Obstbaumwiese Flittarder Rheinaue


Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Biotopen in Mitteleuropa. Seit 2014 hat der BUND mit der Stadt Köln einen Betreuungsvertag und übernimmt seitdem die Pflege für beide Obstwiesen in der Flittarder Rheinaue.

Pflegemaßnahmen an den Obstbäumen

Damit die Ernte im nächsten Jahr ebenso ertragreich wie dieses werden kann und die Bäume alt werden, müssen Obstbäume geschnitten werden. Dafür haben wir Einsätze in den Obstwiesen in dem Naturschutzgebiet Flittarder Rheinaue organisiert, welches wir seit etwa 1½ Jahren betreuen.
Mit Astscheren, Säger und Ihrer Hilfe haben wir dieses Jahr viele Bäume beschnitten.

Sommerschnitt für Apfelbaum und Co.

© B. Cardeneo

Schnittkurs in der Flittarder Rheinaue

Astschere schnappen und einfach drauflos schneiden? Dass dies bei Obstbäumen keine gute Idee ist und wie es anders geht, erklärte Gabriele Falk während des dreistündigen Schnittkurses am 16. August 2015 in Flittard. Tatsächlich ist es bei Kirsch- oder Walnussbäumen am besten, überhaupt nicht zur Schere zu greifen. Bei anderen Sorten ist dieses Vorgehen allerdings fatal! Auch wenn die alte Regel "Durch den Apfelbaum muss ein Hut fliegen können" inzwischen als überholt gilt, müssen einige Äste entfernt werden, damit der Baum wächst und Früchte trägt. Dabei ist besonders auf eine ausgewogene Verteilung in die verschiedenen Himmelsrichtungen und auf ein gleichmäßiges Verhältnis zwischen Wurzel und Krone zu achten. Was man unter einem Aufbau-, Erziehungs- oder Verjüngungsschnitt versteht, wurde ebenfalls sehr anschaulich beschrieben.

Aber es wurden nicht nur Fragen beantwortet: Die rund 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, denen selbst der strömende Regen nicht die Laune verderben konnte, durften nach der Theorie diverse Werkzeuge ausprobieren, vergleichen und bewerten. Außerdem gab es einige anschauliche Exemplare, an denen deutlich wurde, wie weitreichend die Folgen eines falschen oder fehlenden Schnittes sein können.  

Obstgehölze-Schnittkurs

Im Februar 2013 trafen sich etwa 40 Interessierte und Engagierte an der Obstbaumwiese in der Flittarder Rheinaue. Wegen der klirrenden Kälte warm eingepackt, die Gesichter hinter Schals und unter Mützen versteckt, ging die Gruppe nach einer freundlichen Begrüßung durch die Organisator*innen, Fachleute und den ersten Vorsitzenden des Bürgervereins Köln-Flittard, Bruno Odenthal, zum Ort des Geschehens. Dank der vielschichtigen Kenntnisse und Erfahrungen der Obstbaum-Experten Burkhard Fielitz und Harald Hamel wurde viel Hintergrundwissen vermittelt.

 

Auch viele praktische Tipps für den eigenen Garten erhielten die Teilnehmer*innen. Themen waren unter anderem die grundlegenden Prinzipien des Baumwachstums, vorausschauendes Pflanzen, artgerechte Pflege – vor allem am Standort Rheinaue – und natürlich der richtige Schnitt für verschiedene Obstbäume.

 

Anhand der unterschiedlichen Wuchsformen und Gesundheitszustände der Apfelbäume war für die Teilnehmer*innen des Kurses das Erklärte sehr anschaulich und gut nachvollziehbar. Schon zu Beginn verbreitete sich unter den Kursteilnehmer*innen die Faszination für die Erkenntnisse aus jahrelanger Obstbaum-Schnitt-Praxis und -Theorie. So spannend waren Obstbäume wohl für die meisten noch nie.

 

Auch die Hauptorganisatoren Gabriele Falk von der BUND-Kreisgruppe Köln und Manfred Hebborn, Leiter der Naturschutzgruppe im Bürgerverein Köln-Flittard, ließen keine Wünsche unbedacht: Nach gut zwei Stunden in der Kälte wurden von Familie Hebborn hausgemachte Erbsensuppe, Brötchen und Kaffee ausgegeben. Dankbar nahmen alle Beteiligten dieses Angebot zum Aufwärmen entgegen. Es war ein rundum hervorragend organisierter und durchgeführter Ausflug in die Welt des Obstbaumschnitts.

Streuobstwiesenschutz in Köln

Naturschutz und gesunde Ernährung Hand in Hand

Streuobstwiesen mit ihren starkwüchsigen, hochstämmigen Obstbäumen und ausladenden Kronen sind auch im Rheinland Teil unserer Kulturlandschaft. Die Gehölze zusammen mit dem als Wiese oder Weide genutzten Grünland sind wertvoller Lebensraum für viele Tierarten. Insbesondere Vögel, Käfer, Schmetterlinge und Kleinsäuger profitieren von dem reichhaltigen Angebot an Höhlen, Blüten und herabfallenden Früchten. Der Einsatz von Pestiziden ist tabu. Die vielen althergebrachten und bewährten Sorten bringen nicht nur schmackhaftes Obst hervor, sondern sind zugleich kostbares Kulturgut. Dieses gilt es zu bewahren und weiterzuentwickeln.

Leider ist ein großer Teil der heimischen Streuobstwiesen in seinem Bestand gefährdet und viele Flächen sind bereits verlorengegangen. Hauptursachen sind die anhaltende Bebauung und die oft geschwundene Wirtschaftlichkeit bei der Vermarktung der Früchte. Damit einher geht der Verlust an Sortenkenntnissen und das Wissen darüber, wie man Obstwiesen naturschutzgerecht anlegt und pflegt sowie die Obstbäume schneidet.

Doch Obstwiesenschutz macht auch Freude! Und keine Sorge: Schon ein wenig gärtnerisches Geschick und der Besuch eines Schnittkurses sind eine gute Basis. Der BUND hilft dabei gern mit praktischen Tipps weiter.

Welche Sorten?

Sie möchten auf Ihrer Obstwiese oder in Ihrem Hausgarten ebenfalls altbewährte, regionale Obstsorten pflanzen? Der Koordinierungsausschuss "Obstwiesenschutz in NRW" – ein Fachgremium, in dem auch der BUND NRW aktiv mitarbeitet – hat für die verschiedenen Landschaftsräume in Nordrhein-Westfalen Sortenlisten für regionaltypische, altbewährte Obstsorten zusammengestellt, die vergleichsweise robust sind. Für Köln seien vor allem diese Sorten empfohlen:

Äpfel:

Apfel aus Croncels, Danziger Kantapfel, Winterrambur, Ananasrenette, Jakob Lebel, Kaiser Wilhelm, Rote Sternrenette, Rheinischer Bohnapfel , Freiherr von Berlepsch, Schöner aus Boskoop, Geheimrat Dr. Oldenburg, Goldparmäne, Gelber Edelapfel, Ontarioapfel, Gravensteiner, Landsberger Renette, Roter Boskoop, Weißer Klarapfel, Rheinischer Krummstiel, Riesenboikenapfel, Roter Eiserapfel

Birnen:

Gellerts Butterbirne, Gräfin von Paris, Gute Graue, Köstliche von Charneaux, Pastorenbirne, Stuttgarter Geißhirtle, Tongern, Nordhäuser Winterforellenbirne

Pflaumen, Zwetschgen, Renekloden:

Große Grüne Reneklode, Hauszwetschge, Mirabelle von Nancy, Ontariopflaume, The Czar, Wangenheims Frühzwetschge

Qualität beim Pflanzmaterial zahlt sich aus

Um später Freude an vitalen Obstbäumen zu haben, empfehlen wir, die Pflanzware ausschließlich in Baumschulen zu kaufen, die gemäß den Qualitätsrichtlinien des Bundes Deutscher Baumschulen (BdB) bzw. Deutscher Markenbaumschulen produzieren und hierbei auf folgende Kriterien zu achten:

  • Stammhöhe von mindestens 1,80 m bis zum Ansatz der Baumkrone
  • Stammstärke von mindestens 7 cm in 1 m Höhe
  • Krone mit durchgehendem Mitteltrieb und mindestens 3 gut ausgebildeten Seitenzweigen

 

Viele praktische Informationen hält die Broschüre "Streuobstwiesenschutz in Nordrhein-Westfalen" des NRW-Umweltministeriums bereit, die dort kostenlos bestellt oder auch hier als pdf-Datei heruntergeladen werden kann:
Broschüre Streuobstwiesenschutz in NRW

Für Rückfragen rund um den Obstwiesenschutz: Ralf Bilke, ralf.bilke@bund.net



Unsere Bürozeiten:


Montag, Dienstag, Donnerstag:

10:00 - 13:00 Uhr

Telefonisch erreichen Sie uns unter:   0221 - 724710

Öffentliches Plenum:
Jeden dritten Montag im Monat um 19:30 Uhr in unserem Büro.



Diese Übersicht zeigt die unüberwindbaren Hindernisse auf, an denen eine neue brücke aus naturschutz- und
umweltfachlichen Gründen scheitert. 

Lesen Sie selbst

Mit dem Fleischatlas 2018 informiert die Heinrich-Böll-Stiftung und der BUND über negativen Auswirkungen der industriellen Fleischprodukti-
on und zeigt Alternativen auf.

Handyrecycling

Suche

Wir sind auf Ihre aktive Unterstützung angewiesen!

Für unsere ehrenamtliche Arbeit
unentbehrlich sind:

  • begeisterte Aktive und Naturfreunde zum Vorantreiben unserer Projekte
  • Hobby-Fotografen, um Schönes oder auch Nicht-so-Schönes festzuhalten
  • Helfende Hände an Infoständen
  • Internet-Redakteure zum Dokumentieren der Aktivitäten
  • Praktikanten, egal ob Studenten oder Umsteiger

bund.koeln@bund.net