Fledermausfauna auf den „Gleueler Wiesen“

Die aktuellen Pläne zur Erweiterung des RheinEnergieSportparks betreffen durch den geplanten Neubau der Sportplatzanlagen Nr. 7, 8, 9 sowie von Kleinspielfeldern (laut Masterplan 1.FC Köln / Römer Partner Architektur) auch die als „Gleueler Wiesen“ bekannten Wiesenflächen zwischen Militärring, Gleueler Straße und dem Parkplatz des Fritz-Kremer-Stadions.

Die extensiv genutzten Wiesenflächen und die angrenzenden Waldränder sind sind geeignete Jagdhabitate für Fledermäuse. Alle heimischen Fledertiere sind streng geschützt, eine Beeinträchtigung ihres Lebensraumes muss somit bei Bauvorhaben besonders berücksichtigt werden.

„Erste Erkenntnisse“ der Artenschutzprüfung für Fledermäuse, vorgelegt vom Dezernat für Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Verkehr am 7. April 2016 (1), zeigen die Nutzung der Flächen durch drei Fledermausarten.

Aufgrund der vielfältigen Zusammensetzung des Biotops aus extensiven Wieseflächen, Strauchriegeln, Waldrändern und freistehenden Bäumen, sowie aufgrund der Nähe zu attraktiven Jagdhabitaten und Quartiermöglichkeiten in den angrenzenden Wäldern, am Decksteiner Weiher bzw. im Siedlungsbereich, konnte von einer Nutzung durch mehr als drei Arten ausgegangen werden. Es erschien als wahrscheinlich, dass die Daten der oben genannten Erhebung die Fledermausfauna auf den Flächen nicht vollständig abgebildet hat.

Methoden

An vier über die Sommermonate 2016 verteilten Erhebungsterminen (11.06.*, 17.07., 27.08.*, 30.08*) wurden an verschiedenen Standorten auf den Gleueler Wiesen die Fledermausrufe mittels Fledermausdetektor (Batlogger der Firma Elekon AG) aufgezeichnet und ausgewertet. An drei Terminen (*) wurde jeweils die gesamte zu erwartende Jagdzeit von Sonnenuntergang bis –aufgang erfasst, an einem Termin die Zeit zwischen Sonnenuntergang und 24:00 Uhr.

Die Auswertung der erfassten Rufe erfolgte mit Hilfe der Software Batexplorer (Firma Elekon AG) sowie der Unterstützung durch die Fledermausspezialistin Mechtild Höller.

Ergebnisse

Es konnten über den Untersuchungszeitraum sieben Arten nachgewiesen werden:


Erhebung BUND 2016

Erhebung Stadt Köln

Wissenschaftl. Name

1

Zwergfledermaus

Zwergfledermaus

Pipistrellus pipistrellus

2

Großer Abendsegler

Großer Abendsegler

Nyctalus noctula

3


„Langohrfledermaus“

Plecotus sp.

4

Wasserfledermaus


Myotis daubentonii

5

Kleiner Abendsegler


Nyctalus leisleri

6

„Bartfledermaus“-Komplex


Myotis brandtii/mystacinus

7

Großes Mausohr


Myotis myotis

8

Fransenfledermaus


Myotis nattereri

Am häufigsten in der Erhebung vertreten waren die beiden erstgenannten Arten, welche die Freiflächen sowie die Vegetationsränder intensiv nutzen.

Fazit

Durch die stichprobenartige detektorgestützte Untersuchung der „Gleueler Wiesen“ konnte eine Nutzung der Fläche sowie der angrenzenden Waldränder durch sieben Arten nachgewiesen werden. Ergänzt durch die „Langohrfledermaus“, die in der vom Dezernat für Stadtentwicklung vorgelegten Erhebung genannt wurde, kann die Nutzung der Flächen durch acht Fledermausarten als gesichert gelten. Das Vorkommen dreier weiterer Arten (Rauhautfledermaus, als Durchzügler Breitflügelfledermaus und Teichfledermaus) im Grüngürtel ist nachgewiesen (2) und kann auch an den Gleueler Wiesen erwartet werden. Hierbei ist von einer Nutzung als Jagdhabitat auszugehen, jedoch können auch Quartiere in unmittelbarer Nähe der Flächen nicht ausgeschlossen werden.

Durch die Zerstörung der Wiesenfläche durch die Anlage der Sportplätze sowie der Zugangswege und durch die Nutzung der Anlagen mit Flutlicht und zu Zeiten der Aktivitätsperiode der Fledermäuse muss von einer deutlichen Beeinträchtigung der Fledermausfauna vor Ort ausgegangen werden. Dies begründet sich einerseits durch die in direkter Folge der Bebauung fehlende Nutzung der Flächen durch Beuteinsekten als Fortpflanzungs- oder Lebensraum. Andererseits wird auch das umgebende Ökosystem aus verbleibenden Wiesenflächen, Strauchriegeln und Waldrändern durch die Bebauung grundlegend gestört. Durch die zusätzlichen Aufbauten in die Höhe und die Flutlichtnutzung ergänzt kann somit die gesamte Fläche und die angrenzenden Waldränder als Jagdhabitat für die Fledermäuse unattraktiv werden. Durch den Spielbetrieb und den Flutlichteinsatz mitbedingt kann auch ein Einfluss auf die Nutzung der angrenzenden Wälder als Fledermausquartier nicht ausgeschlossen werden.

Wir fordern daher mit Nachdruck eine systematische Erfassung der Fledermausfauna auf den Wiesen und in den angrenzenden Waldrändern und ein ausführliches ökologisches Artenschutzgutachten zur Frage, in wieweit sich die Nutzung der Fläche als Jagdhabitat durch Fledermäuse durch die Erweiterung des RheinEnergieSportparks verändern werden.

Peter Brenner und Jonas Schaffrath

(1) Stadt Köln (2016): Erweiterung RheinEnergieSportpark Köln-Sülz. Im Internet: unsergruenguertel.de/wp-content/uploads/2016/05/FC_Pr%C3%A4sentationUmweltpr%C3%BCfung.pdf (Abgerufen am 12.02.2017)

(2) Stellungnahme des NABU Köln zur Lichtemission am Beispiel der geplanten Außenbeleuchtung des Adenauer Weihers (2015). Im Internet: https://politik-bei-uns.de/file/563e6a9c1ae6a07a19885b92/download (abgerufen am 12.02.2017)

Bats & Kids - Report vom 27. August 2016

Großer Erfolg bei Fledermausjagd

Das hatte der Wald um den Kindergarten Waldzwerge wohl länger nicht gesehen: Eine Gruppe von ca. 25 Kindern, die sich mit Taschenlampen bewaffnet auf die Jagd machten nach seltenen Flattertieren in den Wäldern und Wiesen rund um den Decksteiner Weiher und die Gleueler Wiesen im Kölner Westen.


Die Rede ist von den kleinen Fledermausspezialistinnen und -spezialisten auf der Bats&Kids-Veranstaltung des BUND Köln. Im Rahmen der Europäischen Fledermausnacht (https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/batnight/index.html) hatte die Kreisgruppe eine Veranstaltung für Kinder und ihre Eltern angeboten. Bei Beginn der Dämmerung weckten die Kinder zunächst einen schläfrigen Fledermausmann (bei genauerem Hinsehen aus Stoff), der sich angeregt mit den Kindern über ihre Lebensgewohnheiten unterhielt. Kinder schlafen im Bett, Fledermäuse kopfüber in Höhlen, Baumhöhlen, Kellern und alten Stollen. Erstere essen Spaghetti, Pizza und andere Kuriositäten, während Fledermausmann Fledi liebend gerne Insekten frisst. Die kleinen ExpertInnen der Runde wussten bereits, dass Fledermäuse "mit den Ohren sehen", also mit Echoortung ihre Beute jagen. Dass Vampirfledermäuse bei uns nicht vorkommen, wussten auch schon die meisten der furchtlosen ForscherInnen. Nachdem die Kinder im nahen Waldstück für Fledi Beutetiere (Falter, Spinnen, Käfer, Mücken) gesucht hatten, tauschte dieser gerne gegen Beutegummibärchen.

Bei Einbruch der Dunkelheit zog dann eine große Karavane im Taschenlampenlicht hinaus auf die nahe Gleueler Wiese. Schon bald flogen die ersten Fledermäuse über die Köpfe der Gruppe, deren Jagdrufe mit Fledermausdetektoren des BUND hörbar gemacht werden konnten. Die Wiese mit ihren strukturreichen Waldrändern und den großen beweideten Flächen dient beispielsweise der Zwergfledermaus, dem Großen Abendsegler, der Wasserfledermaus und dem Braunen Langohr als Jagdgebiet. Die jungen ForscherInnen konnten live erleben, wie wichtig Flächen wie die durch Bebauungspläne bedrohten Wiesen (https://www.openpetition.de/petition/blog/keine-landschaftszerstoerung-im-koelner-stadtwald-ca-6-ha-fuer-neue-sportplaetze-des-1-fc-koeln) für die Tiere sind. Auch am nahen Decksteiner Weiher konnte die Gruppe Tiere bei der Jagd belauschen und die meisten Kinder konnten auch den Flug der Tiere beobachten.

Irgendwann zu später Stunde überließen die FledermausjägerInnen die Wiesen und Wälder wieder ihren einheimischen Bewohnern und entschieden sich doch gegen das Fledermausleben und für das heimische Bett. Zumindest bis zur nächsten Fledermausnacht.

Nachtaktive Mitbewohner

Wer eine Fledermaus sehen will muss lange wach bleiben. Tagsüber sieht man die interessanten Säugetiere selten. Am liebsten bewohnen sie alte Baumhöhlen in unseren Wäldern. Da jedoch der Baumbestand außerhalb von Städten aufgrund von zunehmender Flächeninanspruchnahme und moderner Landwirtschaft stark abnimmt, steigt das Vorkommen von Fledermäusen im städtischen Raum. Sie leben auch bei uns in Köln in Dachstühlen, hinter Dachverschalungen sowie in Hohlräumen von Mauern. Durch zunehmende Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden wird ihnen jedoch nun auch der Lebens- und Überwinterungsraum in der Stadt genommen. Aus diesem Grund ist es wichtig sich für den Schutz unserer nachtaktiven Mitbewohner einzusetzen. Hier finden Sie weitere Informationen über Fledermäuse und wie man ihnen helfen kann.

Bats&Kids + European Batnight

Sie fliegen lautlos durch die Nacht, hängen kopfüber in dunklen Spalten und Höhlen und um sie ranken sich seit Jahrhunderten Legenden und Gruselgeschichten: Die Rede ist von Fledermäusen, unseren geheimnisvollen Untermietern. Dass man sich vor den Flattermännern nicht zu fürchten braucht und dass sie wichtiger und interessanter Teil unserer Tierwelt auch in Städten wie Köln sind, das können Kinder auf der Veranstaltung "Bats and Kids" des BUND Köln am 27. August hautnah erleben. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Europäischen Fledermausnacht "Bat Night" 2016 statt. Spielerisch stellen sich Fledermäuse selbst und ihre Lebensweise vor und sobald es dunkel wird, geht es auf Nachtwanderung und "Fledermausjagd": Mit Taschenlampe und Fledermausdetektor können wir sie beim Insektenfang beobachten und ihre unhörbaren Rufe hörbar machen! Und unterwegs enträtseln wir zusammen das ein oder andere Fledermausgeheimnis...

Für Familien mit Kindern ab etwa 4 Jahren. Treffpunkt der Exkursion ist um 20:00 beim Bauwagen des Waldkindergartens "Waldzwerge" am Decksteiner Weiher. Gut zu erreichen über die Fußgängerbrücke zwischen Beethovenpark und Decksteiner Weiher oder über den Parkplatz des Fritz-Kremer-Stadions des FC am Militärring. 

Bitte eine Kopf-/ oder Taschenlampe mitbringen!
Bei Regen können wir die Räumlichkeiten des Waldkindergartens nutzen, die Veranstaltung findet nur bei Blitz und Donner nicht statt!

Hier geht´s zur Veranstaltung und zur Anmeldung.

Veranstaltungsflyer und Anfahrt.

Bats and Kids

Fledermäuse für Groß und Klein

Samstag, der 15. August 2015, stand in der Naturstation Stammheim unter dem Motto "Bats and Kids". Spielerisch zeigte Jonas Schaffrath den zahlreich erschienenen Kindern die Welt der Fledermäuse und überzeugte sie davon, dass man sich vor den geheimnisvollen Flattermännern nicht zu fürchten braucht. 
Hier geht es zum Bericht.

Fledermausbesuch in der Innenstadt

Exkursion zu nachtaktiven Mitbewohnern

Am 19. Juni 2015 veranstaltete der BUND Köln ein Fledermausseminar mit einer anschließenden Exkursion. Nach einer kurzen Einführung zu Lebensweise und Gefährdung der nachtaktiven Tiere ging es bewaffnet mit Detektoren hinaus in die Nacht, um nach Fledermäusen zu suchen - mit Erfolg! Hier geht es zum ausführlichen Bericht.

Ein Haus für Fledermäuse

Workshop zum Bau von Fledermauskästen

An einem Frühlingssamstag trafen sich zehn Fledermausinteressierte im Büro des BUND Köln in der Alten Feuerwache im Agnesviertel, um sich einem in Köln und weit darüber hinaus brisanten Thema zuzuwenden: Der Wohnungsnot. Genauer der Wohnungsnot von Fledermäusen



Unsere Bürozeiten:

Montag, Dienstag, Donnerstag:

10:00 - 13:00 Uhr

Telefonisch erreichen Sie uns unter:   0221 - 724710

Öffentliches Plenum:
Jeden dritten Montag im Monat um 19:30 Uhr in unserem Büro.



Diese Übersicht zeigt die unüberwindbaren Hindernisse auf, an denen eine neue brücke aus naturschutz- und
umweltfachlichen Gründen scheitert. 

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