Amphibien- und Reptilienschutz

Der BUND bietet eine Anlaufstelle für alle Mitbürger/Innen in Köln, die sich mit Fragen des Amphibien- und Reptilienschutzes beschäftigen.  

Wir freuen uns über Verstärkung. Interessierte, die sich engagieren und mithelfen wollen, das Zusammenleben von Tier und Mensch in unserer Stadt mitzugestalten, sind jederzeit willkommen. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Interessenten/Innen können sich gerne unter bund.koeln@bund.net melden.

Darum tragen wir Kröten über die Straße

Den Helfern am Schutzzaun werden oft Fragen zu Sinn und Zweck der Aktion gestellt.

"Wozu macht ihr das?" "Was soll das?" "Es sind doch nur Kröten." oder "Die paar Kröten."
Manches mal treten auch, sagen wir, diffuse Ängste auf.  Ein Passant im Auto äußerte z.B. die Befürchtung, dass die Erdkröten seine Fische im Gartenteich auffressen könnten. Er müsse also schnell den Teich abzäunen.

Ich persönlich mache diese Arbeit gerne, da für mich Amphibien genauso wie Vögel und viele andere Tiere zu unserem Leben dazugehören, erhaltenswert und schön sind (darüber lässt sich sicher streiten). Die Menschen suchen aber immer an praktischen Erklärungen und Begründungen, obwohl man aus meiner Sicht die Tiere durchaus schlicht um ihrer selbst Willen schützen kann.

Aus biologischer Sichtweise erfüllen Amphibien eine wichtige Rolle im Naturhaushalt. Sie haben einen hohen Stellenwert in der Nahrungskette eines intakten Lebensraumes, denn sie sind Prädatoren (Räuber) und stellen ihrerseits selbst eine wichtige Nahrungsquelle dar.
Die Kaulquappen der Kröten und Frösche ernähren sich in erster Linie vegetarisch. Sie schaben Algenbewuchs an Steinen und Wasserpflanzen ab und fressen Mikroplankton. Sie fressen aber neben Rückständen von Pflanzen auch die Überreste von Tieren im Gewässer. Larven der Molche sowie alle voll entwickelten (metamorphosierten) Amphibien sind reine Fleischfresser. Ihre Beute besteht aus Asseln, Spinnen, Insekten, Schnecken, Würmern usw. Während der Laichzeit nehmen Erdkröten übrigens keine Nahrung auf. Die Fische sind also absolut sicher.
Amphibien werden an Land von z.B. von Säugern, Vögeln und Reptilien erbeutet. Laich und Larven im Wasser dienen Libellenlarven, Fischen und Wasservögeln aber auch größeren Amphibien als Nahrung.

In einer weitgehend unbeeinflussten Umgebung stellt sich ein Fließgleichgewicht ein, in dem die unterschiedlichen Tiergruppen entsprechend ihrer Lebensweise zahlenmäßig mehr oder minder stark vertreten sind (gilt im Prinzip auch für Pflanzen). Ein Verlust einer ganzen Tiergruppe ist hier eher unwahrscheinlich. In unserer stark vom Menschen geprägten Umwelt haben aber gerade Amphibien immer weniger Überlebenschancen. Sie zeigen sehr gut, wie wir das Gleichgewicht immer weiter verschieben.

Wichtige Ursachen für Verluste von Amphibien - also Verschiebungen des Gleichgewichtes sind:

Zerschneidung von Lebensräumen
Als Beispiel sind Straßen als auffälligste und häufigste Verkehrsadern zu nennen. In einer Studie aus dem Jahr 1999 werden folgende Zahlen genannt.
1 Kfz/h: Erdkröte: 10 % (Kuhn 1987),
5 Kfz/h: Erdkröte: 10 % (Heine 1987), laut Simulationsmodell,
4-12 Kfz/h: Erdkröte: 10 % (Kuhn 1984),
10 Kfz/h: Erdkröte: 30 % (Van Gelder 1973),
14 Kfz/h: Erdkröte: 30 % (Heine 1987), laut Simulationsmodell,
24-40 Kfz/h: Erdkröte: 50 % (Kuhn 1987b),
38-62 Kfz/h: Erdkröte: 40 %, Grasfrosch: 28 %, Teichmolch: 30 %, Bergmolch: 60 %, trotz gleichzeitiger Schutzmaßnahme durch Absammeln (Münch 1989a, Kromberg 1989),
40-60 Kfz/h: Erdkröte: 44 %, Grasfrosch: 47 %, Teichmolch: 49 %, Bergmolch: 50 %, trotz gleichzeitiger Schutzmaßnahme durch Absammeln (Münch 1989a, Kromberg 1989),
44-60 Kfz/h: Erdkröte: >75 % (Kuhn 1987b),
60 Kfz/h: Erdkröte: 90 % (Van Gelder 1973), 100 % (Karthaus 1985), ein Überqueren der Straße ist vollkommen unmöglich. Zahlen und Quellen hier abrufen.
Der Verkehr hat seitdem weiter zugenommen. Weitere Kommentare erübrigen sich damit.

Agrarindustrie
Die "aufgeräumte" Landschaft und der damit verbundene Verlust von Gewässern und Sommerlebensräumen trägt ebenfalls zu einem großen Verlust bei. Zum Verlust von Gewässern gibt es hier ein paar ältere Zahlen. Der Trend ist aber ungebrochen.

Pestizide
Auf der Webseite der Uni Landau sind eindrucksvolle Untersuchungsergebnisse dargestellt, die die Notwendigkeit zum Umdenken beim Einsatz von Pestiziden zeigen. In der Untersuchung wurde klar, dass bereits die "normale" zugelassene Dosis von Pestiziden zur Tötung von 100% der betroffenen Amphibien führt. Näheres dazu kann hier abgerufen werden.  Das Umwelbundesamt hat ebenfalls eine entsprechende Meldung veröffentlicht. Weiter werden durch die Vielzahl von angewendeten Gifte unsere Gewässer stark belastet.

Neozoen
Heftig diskutiert wird der Einfluss von Neozoen auf Populationen von Amphibien und anderen Tiergruppen. Für Amphibien sind vor allem Mink, Waschbär, Bisam und Marderhund zu nennen. Es gibt einzelne Berichte zur vollständigen Auslöschung von Amphibienpopulationen. Zum Beispiel haben Waschbären in Mettmann eine Kreuzkrötenpopulation offenbar aufgefressen.

Krankheiten
Hier sind drei Amphibienkrankheiten besonders hervorzuheben. Die Pilzerreger Batrachochytrium dendrobatides und Batrachochytrium salamandrivorans sowie der Ranavirus-Erreger. Einen guten Überblick dazu gibt ein Artikel von Susanne Böll, der im Internet unter zum Download bereitsteht.

Insgesamt also viele Gründe sich für unsere Amphibien einzusetzen. Der Schutz dieser Tiergruppe trägt im Übrigen quasi nebenbei auch zum Schutz weiterer Tiergruppen bei.

Danke an alle Helfer und Viele Grüße
Peter Brenner

60:0 für die Erdkröten - Amphibienzaun in der Verlängerung

Freiwillige bei der Arbeit
Informationen zu Amphibien in Westhoven

BUND Köln und Unser Kalscheurer Weiher e.V. helfen Lurchen - helfen Sie mit!

Die alljährliche Wanderung der Amphibien zu ihren Laichgewässern hat begonnen. Auch am Zollstocker Weg haben sich die Erdkröten auf den Weg gemacht. Eigentlich sollte die Straße während der Wanderperiode gesperrt werden, doch die Umsetzung ist bisher nicht erfolgt.

Daher haben sich Mitglieder vom Unser Kalscheurer Weiher e.V. unter Mithilfe der BUND-­Kreisgruppe Köln gemeinsam mit engagierten Bürger*innen an die Arbeit gemacht und einige hundert Meter Fangzäune installiert.
Es zeigte sich, dass mit dem vorhandenen Zaun nicht alle Amphibien erfasst werden konnten. Am 04.03.2017 trafen sich die Freiwilligen noch einmal und verlängerten den Amphibienzaun am Kalscheurer Weiher.

Dies war genau der richtige Zeitpunkt. Genau 60 Kröten brachten die Helfer am Sonntag darauf sicher zum Laichgewässer. Der Einsatz ist ein voller Erfolg, denn im Bereich des Zaunes befanden sich keine überfahrenen Kröten mehr.

Die milde Witterung hat auch zu einer Zunahme der Wanderaktivität in der Westhovener Aue geführt. Hier konnten am Sonntagmorgen 36 Tiere sicher zum Gewässer gebracht werden.

Gefahr für Amphibien im Garten

Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gefährdet Amphibien

Zu Beginn des Frühjahrs begeben sich viele Amphibien auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Gleichzeitig beginnt die Gartensaison und Hobbygärtner machen sich daran, ihre kleine Oase auf den Sommer vorzubereiten. Doch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gefährdet unsere kleinen Freunde.

Rath - Abgeräumt - Freie Fahrt für Motormäher

Baumstämme entfernt

Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet die Beschädigung oder Entfernung von Zufluchts- und Fortpflanzungstätten "besonder geschützter Arten". Grünpfleger der Stadt Köln konnten solche offenbar nicht erkennen. Vielleicht, um "Wildwuchs" zu beseitigen, vielleicht, weil sie nicht um sie herummähen wollten - jedenfalls haben sie Zufluchts- und Fortpflanzungsstätten der "besonders geschützten" Bergeidechse am Rather Damm weggeschafft: in der Wiese schon lange Zeit liegende Baumstämme. Mehr dazu.

Poll - Sterben auf Raten

Wechselkröten in Gefahr

Im Gewerbegebiet Poll kann zur Zeit das Aussterben einer Population der streng geschützten Wechselkröten verfolgt werden.
Erloschen ist sie jedoch nicht: Noch nicht!
Wie es dazu kam und was wir tun können, um dies zu verhindern, lesen Sie hier.

Embergdüne - ein Ausgleichshabitat für Zauneidechsen

Herzlichen Dank an die tollen Helfer!

Am Freitag, den 27.06. haben wir in der Embergdüne den Lebensraumes für Zauneidechsen durch unsere aktive Arbeit verbessert. Dies wäre ohne die ehrenamtlichen Helfer nicht zu schaffen gewesen! Mehr zu unserer Aktion und den Schutzmaßnahmen.

Mülheim - Die Embergdüne

24.09.2013 Ein neuer Schutzraum entsteht

Im September 2013 haben wir eine Begehung und Bewertung der Eignung des Umsiedlungsortes „Embergdüne“ für Zauneidechsen aus Mülheim unternommen. Der ursprüngliche Lebensraum der Tiere war einem Bauvorhaben zum Opfer gefallen. Beim Ortstermin wurden vier dort geschlüpfte Jungtiere gefunden, was zeigt, dass zumindest ein Teil der umgesiedelten Tiere den Lebensraum angenommen hat. Mehr zur Embergdüne.

Dellbrücker Heide - Erste Kreuzkröte des Jahres gesichtet

Überraschende Beobachtung bei Amphibienexkursion

Bei der Exkursion für Natur-Interessierte fanden die Ehrenamtler am 28. März 2015 im Naturschutzgebiet Dellbrücker Heide neben vielen Erdkröten auch die erste Kreuzkröte.
Eine Teilnehmerin berichtet über die spannenden Beobachtungen und weitere Amphibienfunde der Gruppe.  



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