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Am KaufNixTag die Innenstadt entschleunigt
![]() Entschleunigerin im Konsumtempel |
Der letzte Samstag im November ist KaufNixTag, oder wie er seit 13 Jahren traditionell heißt: Buy Nothing Day. An diesem höchsten Feiertag der konsumkritischen Bewegung, der dieses mal in ca 80 Ländern gefeiert wurde, nehmen wir eine Auszeit vom täglichen Konsumterror. Heute müssen wir Nix kaufen und haben stattdessen jede Menge Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Außerdem freuen wir uns, dass wir an diesem Tag die Erde zumindest symbolisch wesentlich weniger belasten als sonst. Unser Ressourcenverbrauch sinkt für diesen einen Tag vielleicht sogar auf ein für die Erde dauerhaft erträgliches, also nachhaltiges Maß.
![]() Wir sind nicht allein: Entschleunigung trifft auf Konsumkirche (Aktion von Greenpeace) |
Außerdem wollen wir ein Zeichen setzen gegen die unerträglich kurzsichtige Argumentation verantwortungsloser Wirtschaftswissenschaftler und Politiker bis hin zum Kanzler, die uns weismachen wollen, dass es geradezu unsere Pflicht sei, als guter Staatsbürger über einen möglichst exzessiven Konsum die Binnennachfrage und damit die heimische Wirtschaft anzukurbeln.
Wir können als freie Individuen auch und gerade in einer freien Marktwirtschaft selbst entscheiden, wieviel wir konsumieren und es ist im Gegenteil unsere Pflicht, nicht mehr zu konsumieren, als die Ökosysteme zu verkraften im Stande sind, von der himmelschreinden Ungerechtigkeit der massiven Ungleichverteilung des Konsums auf der Welt ganz zu schweigen. Wenn das bedeutet, dass die Wirtschaft vielleicht nicht mehr so schnell wächst, dann ist das wohl so! Na und? fragen wir! Aber die Arbeitsplätze!!! schallt es uns dann entgegen. Eine berechtigte Sorge! Aber was ist das für ein Wirtschaftssystem, in dem die Schaffung von Arbeitsplätzen die Zerstörung unseres Planeten zur Voraussetzung haben soll?
![]() Ein Entschleuniger bei der Anbetung des Konsumgottes, von dem er sich nur schwer wieder losreissen konnte :-)) |
Wir glauben, dass es Alternativen gibt. Vielleicht müssen wir einfach nur die Prioritäten anders setzen. Statt uns alle zwei Jahre ein neues Handy zu kaufen, damit wir endlich auch ein farbiges Display haben, oder uns gegenseitig beim einkaufen fotografieren zu können, sollten wir vielleicht mehr Geld und Zeit in weniger Ressourcenintensive und vielleicht sogar weitaus nutzbringendere Dinge investieren, wie Bildung, Kunst, Kindergärten, Altenpflege, Nachbarschaftshilfe, Straßenfeste, Parkanlagen, Spielplätze, Rollschuhbahnen, Schwimmbäder, Straßenbahnen, Jugendzentren und und und....
Damit schafft man auch Arbeitsplätze, nur leider gibt es keine Internationalen Großkonzerne mit Milliarden-Werbebudgets, die für solcherlei Dinge das nötige Bewußtsein schaffen. Schröder und seine Einflüsterer aus Wirtschaft und Wissenschaft sind der betriebswirtschaftlichen Ideologie der kurzfristigen Profit-Maximierung aufgesessen und fordern von uns durch kurzfristig angeheizten Konsum unseren materiellen Nutzen zu mehren, immer auf der Suche nach dem nächsten Konsumrausch, dem kurzfristigen Kick, der oberflächlichen Spaß verschafft, aber niemals tiefergehend glücklich macht. Und nebenbei zerstören wir damit auch noch die Lebensgrundlage unserer Kinder und sämtlicher Lebewesen auf diesem einst so paradiesischen Planeten.
Es ist also höchste Zeit, unsere Einstellung zum Konsum in Frage zu stellen und bewußter zu konsumieren. Jeder Euro, den wir für Alternativen ausgeben, für fair gehandelte und Bio-Produkte, jeder Euro, den wir fürs Theater ausgeben, jeder Euro, den wir für wohltätige und gemeinnützige Projekte spenden, bringt uns einer anderen, gerechteren, nachhaltigeren Welt näher. Jeder Euro, den wir in die alten , ungerechten, zerstörerischen Strukturen investieren, indem wir ihre Erzeugnisse kaufen, bewirkt das Gegenteil. Als Konsument haben wir heute die Wahl, die uns an der Wahl-Urne zunehmend abhanden gekommen ist. EINE ANDERE WELT IST KÄUFLICH!


