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Presse-Echo
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- Aktionsseite bei attac Köln
- BioSkop-Forum zur Beobachtung der Biowissenschaften, Themenseite Gentechnik
- Gen-ethisches Netzwerk: Positionen zur Agro-Gentechnik
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- BUKO Agrar-Koordination / Biopoly: Biologische Vielfalt
- Coordination gegen BAYER-Gefahren: Kampagne gegen Gen-Food
- Netzwerk gegen Konzernherrschaft und neoliberale Politik
- BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie
Link zur ABIC2004:
ABIC 2004: Die internationale Gentech- und Saatgut-Lobby trifft sich in Köln... Wir auch!!
Alternativ-Konferenz mit Gen-Tech-ExpertInnen am 12.9.2004 Protestaktionen an der Kölner Messe am 13.9. Filmvorführung "Leben außer Kontrolle" am 14.9. Infoveranstaltung Bio-Piraterie am 15.9.
![]() Am Samstag vor der Konferenz machten wir "Werbung" auf der Schildergasse [zur Bildergalerie: aufs Bild klicken!] |
Nach dem Fall des EU-Moratoriums gegen den Anbau und Import von genmanipulierten Pflanzen wittern die Gen-und Saatgut-Konzerne Morgenluft und veranstalten erstmals in Europa die internationale Pro-Gentech-Konferenz ABIC 2004. Die Prominenz aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaften wollen die renitenten Europäer/innen doch noch vom Nutzen ihrer "hochprofitablen Pflanzen-Fabriken" überzeugen. Schon jetzt versuchen sie mit allerhand Tricks wie der Geheimhaltung möglicher Anbauflächen sowie der Versuchsfelder und bewußt falscher Kennzeichnung von Futtermitteln dem Protest der Bevölkerung auszuweichen.
![]() Zur Bildergalerie der Protestaktion am Montag, 13.09.2004 vor der Kölner Messe [aufs Bild klicken] |
Die Hürden, die das neue Gentechnik-Gesetz der Produktion und Vermarktung von genetisch manipulierten Pflanzen zumindest in Deutschland entgegenstellt, sind aber relativ hoch. Bisher gibt es hierzulande und, von einigen tausend Hektar in Spanien abgesehen, in ganz Europa keinen kommerziellen Anbau. Lediglich auf einigen winzigen, streng kontrollierten Versuchsfeldern wächst die umstrittene Saat. Damit es auch in Zukunft dabei bleibt, ist es von zentraler Bedeutung, den Lobbyisten dieser gefährlichen, in ihren Risiken für Mensch und Natur nicht überschaubaren Technologie unmissverständlich klar zu machen, daß diese hier unerwünscht ist:
Wir stellen uns nicht als Versuchsobjekte in diesem Feldversuch mit ungewissem Ausgang zur Verfügung! In Europa kann Widerstand ein Zeichen setzen, das weltweit Signalwirkung hat. Eine überwältigende Mehrheit der hiesigen Bevölkerung und Millionen von Bauern und Bäuerinnen in den Ländern des Südens wollen weder Genfood noch manipuliertes Saatgut. Die zerstörerischen Praktiken der Agro-Industrie und deren falsche Versprechungen haben besonders in den armen Regionen Millionen in den gesundheitlichen und finanziellen Ruin getrieben. Diese Erfahrung zeigt: Bessere Nahrung und Landwirtschaft kommt nicht aus Konzernetagen und High-Tech-Labors, sondern von kleinen und mittelständischen Betrieben, lokalen Märkten und durch einen gerechten Zugang zu Saatgut, Wasser und Land.
Veranstaltungen
•Sonntag, 12.9.2004, 15:00 – 20:00 Uhr, Maternushaus in Köln
Konferenz zu genmanipulierter Nahrung, internationaler Handelspolitik und Bio-Patenten
es sprechen u.a.:
Afsar H. Jafri (Indien, Navdanya Research Foundation for Science, Technology and Ecology)
Rafael “Kaps” Mariano (Philippinen, Bauernorganisation KMP)
Irene Fernandez (Malaysia, Pestizid Netzwerk Asien/Pazifik; Tenaganita)
n.n. Afrika
Gérald Choplin (coordination paysanne européenne (cpe) (angefragt)
Christoph Then (Greenpeace Deutschland)
Die Konferenz wird veranstaltet unter Beteiligung von: Brot für die Welt, Misereor, Greenpeace, BUND Köln, attac Köln, Netzwerk gentechnikfreies Oberberg, BioSkop-Forum zur Beobachtung der Biowissenschaften, Gen-ethisches Netzwerk, Pestizid Netzwerk Asien/Pazifik (PAN AP), BUKO Agrar-Koordination, Coordination gegen BAYER-Gefahren, Netzwerk gegen Konzernherrschaft und neoliberale Politik, BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie
•Am Montag, den 13. September 2004 werden kritische Organisationen und Initiativen ab 10 Uhr auf den Kölner Straßen (bzw. vor der Kölner Messe) deutlich machen, dass die Hightech-Lösungen aus Labor und Konzernetagen unerwünscht sind.
•Am Dienstag, den 14.September um 19:30 Uhr wird in der Alten Feuerwache der Film "Leben außer Kontrolle" gezeigt, der die Gefahren der Gentechnik in den drei Bereichen Gentechnik an Pflanzen, an Tieren und an Menschen (Reproduktionsmedizin) eindrucksvoll vor Augen führt. Anschließend kann u.a. mit einem der Filmemacher selbst diskutiert werden.
•Am Mittwoch, den 15. September 2004 referiert Martin Sundermann von der BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie um 19:30 Uhr im Naturfreundehaus Köln-Kalk, Kapellenstr. 9a
Was will die ABIC 2004?
Vom 12. bis 15. September findet in der Kölner Messe die Agricultural Biotechnology International Conference (ABIC 2004) statt.
Die ABIC gehört nach eigenen Angaben zu den “weltweit wichtigsten Konferenzen zur Bio- und Gentechnik” und richtet sich an “Wissenschaftler, Industrie-Vertreter, Investoren und Politiker”. Neben Philippe Busquien (EU-Forschungs-kommissar), NRW-Ministerpräsident Steinbrück, Robert Zoellik (US-Handelsbeauftragter) nehmen die 20 Agrar- und Nahrungsmittelmultis der Welt teil: Monsanto, Nestlé, Bayer CropScience, Pioneer Europe, Syngenta und BASF. Mit von der Partie sind Professoren, die in gesponserten Universitäten Weltmarkt-Innovationen fabrizieren und die Lobby des Biotech-Business, die zweifelnden KonsumentInnen Gen-Food schmackhaft machen sollen. Parallel dürfen Konzerne auf dem Kölner Messegelände ihre Produkte und Dienstleistungen bewerben und “Business Partnering” betreiben, um “potentielle Synergien und strategische Partnerschaften im landwirtschaftichen Biotech-Business” zu erfinden und zu erzeugen.
Das erklärte Ziel der Konferenz: die landwirtschaftliche Gentechnik soll auch in Europa profitabel genutzt werden – gegen den Willen einer erdrückenden Mehrheit von KonsumentInnen und ProduzentInnen. Deshalb reden die Betreiber ausschließlich die “Vorteile der Gentechnik weltweit, insbesondere auch für die Länder des Südens” herbei. Die Illusion einer “Ausbreitungskontrolle” dieser Hightech-Produkte wird beschworen und die unhaltbare Behauptung einer “Koexistenz von genetisch manipulierten Organismen (GMOs) und herkömmlichen Pflanzen” verbreitet. Public Relation wie diese soll die Vermarktung von genmanipuliertem “goldene Reis” für den Süden ankurbeln und den europäischen Markt mit vermeintlichen “Konsumentenvorteilen” garnieren.
Der Kongress findet erstmalig in Deutschland statt. Hans Kast von BASF Plant Science und Vizepräsident der PR-Agentur EuropaBio sieht die Chance, nach fünf Jahren der Stagnation durch Bürgerproteste und langwierige Verhandlungen in der Europäischen Union, endlich genmanipulierte Nahrung in Europa zu kommerzialisieren. Die Richtlinien zur Gentechnologie, zur Kennzeichnung und Koexistenz herkömmlicher und genetisch aufgerüsteter Landwirtschaft würden nun die nötige Rechtssicherheit bieten “für die Ausbeutung des großen Potentials für Pflanzen-Biotechnologie in der europäischen Ökonomie”. Auch das deutsche Gentechnik-Gesetz schafft erste Planungssicherheiten für den Anbau genmanipulierter Nutzpflanzen.
Es geht auch anders: Kein Genfood in Köln und anderswo!
Am 12. und 13. September werden die Lobbyisten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik mit jenen rechnen müssen, die sich nicht von dieser Public Relation und von Fortschrittsmythen beeindrucken lassen: die zahllosen Gentechnik-KritikerInnen in Bauernorganisationen des Südens und Europas, in Konsumenten-Gruppen, Umweltverbänden, Kirchen sowie Initiativen gegen die neoliberalen Weltwirtschaftsordnung. Die Antworten auf die Probleme der Gegenwart sind nicht in den Konzernetagen, Hightech-Laboratorien und Politik-Bürokratien zu finden.
• Der Hunger in den Ländern des Südens ist weder Folge mangelnder Produktivität von Kleinbauern, noch kann er mit genmanipuliertem Staatgut bekämpft werden, sondern durch gerechten Zugang zu Land, Wasser, Saatgut und landwirtschaftliche Produktionsmittel.
• Die Vielfalt von Pflanzen wird nicht mittels Gen-Forschung und Gen-Patenten gesichert, sondern durch verbrauchernahen Anbau und ökologische Landwirtschaft. Die Politik der Welthandelsorganisation (WTO) fördert statt dessen Billigimporte und Monokulturen für den Export, denen kein lokaler Markt und keine Pflanzensorte auf Dauer Paroli bieten kann.
• Schmackhafte und bekömmliche Nahrung wird nicht von der Europa-Bürokratie garantiert, sondern von kleinen und mittelständischen Betrieben, Bio-Bauern/Bäuerinnen und aufmerksamen KonsumentInnen. Mit der Aufhebung des Moratoriums gegen den Anbau genmanipulierter Nutzpflanzen hat diese Bürokratie die Tür aufgestoßen für jene Saatgut- und Agrochemie-Giganten, die über 30% des kommerziellen Saatgut-Marktes dominieren.


