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Pressemitteilung zur gelaufenen Aktion
Riesige Gen-Tomate in der Schildergasse - BUND und Attac: Großangriff auf unsere Nahrung stoppen – Gentechnikfreie Landwirtschaft sicherstellen
Mit einer 5 Meter hohen, knallroten Tomate protestierten die Kölner Gruppen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und des Netzwerks Attac heute in der Kölner Schildergasse gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel und den drohenden Anbau von Gen-Pflanzen auch in Deutschland. Unter dem Motto: "Hände weg von unserer Nahrung" informierten die Mitglieder von BUND und Attac über den drohenden Einzug der Gentechnik in die Lebensmittel und auf die Ackerflächen auch in Köln. Ebenso protestierten sie gegen die aggressive Politik der USA, die mit einer Klage vor der Welthandelskonferenz WTO die EU zwingen möchten, genmanipulierte Lebensmittel zuzulassen. Für BUND und Attac ist dies "ein Großangriff auf unsere Nahrung". Hiergegen sammelten sie vor Ort Unterschriften.
"Mehr als 70% der Verbraucher, aber auch der Großteil der Landwirte in Deutschland lehnen Gen-Food und genmanipulierte Pflanzen auf den Äckern ab", so Ralf Bilke, Agrarreferent des BUND NRW. Die Risiken für die menschliche Gesundheit wie für die Natur seien nach wie vor ungeklärt. So kann z.B. der Pollen von genmanipuliertem Raps mit dem Wind und von Insekten viele Kilometer weit fortgetragen werden und auch andere Flächen kontaminieren. Ein wirksamer Schutz hiergegen ist nicht möglich. "Für die vielen Landwirte, die auch weiterhin gentechnikfrei produzieren wollen, bedeutet dies das wirtschaftliche Aus, und insbesondere Ökolandwirte sind hiervon existenziell bedroht", so Bilke.
Auch die internationale Politik kritisierte Robert Schneider von Attac als skandalös: "Umweltvorsorge und Verbraucherschutz werden von den USA als Wirtschaftshemmnisse für ihre in Europa unerwünschten Produkte betrachtet." Mit ihrer Klage vor der WTO versuchten sie, die Interessen der Agro-Multis entgegen den Interessen der Konsumenten durchzusetzen. "Dieser Schritt hat Symbolkraft", so Schneider: Er soll auch andere Länder, insbesondere wirtschaftlich schwächere Entwicklungsländer davon abschrecken, sich einem Gentechnik-Anbau zu widersetzen."
BUND und Attac apellieren daher an die Bundesregierung, das kürzlich vorgelegte Gentechnik-Gesetz so zu verbessern, das ein gentechnikfreier Anbau auch noch in vielen Generationen sichergestellt ist. Um dies zu unterstreichen, reist die Riesen-Tomate durch 40 deutsche Städte. Zuvor war sie bereits in Paris, Wien, und Luxemburg zu Gast, um auf die WTO-Politik aufmerksam zu machen.
Für Rückfragen:
Ralf Bilke (BUND NRW), Tel. d 0211 / 30 20 05-0
Robert Schneider (Attac), Tel. 0221 / 9483607
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Pressemitteilung zur Aktion
04.03.2004
Riesige Gen-Tomate in Köln!
Gemeinsame Aktion von BUND und Attac zur Gentechnik
Datum: Do., 04.03.04
Uhrzeit: 10.00 - 14.00 Uhr
Ort: Schildergasse, in Höhe Kaufhof (Brunnen)
Mit einer knallroten, 5 x 5 m großen Gen-Tomate informieren der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und das Netzwerk Attac in einer gemeinsamen Aktion über die drohenden Gefahren eines Einsatzes von Gentechnik in der Landwirtschaft. Ebenso protestieren sie gegen die aggressive Politik der USA vor der Welthandelskonferenz WTO, mit der diese den ungebremsten Absatz von Gen-Food in der EU erreichen möchten. USA und WTO stellen sich damit gegen den Großteil der Menschen in der EU, die Gen-Food komplett ablehnen.
Mit der markanten Aktion möchten BUND und Attac informieren, ihre europaweite Unterschriften-Aktion fortsetzen und vor allem das persönliche Gespräch mit den BürgerInnen suchen.
Für 11.00 Uhr laden wir vor Ort zu einem Pressegespräch mit Fototermin zu den Auswirkungen der Gentechnik auf die Kölner Landwirtschaft ein. Gesprächsteilnehmer sind u.a. Ralf Bilke, Agrarreferent des BUND NRW, und Robert Schneider von Attac Köln.
Für Rückfragen:
Ralf Bilke (BUND NRW), Tel. d 0211 / 302005-20
Robert Schneider, Attac Köln, Tel. 0221 / 9483607
![]() Protest gegen die WTO bei der Gentomaten- Aktion in Berlin |
Hintergrund der Aktion
Am 12.01.2004 stellte Verbraucherschutzministerin Renate Künast den Entwurf für ein neues Gentechnik-Gesetz vor. Das Gesetz soll voraussichtlich im Februar im Kabinett verabschiedet werden. Noch in diesem Jahr würde damit die Zulassung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln in Deutschland möglich.
Ab Mai 2004 gilt in der EU die neue Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Nahrungsmittel. Sie besagt, dass alle Produkte, in denen ein Anteil von mehr als 0,9 Prozent an gentechnisch veränderten Organismen (GVO) enthalten ist, einen entsprechenden Hinweis erhalten sollen. Bisher muss eine Ware nur dann als gentechnisch behandelt gekennzeichnet werden, wenn im Endprodukt Anteile von gentechnisch veränderte Organismen (GVO) nachweisbar sind. Ist also alles in Ordnung, da wir ja dank der Verpackungsaufschrift nicht gezwungen sind, Gen-Food zu kaufen?
Nein, denn schon jetzt widersprechen sich Handel und Experten in Ihren Angaben über die Zuverlässigkeit und Genauigkeit von Kennzeichnungen. So müssen Fleisch, Milch und Eier von Tieren, die mit Gen-Mais oder Gen-Soja gefüttert wurden, nicht entsprechend als Nahrungsmittel mit GVO ausgewiesen werden.
Zudem geht die Öffnung des EU-Markts für gentechnisch veränderte Lebensmittel US-amerikanischen Lebensmitelproduzenten und Gen-Technik-Firmen wie Monsanto nicht weit genug. Sie fürchten die Kosten, die mit einer Kennzeichnung verbunden sind, und das schlechte Image, dass ihre Produkte durch einen Gen-Food-Hinweis bei den europäischen Verbrauchern bekommen. Über eine Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) versuchen die USA, den Widerstand in der EU und Ländern wie Japan oder China zu brechen. Ein Gen-Food-Verbot der Regierung Sri Lankas haben die USA bereits mit Hilfe der WTO ausgehebelt.
In den nächsten Monaten tourt die BUND-Gentechnik-Tomate durch Europa, um für einen breiten Widerstand gegen die Gentechnik zu werben. Am Donnerstag, 4. März, kommt die Gentomate auch nach Köln, wo sie der BUND Köln, Arbeitskreis Globalisierung, und attac-köln gemeinsam den Kölnern vorstellen.
Einen umfangreichen Reader zum Thema Gentechnik könnt Ihr Euch auf der GENug WTO-Seite als PDF-Datei herunterladen.



