Basis des Bakteriums Bacillus thuringiensis (Bt-Toxine) angeboten. Der Vorteil gegenüber chemischen Mitteln ist, dass diese biologisch hergestellt werden und biologisch abbaubar sind. Sie wirken allerdings nicht nur auf den Buchsbaumzünsler, sondern schaden auch vielen heimischen Faltern. Zudem ist zu beachten, dass viele Insektizide, welche Bt-Toxine enhalten, auf Zierpflanzen nur von Fachgärtnern angewandt werden dürfen.

 

 

Bekämpfungsmittel die Neemöl enthalten sind ebenfalls eine biologische Alternative zu chemischen Mitteln. Das aus dem in Indien heimischen Neembaum gewonnene Öl verhindert bei Insekten die Bildung von Chitin. Daher ist es nur vor der Verpuppung und nicht mehr gegen die erwachsenen Raupen des Buchsbaumzünslers wirksam. Zudem greift das Öl durch seine Wirkungsweise auch andere Insektenarten an.
Die schonendste Form der Bekämpfung ist das Absammeln der Raupen per Hand. Bei früher Erkennung des Befalls und regelmäßiger Kontrolle der Buchsbäume ist diese Methode zwar mit mehr Arbeit verbunden aber führt bei sorgfältigem Vorgehen oftmals zum Erfolg.

 

Das Problem bei allen genannten Bekämpfungsmethoden ist, dass wenn auch nur eine kleine Population in der Nähe überlebt, die Buchbäume nächstes Jahr wieder befallen sein werden. Wir empfehlen aber, auf jeden Fall auf chemische Bekämpfungsmethoden zu verzichten.

 

Auf lange Sicht wird man den Buchsbaumzünsler am effektivsten durch Nahrungsentzug bekämpfen können.

Bekannt ist, dass der Buchsbaumzünsler in Mitteleuropa den Gewöhnlichen Buchsbaum (Buxus sempervirens) und den Kleinblättrigen Buchsbaum (Buxus microphylla) befällt.

Wenn man beim Gestalten seines Gartens auf diese Arten verzichtet und auf andere, ähnliche Zierpflanzen wie Blaue Heckenkirschen, Ginster oder Gewöhnlicher Liguster umsteigt, kann man sich viel Geld und Stress sparen und trotzdem Kleingehölze ähnlich dem Buchsbaum in seinen Garten einbringen.
Eine volle Liste mit bienen- und vogelfreundlichen Pflanzen finden Sie hier...

Entenfüttern schadet Tieren und Umwelt

Die Fütterung von Wasservögeln ist in Köln verboten

Leider ist es immer noch weit verbreitet, Wasservögel auf Weihern, Teichen und Seen zu füttern. Meist ist den Fütternden die artgerechte Ernährung der Tiere nicht bekannt; so wird oft mit Brot gefüttert. Industriell hergestelltes Brot enthält Salz und Zucker und kann im Magen aufquellen. Das alles ist schädlich und macht die Tiere krank.

In ihrem natürlichen Lebensraum finden Wasservögel -  Enten, Schwäne und Gänse - gewöhnlich genug Nahrung. Sie ernähren sich hauptsächlich von Wasser- und Uferpflanzen und von kleinen Tieren, wie Krebsen, Schnecken, Würmern und Insektenlarven.

Die Folgen der Fütterung sind kranke Tiere und umgekippte Gewässer, da das Brot auf den Gewässerboden sinkt und fault. Algen können dann stark wachsen und das Gewässer kippt letztendlich um.

Das Füttern von Wasservögeln ist in Köln verboten. Wer ordnungswidrig füttert, muss gemäß § 20 der Kölner Stadtordnung mit Strafen von bis zu 1000 Euro rechnen.

Mit Hinweisschildern zum Fütterungsverbot warnt die Stadt Köln an vielen Weihern.

"Beleuchtete Joggingstrecke" - SPD Antrag abgelehnt

Der Rat der Stadt Köln bestätigt Entscheidung des Landschaftsbeirates

Im Dezember letzten Jahres erteilte der Landschaftsbeirat der Stadt Köln dem Projekt eine Absage. Doch die SPD-Fraktion wollte dies nicht akzeptieren und den Beschluss mit Unterstützung der FDP durch den Rat der Stadt überstimmen lassen. Der Antrag fand jedoch keine Mehrheit.


Damit ist die beleuchtete Laufstrecke am Adenauerweiher endgültig vom Tisch.

Jogger und Läufer im Stadtgebiet finden trotzdem genügend Alternativen.
In diesem Beitrag des Stadtanzeiger finden sich Beschreibungen einiger beleuchteter Strecken im Kölner Stadtgebiet.
Unter jogmap.de können nach Anmeldung sehr viele Laufstrecken abgerufen werden. Die Suchmaske ermöglicht auch das Filtern nach beleuchteten Kursen.

Hier finden Sie die Stellungnahme des BUND Köln zu dem Vorhaben am Adenauerweiher.

Quelle: http://www.bund-koeln.de/themen_und_projekte/stadtnaturschutz/