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Hier die Pressemitteilung zu unserer WTO/Cancun Aktion
Spaziergang am Rhein
zukünftig für 1,50 Euro?
Zur WTO-Konferenz in Cancún:
BUND und attac Köln zeigen mögliche Folgen einer
Privatisierung öffentlicher Aufgaben
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Köln und attac Köln machen am Samstag, 13. September 2003, für wenige Stunden einen Albtraum wahr. Ab 13.00 Uhr werden Promotion-Teams der fiktiven „Rhein fun AG“ an der Freitreppe unterhalb des Heinrich-Böll-Platzes die Privatisierung der Rheinpromenade inszenieren. So könnte ein ganz normaler Spaziergang am Rhein (Walk around „Basic“) den „Kunden“ künftig 1,50 Euro kosten. Eine Pause auf der Bank (Sit down „Ordinary style“) schlüge mit zwei Euro zu Buche, ein Picknick "All you can sit" mit vier. Mit der Aktion informieren die Umweltschützer und Globalisierungskritiker über die möglichen Auswirkungen der derzeit laufenden Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Cancún, Mexiko.
„Die Tragweite der Entscheidungen, die im Rahmen der Welthandelsorganisation getroffen werden, ist den meisten Kölnern überhaupt nicht bewusst“, stellt Andreas Lathan vom Vorstand des BUND Köln fest. So solle durch das GATS-Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen privaten Unternehmen der Zugang zu Versorgungsaufgaben ermöglicht werden, die bisher der öffentlichen Hand vorbehalten sind oder die als „Allgemeingut“ gelten, wie etwa Bildung, Gesundheitswesen oder die Trinkwasserversorgung. Die mögliche Privatisierung der Rhein-Promenade sei in einem solchen Szenario noch eine eher harmlose Massnahme. „Die Liberalisierungspolitik der WTO hat weltweit die Zerstörung der Umwelt beschleunigt und die Kluft zwischen arm und reich vergrößert. Umwelt- und Sozialstandards gelten dort lediglich als Handelshemmnisse“, so der Umweltschützer weiter. Bereits jetzt sei etwa das von der EU verhängte Einfuhrverbot von hormonbehandeltem Rindfleisch von der WTO für rechtswidrig erklärt worden.
Über weitere Themen der WTO-Ministerrunde, aber auch über die geplante Verpachtung des Kölner Trinkwassernetzes an einen US-Investor, können sich die Rhein-Flaneure am Informationsstand der Gruppen, dem „PayCenter“ der „Rhein fun AG“, informieren. Auf der Agenda der Verhandlungen in Cancún stehen unter anderem der Agrarhandel, der internationale Patentschutz und ein neues Investitions-Abkommen.
Die „Rhein fun AG“ ist eine Aktion vom BUND Köln und von attac Köln.
Ansprechpartner: Andreas Lathan (BUND): 0163-2513347
Jan Dahlhaus (attac): 0178-4354673